Zahnärzte und Babbel beim Warten (1) auf die Kohlen. Das Arbeitsjournal des Mittwochs, dem 4. September 2013. Zu Argo (ff): Fehler sammeln.

8 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Ich hab den „Bab(b)elfisch“ echt nicht gemerkt, >>>> er aber selbstverständlich. UF hat’s nicht gemerkt, die Korrektoren haben es nicht gemerkt. „Tausende Douglas-Adams-Fans werden jetzt protestieren“, merkte soeben am Telefon die Löwin an und ward wach, „aber ich finde, wir können damit leben.“ Es ist so eine Stelle, bei der ich nicht weiß, ob ich in einer nächsten Auflage „Babbel“ in „Babel“ verändern soll oder nicht; die Passage selbst – weit hinten auf S.803 des Romans – läßt eine ironische Lesart freilich kaum zu, sondern „spielt“ mit der Erkenntnistheorie als einem Moment der kybernetischen Ästhetik. Ich bin mir also uneins. Mal sehn, was andre Leser:inne:n sagen. Eine einzige Stelle, übrigens, in dem Mammut; sie gewinnt aber dadurch an Bedeutung, daß wir den Bab(b)elfisch in das >>>> Zwölfjahreshalber aufgenommen haben.
Gut, immerhin ein Anlaß, meine Leser:inne:n, die sich Argo besorgen und das Buch lesen, zu bitten, jeden weiteren Fehler, bzw. weitere Irritationen >>>> dort drunterzuschreiben; das ist wichtig, weil sämtliche Korrekturen dann schon in die eBook-Ausgabe aufgenommen werden können, die es wahrscheinlich noch lange vor einer Zweiten Auflage geben wird.
Im übrigen: Warten auf die Kohlenlieferung. Warten auf die Kohlen ist Warten auf den Winter dachte ich grollend, als ich an der Pavoni stand. Wohin ich jetzt noch einmal gehen werde, um mir meinen zweiten Latte macchiato zu bereiten.
***

Zweiter Latte macchiato. 8.35 Uhr.
Die halbe Nacht hindurch Zahnschmerzen gehabt, also von dem Gepoch immer wieder aufgewacht, dann wieder eingeschlafen, unruhig aber, und abermals aufgewacht. So ging und ging das; müßte ich nicht eben auf die Kohlen warten, wär ich jetzt sofort zum Arzt los. Bißchen viel Zahnarzt in letzter Zeit; ich fürchte, da steht eine Mundraum-Transformation zum Cyborg an, – nach >>>> den Augen eine an sich logische Entwicklung, nur daß ich nicht weiß, wie ich solche Konsequenz finanzieren kann. Dafür Nachricht von >>>> Nora Gomringer, die zum Herausgeberpaar der nächsten >>>> horen gehört, zu >>>> meinen Nibelungen: „Der Text ist natürlich famos“, schrieb sie, mit Ausrufezeichen, vor 7.34 Uhr. Jetzt hab ich für die „Spreetöchter“ unterm Strich sehr viel Zustimmung bekommen, nachdem Ralf Schnell sie, der meine Arbeit bekanntlich sonst schätzt, derart drastisch >>>> abgelehnt hatte, daß ich momentlang völlig verunsichert war. Dennoch werde ich ein paar kleine Änderungen, die sich aus dem Briefwechsel mit Schnell ergaben, noch in die Fahnen übernehmen: kleine stilistische Kniff, nichts Inhaltliches aber.
***

Zu laufen ist heut wieder dran, meine 12 Kilometer durch den Park, aber erst nach dem Zahnarzt. Ebenfalls heute: Eröffnung des >>>> Internationalen Literaturfestivals Berlin 2013. Von einigen Lesungen werde ich möglicherweise berichten, „möglicherweise“, weil ich wegen des Europa-Projekts, wegen des >>>> Neapel-Hörstücks und auch schon wegen „Traumschiff“ nicht recht weiß, wie ich und welche Termine wahrnehmen kann. Das ist ein bißchen schade, andererseits geht meine Arbeit unbedingt vor, und es ist gut, daß ich sie habe. Auch der Sport geht vor. Daß ich aber heute wieder nicht über „Kleine Befreiungen“ schreibe, wird nun zu einem Running Gag. Doch die Sonne, in diesem Augenblick, läßt sich wieder blicken; alleine das ist ein Aufatmen wert.
Guten Morgen.

(Die meisten Autor:inne:n, stell ich mir vor, versuchen, Fehler in ihren Büchern zu verbergen – Arno Schmidt spricht vom „Schummeln“; ich versuche, sie aufzudecken und öffentlich zu besprechen: auch das ist ein ästhetischer, also kunstästhetischer Ansatz. Er bezieht Irrtümer bewußt mit ein.)

(Poetologie.)



9.25 Uhr:
Ah! wie gut, daß ich eben in meinen Terminkalender geschaut habe: Die Kohlen werden erst morgen geliefert. Also ab jetzt zum Zahnarzt. Sofort.

– Okay, ich soll um 15.30 Uhr dort sein, das sei am günstigsten. Hab eben „sicherheits“halber angerufen. Also vorher laufen, gegen zwölf, dann kommt es hin, und ich kann jetzt erst noch ein bißchen was tun.

: 10.07 Uhr.

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