DTs. (7. Dezember 2004).






Tagesplanung

6.10 Uhr:

ARGO.

8.10 Uhr:

GESCHENKE-Geschichte für SWR schreiben und gleich hinausmailen; muß bis mittags stehen (hatte ich völlig vergessen).

10 Uhr:

DIE DSCHUNGEL.
ARGO ff.

12 Uhr:

Mittagsschlaf.

13 Uhr:

DIE DSCHUNGEL.
FRITZ-Recherche.
Geld-Telefonate.
ARGO-Notate.

19 Uhr:

Verdi, MacBeth
(Neuköllner Oper).

10.11 Uhr:
[Hindemith, Mathis der Maler.]

Als ich gestern nacht heimkam, lief DSL nicht. Anruf bei der Telekom-Technik: Für ganz Berlin sei der Knoten ausgefallen. Deshalb konnte ich, nachdem ich auch noch die letzte Erzählung durchkorrigiert hatte, das gesamte Typoskript nicht mehr an den Verlag schicken. Hab ich dann vorhin gemacht. Bis kurz nach acht an ARGO geschrieben, dann schnell eine kleine Erzählung, KRISTALLE, tatsächlich auch fertiggebracht, ein Fingerstreich, für den SWR. Das Dingerl geht jetzt a u c h raus.
Langes Gespräch mit Eisenhauer über die Liebe, vorabends beim Billard. „Ich bin keiner, der emphatisch liebt“, sagt er, „kaum einer liebt noch emphatisch. Aber du.“ Schmidt, vorher, stieß ins selbe Horn: „Wenn sich Frauen und Männer in deinen Texten begegnen, sind sie immer voll Idolatrie. Ich kann damit nicht viel anfangen. So unbedingt hat man doch nur in der Pubertät gefühlt. Können sich deine Paare nicht mal normal begegnen? Müssen es immer große Gefühle sein?“ – Ja. Sofern sie lieben. Sonst gehen sie miteinander um, was etwas anderes ist. Viel zu zivilisiert für die Liebe.
Gregor, in der Lützowbar, kommt mir entgegen: „Gut, das ist ein M o d e l l. Aber dann müssen die Partner gleichwertig sein. Sonst verliert immer einer.“

17.18 Uhr:

Na Mahlzeit. Ich komm vom Funk heim und finde das Kündigungsschreiben für meine AMEX. Anruf dort, es sei doch abgesprochen gewesen, daß das Geld sofort angewiesen wird,tue mir leid usw. Da hieß es noch, okay, wenn es jetzt schnell geht, machen wir nichts draus. Ich dachte, die haben ein Herz für Künstler. Haben Sie offensichtlich aber doch nicht. Vielleicht schreib ich einen Brief um mäzenatische Hilfe. Man kann richtig spüren, wie sich das um einen zusammenzieht. Und dazu, innen, die Sehnsucht. Immerhin läuft ARGO. Jetzt schreib ich noch schnell die kleine Kinderoper-Kritik von Sonntag.

18.31 Uhr:

Tränen. Nur Tränen. Alles zusammengebrochen. Nichts, was ich zurückzuspüren glaubte, war wahr. Alles Illusion. Schimären. Tränen. Keine Ahnung, wie ich damit weiterleben soll. Aber ARGO. Ja. ARGO. Das muß fertigwerden. Ich hab noch Lexotanil, das wird erstmal helfen.

(Ich hab am Sonntag ein Grundgesetz übertreten: Wenn einer die andere noch liebt, die aber nicht den, dann d a r f man sich nicht sehen. Schon deshalb, weil man das Kind schützen muß. Nun muß ich die Konsequenzen tragen.)

NACHTRAG:

Den Opernbesuch abgesagt. Unfähig gewesen, die Arbeitswohnung auch nur zu verlassen.

Arbeitsfortschritt:
ARGO, bis TS 114.
KRISTALL, geschrieben und im Funk aufgenommen.
SCHORNSTEINFEGER- (Britten)- Kritik.

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.