Auf Facebook: Lana Briede.

LB

>>>> Ist es ok, wenn man wenigstens zu Ostern sich sagt: heute arbeite ich nicht?

ANH (indem er das Reflexivpronomen sanft herauslöst und nach vorne umpflanzt)

Ja, ist es. Es sei denn, Sie haben I d e e n. (Ich hocke über einer Liebeserklärung an Berlin und komme zwar mit den Sätzen weiter, nicht aber mit der Form, die nicht leicht zu finden ist bei all den vielen Sätzen anderer, die es für diese Leidenschaft schon gibt. Man will ja verführen, und so allgemein Eros immer auch i s t, das Wild wäre verletzt, fühlte es sich nicht ganz persönlich gerissen.)

G l ü c k. Prima la musica, poi le parole.

HS:
…hatte eine kleine assoziation zu dem wort “maniker” in deinem >>>> tb: manikka vasagar (9. jh.): texte von ihm >>>> h i e r.
ANH:
Sorry, ich hab gerade die Tränen in den Augen… mom eben…
HS:
oh mann!
ANH:
Ich hab’s soeben ins Tagebuch notiert. Es ist unfaßbar. Solch ein Glück! Solche Schmerzen zugleich. Ach, könnte doch Literatur das ausdrücken! Könnt sie doch nur!! Wäre ich Musiker geworden, ich wäre heute ohne jeden Zweifel Autist.
HS:
sie kann’s: im zwischenraum zwischen autor und leser… hat, glaube ich, sehr zu tun mit dem nabokov-zitat, das du brachtest. denn es gibt diese momente beim lesen
ANH: Das stimmt, aber sie haben nicht diese Sinnlichkeit.
HS: es ist ein spiel zwischen wort und welt… im glücksfall (im falle eines glücks)…
ANH: Ich spüre immer ein Ungenügen… ich will immer n o c h weiter heran. Und noch weiter.

πάντα ῥεῖ oder: Heraklit, erotoman.

ER
Haben Sie gelesen? Hier will eine ihre getragenen Slips verkaufen. Wozu soll man die erstehen? Ist man ein Waschsalon?
SIE
Mich hat vorhin auch einer angesprochen, ob ich ihm meine getragenen Slips verkaufen möchte… ich trage aber nur Sets, und die sind teuer.
ER
Hatte der arme Mann das Geld für die Sets nicht? Ich meine, so sparte man sich die Waschkosten… sozusagen jedes getragene Teil wird gegen ein ladenneues getauscht… dann stiege man, nach Heraklit, nie zweimal in dasselbe Set(ting).

Das Übergangsobjekt. Netzfrauen. § 25.

Gut, erzählen Sie mir das bitte persönlich, nicht hier. Das Netz wird nämlich schnell, um es psychoanalytisch auszudrücken, zu einem >>>> Übergangsobjekt, das sich chronifiziert. Die Leute kommen dann gar nicht mehr raus – und zwar um so weniger, je größer die Bindungen an die vermeintlichen, aber doch letztlich abstrakten NetzPartner werden.
[Das Übergangsobjekt bekommt auschließliche Dauer und wird eine Art Fetisch, weil ihm der Übergang verloren ging. Dem neuen, noch nicht erwachsenen Medium Internet entspricht die >>>> „Kinderwelt“.]

§ 24 <<<<

Vorschule der Lüste. Höflichkeit & SM. DieLiebe in den Zeiten des Internets (XIII).

Ich sieze i m m e r im Netz. Das hat den Grund, daß im Netz so viele immer glauben, sofort kumpeln zu können; sie wollen einen Schein von Familiarität herstellen, den man “community” nennt, der aber letzten Grundes völlig hohl ist. Dagegen halte ich – auch gegenüber Subs – mein europäisches (und auch orientalisches) Sie. Hat man sich getroffen und s p ü r t, daß da mehr ist als nur eine völlig leere Behauptung, dann ergibt sich ein Du ohnedies von selbst.
Andererseits. Im erotischen Spiel ist es >>>> auch für den Herrn sehr erregend, außerhalb des Sexualspieles zu siezen, i m Spiel aber gesiezt zu werden. Lust kommt sehr oft aus der Differenz.

Wenn Ihnen diese Form nicht gefällt, dann ziehe ich mich selbstverständlich wieder zurück. Es gibt hier viele andere Männer, die Ihnen aber auch sofort ergeben entgegenkommen würden, nur damit sie ein Treffen bekommen. Ich würde mich also zwar freuen, Sie zu sehen, nicht aber, wenn ich dazu meinen Stil aufgeben muß.

DLZI XII <<<<

[Jetzt gehen versteckte und zufällige Links fein
durcheinander.]

Liebesrausch und Vanille.

SIE
sexuell dominant b i n ich eben einfach nicht. und vanilla-sex ist “nett”, aber lässt mich die wunde des verlustes erst recht spüren.

ER
Vanille-Sex ist d a n n mehr als nett, wenn er zum Liebesrausch wird und die Körper entgrenzt, ihre Identitäten auflöst. Im SM-Sex verarbeiten wir dagegen Traumata, was ganz etwas anderes ist und ein B e w u ß t s e i n voraussetzt, also auf der einen Seite kontrollierenden Willen und auf der anderen kontrollierte Ergebung. Das Bewußtsein im Liebesrausch muß aber gerade verlorengehen. Sonst wäre es ja kein Rausch. Jede Kontrolle verhindert ihn.

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