Im vollen Bewusstsein ihrer prinzipiellen Unvermittelbarkeit: Ackroyd, Murakami, Herbst. Bei Judith Leiß.

Wenn man jene Maßstäbe anlegt, die sich aus der Kenntnis traditioneller Utopien ableiten lassen, lesen sich heterotopische Romane wie Peter Ackroyds The Plato Papers, Alban Nikolai Herbsts Thetis. Anderswelt oder Murakami Harukis Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt eher wie eine verspielte, apolitische Parodie auf die Konventionen des utopischen Romans denn als Beitrag zu gesellschaftlich relevanten Fragestellungen. Es läge dann nahe, die Heterotopie als ein Genre zu betrachten, das nurmehr den utopischen Roman zum Gegenstand hat, nicht aber die Frage nach der guten Gesellschaft. Befragt man besagte Werke jedoch auf ihre strukturellen Eigenschaften und deren utopische Funktion, gelangt man zu dem Ergebnis, dass es sich hier keineswegs um bloße MetaUtopien ohne gesellschaftskritisches Potential handelt. Denn indem die Gegenüberstellung zweier sozialer Ordnungen in Heterotopien als Widerstreit realisiert wird, lenken sie die Aufmerksamkeit von der Frage nach der ›guten‹, also gerechten Gesellschaft hin zur Frage nach den Möglichkeitsbedingungen von Gerechtigkeit. Die LeserInnen heterotopischer Romane können die Erfahrung machen, dass der Konflikt zwischen W1 und W2 angesichts der grundlegenden Ungleichartigkeit der beiden Welten ein gerechtes, universal gültiges Werturteil unmöglich macht. Diese Erfahrung wiederum kann zu der Erkenntnis führen, daß keine inhaltlich definierte Gesellschaftsordnung für alle Mitglieder einer Gesellschaft zugleich ideal sein kann. Entsprechend disponierte LeserInnen können durch die Lektüre von Heterotopien zu dem Schluss kommen, dass somit jeder Gesellschaftsentwurf, der absolute Gerechtigkeit verspricht, angesichts des unvermeidlichen Widerstreits der Interessen und Weltanschauungen scheitern muss. Heterotopien beantworten die alte Frage nach der guten Gesellschaft also gerade dadurch, dass sie die implizite oder explizite Bestimmung eines inhaltlich definierten Gesellschaftsideals ostentativ verweigern. Durch diese Verweigerung postulieren sie eine lediglich formal bestimmbare gesellschaftliche Vision – nämlich die Vision einer radikalpluralistischen Gesellschaft, in welcher Konflikte zwischen inkommensurablen Positionen nicht gewaltsam aufgelöst werden, sondern, ganz wie es Lyotard in Der Widerstreit fordert, im vollen Bewusstsein ihrer prinzipiellen Unvermittelbarkeit ausgehalten werden.
In: → MÖGLICHKEITSDENKEN. Utopie und Dystopie in der Gegenwart,
hrsg.v. Wilhelm Vosskamp, Günter Blamberger u. Martin Roussel, München 2013

Der Herzogin Kant im Wunderland.

“More simply”:

‘Be what you would seem to be’—or if you’d like it put more simply—‘Never imagine yourself not to be otherwise than what it might appear to others that what you were or might have been was not otherwise than what you had been would have appeared to them to be otherwise.’

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Und herrlich, wie Christian Enzensberger[1]Für den Insel Verlag, Frankfurt am Main 1963.  im folgenden, dem zehnten, Kapitel

“What matters it how far we go?” his scaly friend replied.
“There is another shore, you know, upon the other side.
The further off from England the nearer is to France—
Then turn not pale, beloved snail, but come and join the dance.

übersetzt hat:

“Was macht es denn, wie weit es ist?” versetzt ihr schuppiger Galan,
“Wir kommen auf der drübern Seit’ ja auch an einem Ufer an!
Und je weiter wir hier weg sind, desto näher liegt Peru –
So zittre nicht, geliebte Schneck, und sag mit doch das Tänzchen zu!”

Auf der drübern Seit ist derart genial, daß uns ein Frankreich, das Peru ist, nicht einmal ein Wimpernzucken abringt, es sei denn, weil wir so auflachen müssen — was leider nur dann geschehen kann, wenn wir das englischsprachige Original kennen. Dagegen hat ein Jahr zuvor, 1962, Ingrid Strasser das Stück (“Vollständige Ausgabe”[2]Vollmer Verlag, Wiesbaden – von wegen!) höchst öde stanzelnd so verfalschdeutscht:

“Willst du nicht noch heut mit mir
hin zum andern Ufer gehn?

Gehen!

Zier dich nicht, mein süßer Schneck,
nimm jetzt meinen Arm,
so tanzen wir, so fliegen wir,
ich halte dich ganz warm.”

“Ganz warm“? È ???[3]Sehr kurz ausgestoßenes “Äh”. Das ist nicht einmal “nur” eine Verfälschung, sondern Kindesmißbrauch, allerdings nur, falls die Kleinen lesen oder es vorgelesen bekommen (so daß sich die Eltern mitschuldig machen, indes wohl meist guten Glaubens). Da ich allerdings annehme, daß die Frau längst gestorben ist, sehe ich wider Willen davon ab, ihre Wohnungstür mit Kartoffelbrei zu bewerfen. (Leider ist auch Walt Disney schon tot, wobei man da, allein des Dschungelbuches wegen, nach Hektolitern ankarren müßte und es zweifelhaft ist, ob eine solch Karawane LKWs unbemerkt bliebe.)

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References

References
1 Für den Insel Verlag, Frankfurt am Main 1963.
2 Vollmer Verlag, Wiesbaden
3 Sehr kurz ausgestoßenes “Äh”.

Nationale Wokeness. (Fundstück).

 

Der Himmel ist, wo die Polizisten Briten sind, die Köche Italiener, die Mechaniker Deutsche, die Liebhaber Franzosen, wobei alles von den Schweizern organisiert wird, — und die Hölle, wo die Polizisten Deutsche sind, die Köche Briten, die Mechaniker Franzosen, die Liebhaber Schweizer,
und alles wird von Italienern organisiert.

“Ist Neutralität die beste Option für die Ukraine?” Von Yanis Varoufakis /DiEM25.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine tobt weiter und es gibt wenige Anzeichen für eine Annäherung. Um diese Situation zu beenden, wird unter anderem der Gedanke diskutiert, die Ukraine zu einem neutralen Staat zu machen. Der Mitbegründer von DiEM25, Yanis Varoufakis, hat von den Vorteilen einer „Finnlandisierung“ des Landes gesprochen, auch wenn dies alles andere als einfach wäre.
Es würde bedeuten, dass die Ukraine sowohl dem Westen als auch Russland gegenüber neutral wird und eine Entmilitarisierung einschließen. Der Begriff „Finnlandisierung“ bezieht sich auf den Friedensvertrag mit Finnland von 1947 und das finnisch-sowjetische Abkommen über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand von 1948.
In seiner Antwort auf Fragen, die in unserer jüngsten Diskussion zum Thema „Wie kann der Krieg in der Ukraine beendet werden“ gestellt wurden, erklärte Varoufakis, warum dies ein fruchtbares Ergebnis sein könnte:

„Die erste Frage lautet: ‚War die Finnlandisierung nicht eine schreckliche Sache für Finnland, die ihm aufgezwungen wurde?‘ Nun, sie wurde Finnland als Ergebnis eines Krieges mit Russland aufgezwungen, aber war sie schrecklich? – Finnland war ein vollwertiges demokratisches Land. Ja, sie mussten sich während des Kalten Krieges mit ihrer Kritik an der Sowjetunion ein wenig zurückhalten. Wenn sie die Wahl zwischen einer Finnlandisierung und einer Nicht-Finnlandisierung gehabt hätten, hätten sie sich ohne Zweifel für Letzteres entschieden, wenn alle anderen Gegebenheiten gleich gewesen wären. Mit anderen Worten: nicht von Russland verschlungen zu werden. Lass mich euch sagen, dass ich schon ein paar Jahre gelebt habe, und alt genug bin, um mich daran zu erinnern, dass ich in einem NATO-Land gelebt habe, in dem gleichzeitig eine faschistische rechte Diktatur herrschte, hier in Griechenland. Und ich kann euch versichern, dass wir damals davon träumten, Finnland zu sein. Wir sahen Finnland oder Österreich – Länder, die weder in der NATO, noch in der Europäischen Union waren – als wahr gewordene Träume für ihre Bevölkerung. Und wir hatten Recht, denn Österreich und Finnland haben in einem Zustand der Finnlandisierung, der Neutralität, bemerkenswerte Errungenschaften erzielt. Es sind bemerkenswerte Ergebnisse – politisch, technologisch, im Bildungswesen, im Gesundheitswesen, in der Sozialdemokratie, und das wäre für die Ukraine heute nicht schlecht.“

Einige sind der Meinung, dass Wladimir Putin, selbst wenn ein solches Abkommen für die Ukraine zustande käme, seine Meinung schnell ändern könnte, und es damit bedeutungslos machen würde.

„Nun, das ist nicht mein Vorschlag. Es ist nicht unser Vorschlag“, sagte Varoufakis. „Unser Vorschlag wäre, dass dies das Ergebnis eines Gipfeltreffens zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Russland sein sollte, das Ergebnis eines Abkommens, eines verbindlichen Abkommens, einschließlich der Entmilitarisierung der Grenzgebiete des Donbass, das von beiden Seiten garantiert werden würde. Und Putin würde das sogar begrüßen, weil er seinem eigenen Volk, seinem Regime, seiner Partei zeigen könnte, dass er von Washington DC ernst genommen wird.“

Varoufakis besteht darauf, dass dies nur durch den Willen des ukrainischen Volkes zustande kommen sollte und nicht als etwas, das ihnen aufgezwungen wird.

„Wir sind Demokrat:innen, aber damit die Ukrainer:innen sich entscheiden können, gibt es zwei Voraussetzungen“, betont Varoufakis. Die erste bestehe darin, dass der Westen, die Europäische Union, ihnen die Wahrheit sagt und sie nicht an der Nase herumführt, denn das ist es, was die Europäische Union tue – sie verspreche ihnen Dinge, die sie nicht bereit ist zu halten. „Die Sache mit dem Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union – sie können es versprechen, bis sie schwarz werden. Aber sie meinen es nicht ernst. Berlin wird die Ukraine auf keinen Fall als Mitglied der Europäischen Union akzeptieren, selbst wenn sie das sagen, nicht für eine sehr lange Zeit. Und schon gar nicht, solange der Donbass besetzt ist, und nicht, solange die Wirtschaft in Scherben liegt. Die Ukraine muss also erst wieder aufgebaut werden, bevor es eine Chance auf einen Beitritt zur Europäischen Union gibt.“

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DiEM25 Communications

7. 3 .2022

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Fürchterlichkeiten. Friedrich Nietzsches Unentbehrlichkeit des Krieges. Mit einer Aufrüstungsspekulation, für deren Gültigkeit sogar Dreadlocks ein Indiz sind.

 

 

 

Der Krieg unentbehrlich.
Es ist eitel Schwärmerei und Schönseelentum, von der Menschheit noch viel (oder gar: erst recht viel) zu erwarten, wenn sie verlernt hat, Kriege zu führen. Einstweilen kennen wir keine anderen Mittel, wodurch mattwerdenden Völkern jene rauhe Energie des Feldlagers, jener tiefe unpersönliche Hass, jene Mörder-Kaltblütigkeit mit gutem Gewissen, jene gemeinsame organisierende Glut in der Vernichtung des Feindes, jene stolze Gleichgültigkeit gegen große Verluste, gegen das eigene Dasein und das der Befreundeten, jenes dumpfe erdbebenhafte Erschüttern der Seele ebenso stark und sicher mitgeteilt werden könnte, wie dies jeder große Krieg tut: von den hier hervorbrechenden Bächen und Strömen, welche freilich Steine und Unrat aller Art mit sich wälzen und die Wiesen zarter Kulturen zu Grunde richten, werden nachher unter günstigen Umständen die Räderwerke in den Werkstätten des Geistes mit neuer Kraft umgedreht. Die Kultur kann die Leidenschaften, Laster und Bosheiten durchaus nicht entbehren. — Als die kaiserlich gewordenen Römer der Kriege etwas müde wurden, versuchten sie aus Tierhetzen, Gladiatorenkämpfen und Christenverfolgungen sich neue Kraft zu gewinnen. Die jetzigen Engländer, welche im Ganzen auch dem Kriege abgesagt zu haben scheinen, ergreifen ein anderes Mittel, um jene entschwindenden Kräfte neu zu erzeugen: jene gefährlichen Entdeckungsreisen, Durchschiffungen, Erkletterungen, zu wissenschaftlichen Zwecken, wie es heißt, unternommen, in Wahrheit, um überschüssige Kraft aus Abenteuern und Gefahren aller Art mit nach Hause zu bringen. Man wird noch vielerlei solche Surrogate des Krieges ausfindig machen, aber vielleicht durch sie immer mehr einsehen, dass eine solche hoch kultivierte und daher notwendig matte Menschheit, wie die der jetzigen Europäer, nicht nur der Kriege, sondern der größten und furchtbarsten Kriege — also zeitweiliger Rückfälle in die Barbarei — bedarf, um nicht an den Mitteln der Kultur ihre Kultur und ihr Dasein selber einzubüßen.

Man könnte aber auch von einem selbstregulativen Prozeß der Natur sprechen – dort, wo der Mensch sich überhebt. Er, der Krieg, bringt dann b e i d e Seiten um, uns — darin die Ukraine, wie sie es verlangt, als, ja, europäischen Staat selbstverständlich enthalten — u n d die russische Nation, die zu einem kulturell wichtigen Teil ebenfalls Europa ist. Hier wird nicht mehr geschieden, Tsunamis differenzieren so wenig wie Erdbeben und Sandstürme. Auch Hoffnungsträger, etwa mein Sohn und seine Generation, werden darin zerrieben, zumal sogar Bewegungen wie Fridays for Future, diese etwa vermittels → des Ausschlusses Ronja Maltzahns, kräftig daran mitwirkt. Der humanistische Fortschritt frißt seine Kinder, wenn die Barbarei an ganz anderer Stelle, als wir sie vermuten und analysieren, also außerhalb unsres rationalen Vermögens, der Wirkgrund eines Krieges ist, jenseits nämlich menschlicher Schuldkategorien. So daß auch das Wort “Barbarei” nicht verfängt. Anders als er selbst und als wir es glauben, ist der schuldige Putinist dann gar nicht bewußter Akteur, sondern exekutierendes Mittel, das, hat es den matrisch bewirkten Naturzweck erfüllt, m i t hinweggerissen wird. Wobei sich dieser Gedanke darüber klarsein muß, daß hinter dem Prozeß kein gestaltender Wille, sondern eine – eben matrische – Struktur steht. “Matrisch”, nicht deterministisch, weil die überdies nicht distinkten Determinanten nicht zeitlich-kausel wirken, sondern in – ecco überzeitlichen – Rückkopplungsschleifen, Rückkopplungszyklen und Rück-kopplungspiralen.
Deshalb wäre, Nietzsches Unentbehrlichkeit des Krieges zu erkennen, die Voraussetzung, ihn entbehrlich werden zu lassen und endlich aus der Welt zu schaffen, und dann tatsächlich für immer — hingegen der jetzt wieder aus dem fast schon Vergessen gehobene Abschreckungswille ihn als jederzeit denkbar in der Gegenwart hält. Wir müßten diese Dialektik überschreiten, um das, was wir als Tragik fühlen, zu neutralisieren. Denn was gedacht wird, das geschieht. — Das Grundprinzp begreifen. Dazu gehört nicht der konkrete einzelne Schreckensfall, sondern etwas weit darüber hinaus. Ein gewissermaßen kosmologisches, wirkendes dynamisches Prinzip, das unter anderm nötig machte, etwa die Pandemie mit dem Ukrainekrieg zusammenzudenken.

Krieg als Kultur. Nämlich Verschlingung.

 

 

Wenn man aber den Krieg als etwas sich selbst Reproduzierendes sieht, sollte man wohl die vielen Versuche aufgeben, ihn als dem Menschen in seiner sich wandelnden Umwelt irgendwie nützliche oder dienliche evolutionäre Anpassung auzufassen Die Natur heißt uns möglichst viele gesunde Kinder großziehen – der eindeutigste Maßstab biologischer Stärke -, doch die Kultur kann diese Anweisung mit der Vorstellung konterkarierenm es sei herrlihc, als junger Mensch im Krieg zu fallen. Wir können uns, anders gesagt, nicht darauf verlassen, daß die Kultur “auf unserer Seite” ist. Wenn Sie dem Menschen die Umgehung biologischer Imperative ermöglicht, macht sie ihn damit vielleicht nur zum Gefangenen ihrer eigenen, womöglich noch grausameren kulturellen Imperative.
Ehrenreich,S. 286

 

Eine Überlegung, die eine Parallele auch zu einigen “Gender”positionen ziehen vielleicht nicht nur “läßt”, unähnlich ebenfalls nicht wokegeleiteten Ideologien wie der sogenannten Critical Race Theory:

 

(Zusammenhänge aufspüren,
auch und gerade zum Krieg.
Welt ist ein Nexus, nämlich Verschlingung.)

Adam schreibt zu Merz. Gut anwendbar auch anderswo, und über|all der letzte Satz.

[Arbeitswohnung, 6.34 Uhr
France musique contemporaine:
Hans Werner Henze, El cimarron, Die Geister]

 

Es hat ihn empfindlich gemacht und sein ohnehin stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein so weit gesteigert, dass es manchen in der Partei zu viel wurde. Die Bonzen, die überall, nicht nur in der CDU, den Ton angeben, achten sorgfältig darauf, dass keiner an ihnen vorbeizieht, der höher hinauswill als sie; und das dann auch noch zu verstehen gibt.
Denn reden kann Merz, besser als die meisten. Der legendäre Bierdeckel, auf dem, wenn es nach ihm gegangen wäre, ein Steuerbescheid hätte Platz finden können, steht für sein Talent, Politik anschaulich zu machen. Er wollte das Steuerrecht so weit vereinfachen, dass sich jeder aus eigenem Vermögen ein Bild davon hätte machen können, ob ihm zu Recht genommen und gegeben worden war; was leider nach wie vor unmöglich ist.
Die Besitzstandwahrer haben sich durchgesetzt und eine Steuerreform, die diesen Namen auch verdient hätte, hintertrieben. Die Leute sollen zahlen, und weil sie das umso verlässlicher tun, je weniger sie von der Sache verstehen, ist alles so geblieben, wie es war*.

Konrad Adam, 19.1.2022

***

[* Weshalb meine Steuer selbst zu ‘erklären’ ich  mir seit Jahren jeweils
selbst erarbeitet habe. Auch hier geht es um Selbstbe- und, was manchen
besonders aufstößt, –ermächtigung. Das Selbst ist bestimmt durch
was uns bestimmt. Darum kann nur gelten, sich niemals abhängig zu machen,
schon gar nicht von, danke, Herr Adam, Bonzen. Zu denen selbstverständlich
Bonzinnen genauso gehören – ein Umstand, den das generische Maskulinum
in Sätzen wie Ihrem tatsächlich einmal unterschlägt.]

***

Und noch so eine, hier schon sozusagen geniale Konradvolte:

In Deutschland, wo der Konsens blüht.

Man muß seine politische Ausrichtung nicht teilen, um zu wissen, er habe hier recht. Man kann nur stolz darauf sein, ihn  lesen zu dürfen.

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