DTs. 24. Juni 2005. Freitag.

6.26 Uhr:
[Dänen-Netzradio, Irgend ein Menuett für Streicher.]



Tagesplanung.

Morgens:

Den Kleinen nach dem Frühstück zur Kita bringen.
Bißchen was einkaufen und packen.

DSCHUNGELBUCH.

DIE DSCHUNGEL.

12 Uhr:

Den Jungen aus der Kita abholen. Reisevorbereitung.
Gemensamer Aufbruch nach Essen.

14 Uhr:
(Im ICE).

ARGO.

18 Uhr:

Ankunft in Essen.
Kinderzeit.

20 Uhr:

L e s u n g
DIE NIEDERTRACHT DER MUSIK.
(Buchhaus Altenessen).

22 Uhr:

Abfahrt nach Köln. Dort bei Robert HP Platz.

Nachtrag. Aus Köln.

Das Buchhaus Altenessen ist eine sehr kleine Buchhandlung, von zwei ausgesprochen freundlich-familiären Menschen geführt, die mir einen sehr schönen Empfang bereiten mit türkischen Pasteten und langen, halbscharfen Paprikaschoten und Wein. Wir vespern in der Sonne auf Holzbänken vor der Buchhandlung, allmählich kommen die Gäste hinzu, nicht viele, aber für den kleinen Laden ist das genügend. Es wird konzentriert gelauscht, im Anschluß ein wenig gesprochen. Ich spüre das leichte, aber zugeneigte Befremden über die drei Texte, die ich las (“Die Niedertracht der Musik”, “Der Gräfenberg-Club”, “Alma Picchiola”), daß sie so wenig auf verbindliche Nähe abstellen, sondern eher distanziert erzählen: also über eine Intensität der Fremdheit, die ich immer wieder zu fassen und schließlich in einen schrecklichen Moment umkippen lasse, in den sich die Texte aber hineinbegeben, aus dessen Perspektive sie schauen – plötzlich sehr nah an der Haut von Leser und Hörer. Diese Art Haltung ist man nicht gewöhnt, sie fasziniert, das merke ich, aber sie läßt auch auf Abstand gehen – wie vor schönen, doch gefährlichen Wesen.
Unter den Hörern eine geradezu unglaublich schöne Frau, Sizilianerin oder Halb-Sizilianerin, wie sich herausstellt; ihr Vater (?) ist dabei, ein Mann aus Caltanissetta, der wer weiß wieveile Jahre bereits in Deutschland lebt und im Gegensatz zu ihr noch die gebrochene Sprache des süditalienischen Zuwanderers hat. Sie kaufen sich die SIZILISCHE REISE, natürlich, möcht ich sagen, und lassen sich ein Autogramm nichts ins Buch, sondern auf ein Lesezeichen geben. Das ist neu, das hab ich noch nie so erlebt. Berückt sehe ich der jungen Dame nach, als sie neben ihrem Vater über die Straße zum Auto geht, sehr weiblich, dabei eine so schmale Taille, daß ich, im Instinkt immer Tiermännchen bleibend, noch den ganzen späteren Abend über das Bld nicht mehr aus dem Kopf verliere.
Selbstverständlich hab ich den Buchhänder gefragt, was sie tut, wer sie ist: Pressereferentin eines “Kulturschlosses” bei oder in Duisburg. Wenn ich wieder ans Netz kommen werde, will ich ein wenig recherchieren….

Um 22 Uhr Weiterfahrt nach Köln zu RHPP. Für den Jungen ein Erlebnis: Wir dürfen vorn in der Lok mitfahren (dem Steuerzentrum; der Triebwagen fährt hinten und schiebt).



Arbeitsfortschritt:
ARGO, bis TS roh 222.
DSCHUNGELBUCH, Zitate einkopiert und Einträge aus dem Altblogg dazumontiert.

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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