Sonnabend, der 18. März 2006.

5.06 Uhr:
Soeben auf. Aber nicht, um zu arbeiten, sondern ich muß mich für die Buchmesse fertigmachen, vor der Zugfahrt noch rasieren, duschen, Sachen zusammenstellen; dann den Jungen wecken, der ja mitkommt. Um kurz vor acht geht die S-Bahn zum Ostbahnhof, von da weiter mit dem ICE nach Leipzig. Mittags dort >>>> die Lesung, abends dann wieder zurück. An die Arbeit werd ich deshalb nicht kommen.
Keine Zeile an ARGO gestern, ich fraß mich in den Tönen, dann leider in der Musik-Software meines Computers fest. Denn nachdem ich Verbeens paar wenige Stücke (Hunderte soll er komponiert haben) für die Schnitte noch und noch gehört hatte, fiel mir auf, daß er erstaunlicherweise darin einmal Szymanowsky zitiert, und zwar ausgerechnet in „Allah’s People“ von 1971. Das wollte ich, soweit sowas in den Tonschichtungen überhaupt geht, herauslösen. So fing die Prokelei an. Na gut.
Abends dann wollte ich hier in der Kinderwohnung übers InternetRadio (ein anderes habe ich nicht) die SAN-MICHELE-Übertragung anhören – was war ich da enttäuscht, daß sowohl die Stimme von Hoffmann als auch von Condrus wie gedämpft herüberkamen, als hätte man ihnen, nicht aber den drei anderen, 10 db weggenommen, was das gesamte Stück aus der Balance brachte. Auf meiner CD ist das n i ch t so, auch während des Abhörens im Studio war das nicht so. Zudem kam die SprecherinnenStimme sehr viel dunkler herüber als auf dem „Original“. Irgend einen Fehler schien es seitens des DLF zu geben – bis Katanga das kleine Radio einschaltete, das in sein Mobiltelefon integriert ist, und mir zur Beruhigung die Kopfhörerchen gab: Da klang die Übertragung wunderschön. „Es liegt an den Internet-Streams“, erklärte Katanga. „Ich habe das immer wieder bemerkt, daß sie nicht klangtreu sind, sondern verfälschen.“ Nur bei ausgewiesenen InternetSendern sei das anders, nicht bei Sendern, die übers Internet zusätzlich ausstrahlen. Ich hoffe nun nur, daß Sie, soweit Sie anders konnten, n i c h t übers Internet gehört haben. Sonst werden Sie wohl ebenso enttäuscht gewesen sein wie ich.
So, ich mach mich jetzt fertig. Und wünsche Ihnen einen sehr guten Tag. Der meine wird in Gesprächen Gesprächen Gesprächen verstreichen. Immerhin geht es – auch – um ARGO. Vielleicht schreib ich nachts nach meiner Rückkehr noch was ins Tagebuch.

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