Mittwoch, der 22. März 2006.

6.23 Uhr:
[Dallapiccola, Ciaconna, Intermezzo e Adagio für Cello solo. Wie gestern nacht.]
Absichtlich nicht um 4.30 Uhr aufgestanden, sondern liegengeblieben und den Klartraum geübt; darüber dann wieder ganz ins Unbewußte weggetrieben. Nun ARGO, sich dämpfend-reguliert. Nur nicht aus der Arbeit fallen! Hab EA Richter gestern nacht noch eine süße Mail geschickt:
Lieber EAR,
wollen Sie noch ein (literarisches) Kind? Der Roman legt sowas gerade nahe. Und falls ja, was soll es sein: Mädel oder Bub?
Das scheint er noch nicht gelesen zu haben.

Ohà, das Wasser für den latte macchiato zischt…

23.30 Uhr:
[Verbeen, Dessau-Variationen.]
Müde, ein wenig angetrunken, ein wenig traurig. Bis eben an den Verbeen-Musiken gesessen, außerdem ein wenig selbst komponiert (also: gesampelt, in meinem Fall), auf einen Anruf gehofft, leise, dicht an die Arbeit geschmiegt dabei. Mit zwei Stunden Unterbrechung, deren anderthalb auf den Mittagsschlaf und eine halbe auf das Einkaufen gingen, seit 6.23 Uhr unentwegt am Schreibtisch: formulierend, Briefe schreibend, hörend, schließlich s e l b s t Töne setzend: macht knapp fünfzehn Stunden. Aber es hat sich, arbeits„technisch“, gelohnt.

[Außerdem: Wer sonst, außer mir, gibt sich seinen Lesern so hin? Und auch daraus wird mir ein Strick gedreht werden. Dann hampeln die Leute um den Leichnam drumrum und feixen. Aber deswegen aufgeben? Ganz gewiß nicht. Männliche Gehenkte zeugen mit der Erde Alraunen. Das ist ziemlich viel.]

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