Bamberger Elegien (63). Aus der Zweiten Elegie (ZF) im Hexameter.

Was denn befürchten wir wirklich? in Städten selbst… Nein, nicht den Mörder
fürchten wir da in dem Mörder; wir fürchten ein Andres, ein Etwas,
das uns ins Innere langt, das herauslangt als Urangst der Tiere,
die sich verkriechen und kauern des nachts. Wie sie zittern, daß keiner
sie hier erwittere und aus dem Unterholz zerre! Doch Tiere
wissen nicht, was sie da fürchten; es fühlt ihr Instinkt, wie wir ahnen.
Etwas von früher erahnt sich im Mord, den wir, scheinbar nur, fürchten.
Daß sich was rächen will, etwas Verratenes. Daß es uns furchtbar,
w e i l wir‘s verrieten, zurückholt – Verdrängtes, dem bleibenden Tier gleich.
Nämlich die Hände des Erlkönigs sind auf den Lappen des Großhirns
liegengeblieben, der Schauer kommt d avon. Vom Daumen des Elben,
wenn er ihn reindrückt, der nig. Gedichte erfassen‘s, die strenge
Wissenschaft nicht, wo auch Tiere zwar lauschen – sie lauschen wie Opfer -,
aber nicht hinschauen. Menschenart s c h a u t, Menschens t o l z , und will wissen.
Nur in den sesten Träumen, in denen was wartet und hinter
ren versteckt und kein Wille bewußt ist, da sind wir den Tieren
wieder ganz gleich, und Instinkt läßt uns fliehen, anstatt uns zu stellen….
statt daß wir‘s stellen, was hinter der Tür ist. Der Stolz will es sehen.
Darum die Wissenschaft, nicht nur der Glaube. Wir wolln nicht erliegen.
Wissenschaft i s t Stolz – hybrid überhobener, der uns den Wert gibt,
grundlos des grundlosen Stolzes… Was i s t er? – Reflex nur,
der physiologisch die Irrtümer in Emotionen so ausdrückt.

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