ANH an Liligeia, fünfter Brief: Geschrieben am Sonnabend und Sonntag, den 23. und 24. Mai 2020. {Krebstage 25 & 26: Chemo, Nebenwirkungen – heute und hier zu deren bislang, ja, krassester).

[Nefud, 23. Mai. Nach der vierten Nacht
8.35 Uhr]

 

Und nun zu, endlich,

Lilly, Dir:

Ja, Misignora,

ich beharre auf meinem, weil unserem Du, das eben als Tattoo nicht ich in unsre Haut gestochen habe, sondern Du selbst, wie ich es bereits schrieb, bist es gewesen, mir näher zu kommen (geschweige zu “treten”, intrudiert hast Du Dich mir!) — und ich soll den Usurpator, die Usurpatorin nunmehr auch noch siezen? Oh nein, Du provozierst mich nicht – auch nicht mit der nun wahrlich Purzelbäume schlagenden Bosheit Deines Briefes der Donnerstagsnacht, mit deren folgendem Morgen der erste wirklich gute Chemotag begann und den sie aber, meine vertraute Phyllis Kiehl, kaum (erzählte sie in Facetime) habe zuende lesen können – so sehr habe er ihr, ihr!, wehgetan. Doch auch, daß Du mir diesen ganzen nun Tag über, dieses mein großartiges Gestern, aufs infamste zu zerstören unternahmst, um all Deine Flüche  Wirklichkeit werden zu lassen, wird mich nicht bewegen, auch nur eine selbe Münze zu prägen, um Dich mit ihr zu zahlen. Im Gegenteil, ich bin sogar sehr froh, daß mir, diesen Kampf zu bestehen, in einem Zustand bester Gelassenheit abverlangt worden ist und nicht in einem der physischen oder gar psychischen Dekonstruktion. Denn abgesehen von diesem einen – was einmal zweieinhalb Stunden, dann, nachts, ein zweites Mal weitere nicht ganz anderthalb lange durchgefochten werden mußte – ging es mir gestern weiterhin prächtig bis in die Nacht: kein Übelsein, kein Schmerz, kein Kribbeln in Fingern und Zehen, keine beginnende Entzündung der Mundschleimhaut, keine Konzentrationslosigkeit, keine Erschlaffung. Und: keine Tabletten übern Tag, nur vorm Schlafengehen ein Melatonin und eine halbe Zolpidem, zu der indes — लक्ष्मी und einem ihrer Freunde sei Dank, der es eigens für mich hergestellt hat — etwas hinzukam, das ich nunmehr versuchte und weiterversuchen werde (und das auch mich “versucht”: dies Wort in einem andern Sinn), nämlich ein hochprozentiges, hochkonzentriertes THC-ÖL, erst nur am Abend je als ein einziger Tropfen genommen, um die Wirkung auszutesten, dann vorsichtig zu steigern.
Auf Cagliostros Empfehlung – ich nenne ihn aus rechtlichen Gründen so (als einen weitren Helden meiner Jugend): – ließ ich die Schmerztablette dafür weg … — und was muß ich Dir, meiner liebsten Tumorin, nun sagen? Du wirst es hassen, ich weiß, aber ich schlief beschwerdelos von 23 bis kurz nach 5 Uhr morgens durch, unternahm dann meinen kurzen Wassergang, legte mich noch einmal hin und schlief weitere fast anderthalb Stunden, um nun erst recht ohne eine Beschwerde wieder aufzuwachen, und war überdies bestens gelaunt (———

 

[Nefud, 24. Mai. Nach der fünften Nacht
6.37 Uhr]

 

———); ganz wie heute morgen auch, darf ich ein nun schon nächstes Mal schreiben. Gestern habe ich zur Nacht sogar nur den Tropfen THC-Öls genommen und davon von elf bis halb fünf durchgeschlafen und dann noch eine Stunde länger. Abermals keine Beschwerden, von einem sehr sehr leichten, fast nur erahnbaren Übelsein im Hintergrund abgesehen, das nun, nach dem Frühstück, auch noch despariert ist. So auch scheinen Ihre, Misignora, Wünsche zu zerflattern, ich möge mir die Seele aus dem Leibe kotzen. Wozu ich übrigens nicht ein einziges Mal auch nur entfernt versucht gewesen bin, bisher.
Wobei Sie, Misignora, aber ja zuvor, vorgestern nunmehr, einiges geleistet haben, mich tatsächlich zu zermürben. Sie wissen, Liligeia, genau, was ich meine — ach, aber Li, wenn Du glaubst, ich behielte dieses, weil es tatsächlich den Schambereich verletzt, nein, die glühenden Zigaretten der Wut in ihm ausdrückt, – behielte es für mich, um nicht nur am Geschehen selbst, sondern nicht auch noch an der Würdelosigkeit zu leiden, in die mich ihre Darstellung vorgeblich stieße, so wirst Du Dich, mein Tumorchen, auch hierin irren. Es ist stets eine charakteristische Kraft meiner Poetik gewesen, die Dinge tatsächlich alle zu benennen, ohne daß ich auch nur die Spur meiner Würde verlor. Genau darin lag offenbar einiges derjenigen Provokationen, die meine Stellung als Dichter den Vermittlern, Kritikern wie Buchhändlern, doch schließlich wohl auch Leserinnen und Lesern immer so heikel machten. (Wie mich seinerzeit, als der Prozeß um MEERE angelaufen war, die ZDF-Regisseurin fragte: “Wieso, Herr Herbst, müssen Sie immer so genau hinsehen?”) Hier akzeptiert wer kein Tabu und schon gar nicht Mehrheitsstimmung (auf die sich die meisten, bekanntermaßen, “Meinungen” letztlich zurückführen lassen).

Also, Lilly, ich deutete es schon an – wir sprechen hier von den Nebenwirkungen der  bisherigen Chemo ..: will sagen, der Verstrahlungen, denen ich Reisender auf meinem Zug durch die Nefud ausgesetzt bin und wohl noch knapp sieben Wochen lang bleiben werde. Die bekanntesten nannte ich schon, sie schlitterten bislang fast spurlos an mir ab. Mit denen hast Du kein gutes Blatt auf der Hand… außer einem, mit dem gar niemand rechnet (nicht mal die Beipackzettel tun es, auch nicht die Erläuterungen der chemischem Substanzen der Therapie-selbst). Diese Karte traf mich nun heftig. Da hast Du einmal richtig gewonnen! Nur ist “treffen” nicht das treffende Wort. Aber ich weiß, wie sehr Sie, Liligeia, diese mir zugefügte Erniedrigung genossen! Und wie Sie darauf geharrt haben müssen, ja drauf gierten, daß ich ihrer endlich in vollem Ausmaß bewußt werden würde.
Was nahezu vier Tage brauchte, parallel quasi zu → Ihrem zweiten, derart bösen Brief. Wie schreiben Sie darin? Ah ja!: “Sie mehr als mich soll sie quälen, diese Chemo … viel, viel mehr als mich! Dafür werde ich sorgen!” In diesem, darf ich “Fall” schreiben? ist es Ihnen wahrlich gelungen. Und ich sehe Sie vor mir, anderthalb Etagen über dem Geschehensort in meine ösophage Organik mit den spitzen Beinen → Ihres schlimmen Wappens (dem ich nun, siehe den Briefkopf, das meine, in dem es unter dem Kranich ein Lamm gibt, entgegensetze) einge-, ja, –graben und jede Verrenkung verfolgen, der ich mich aussetzen mußte, um loszuwerden, irgendwie loszuwerden, was da in mir wie ein trockenes, dickes Brennholz stak und eben nicht herauskommen wollte. Doch ich jammere nicht, wir sind nicht auf der Welt (wie → Erdelmeier einmal sagte), um klein zu sein, sondern meine Perspektive erlaubt sich jetzt — Komik. Die nehm ich mir hier, meine Krebsin, gegen jeden “guten Geschmack” heraus – und zwar als einen Slapstick, mit dem Du erst recht nicht klarkommen wirst, geschweige ihn irgendwie zu goutieren weißt, zumal er dem wie auch immer gequälten Komödianten die Würde völlig beläßt.

Was wir benennen, Lillilieb, ist fast schon beherrscht. Lerne, Ligeia, lerne von mir.

Also. Was geschah?
Ich habe → schon dort davon geschrieben (und gehofft, es bei dieser Andeutung belassen zu können), merkte aber dann, was hier wirklich auf mich zukommen würde. Immerhin, es “traf” mich, dafür bin ich dankbar, an einem guten Tag.
Nahezu stets ist mein Stoffwechsel in Ordnung, ist mehr als bloß verläßlich gewesen, lebensbislanglang. Indes begann er nun, bereits am ersten Tag der Nefud,  übel zu stocken. Sie dürfen das gerne im Wortsinn verstehen. Gewarnt war ich Reisender aber vorm Gegenteil gewesen, vor Situationen mithin, in denen man von dem Kamel nicht schnell genug mehr herunterkommt. Davon, in meinem Fall, war weder Rede noch später auch nur entfernteste Tat. Sondern es ballte sich, ballte sich in mir zusammen, wurde eine furchtbare, so muß ich es nennen, Masse, die sich in mir drin immer weiter verdichtete und mir zunehmend unheimlich wurde, weil sich wiederum mit ihr nicht verband, was von solchem Zustand zu erwarten gewesen wäre: Engegefühl, Krämpfe, Schmerzen – nichts dergleichen, nein, was solch einen Grad von Verstopfung begleiten hätte müssen. So ist “unheimlich” das genau richtige Wort. Und wenn ich → Dich anschau, Dich Lilli auf dem Felde, dann weiß ich sehr genau, warum.
Doch wie nun auch immer. Noch dachte ich, die Angelegenheit mit solch  einem Dingerl erledigen zu können, das wir, Herr Doktor Faisal hatte recht, tatsächlich auch bekamen, als wir die erste Oase erreichten. Hier war es sogar leichter als in Berlin, wo ich tatsächlich dreimal vergeblich fragte; nicht bei Roßmann, nicht in der ersten Apotheke kannte man das Ding, das ein sozusagen fixer Bestandteil meiner Kindheit gewesen ist, weil uns Brüdern → die Omi damit regelmäßig malträtierte, wenn wir Buben Würmer hatten. Vor fünfundfünfzig Jahren kam so was ziemlich häufig vor; es war noch nur wenig Obst gespritzt, das in den Läden auslag, und was wir rings aus den Obstgärten klauten, war es erst recht nicht. Umso weniger erschließt es sich mir, weshalb es ausgerechnet an dieser Oase solch ein Birnspritzchen gab.
Wobei. Unter einer Oase in der Nefud wirst selbst Du, meine Li, Dir etwas völlig Falsches vorstellen. Von 1001Nacht war nix zu sehen, von ein paar aber wie gerupften Palmen mal abgesehen. Ihr Zentrum erinnerte mich viel mehr an eine Gasoil-Station am Rand der Namib. Wo genau in diesem Hüttchen vor sich gehen würde, was vor sich zu gehen auch hatte, und zwar geschlagene fast zweieinhalb Stunden lang:

Unseren Zug gen Aqaba hielt das, Du weißt es, ziemlich sehr auf. Doch niemand mit mir, wohltuenderweise, hatte Mitleid; es zeigte sich ein sozusagen asiatischer Charakterzug, bzw. die kulturelle Codierung, die uns in der Würde beläßt: zwar jede und jeder bekommt mit, was geschieht, aber niemand nimmt es wahr, geschweige daß er’s behielte und dann herumtratschen würde. Vielmehr, es ist, vielweniger also, als wäre nie was passiert.
Und was da aber passierte, passieren mußte! Klar war mir das schon am Ende des zweiten Tages geworden, nun, am Ende des dritten, war es akut. Zumal Do, mit der ich telefonierte, dringend warnte. Sogar ein Wort vom Darmverschluß stand im Raum. Sie, die frühe langjährige Gefährtin, hatte in ihrer unmittelbaren Nähe einen Fall, der ins Krankenhaus überführt werden mußte, wo man dem armen Menschen innert dreier Tage herausoperierte, was von allein abgehn sollte. Und wo sollte ich, in der Nefud, jetzt ein Krankenhaus herbekommen, und wie lange würde Aqaba dann noch warten müssen? Nein, ich mußte es im Wortsinn eigenhändig angehen.
Worauf Du so gewartet hast, was Du mir antun wolltest und nun mich selbst mir antun ließest.
Warmes Palmöl, Wasser, Kamelmilch: so Faisals Rezept. (Do sah vorher noch Movicol vor: “Trink das, und zwanzig Minuten später geht es los.” Nix ging los, auch nicht nach dem zweiten Beutel. Nicht mal nach sechs Stunden. Dr. Faisal war diesbezüglich skeptisch höchst zurecht; seine Mischung erwies sich als eher geeignet.)

Man bittet als Herr nicht um Hilfe.
Man schließt sich allein ins Kabüffchen ein. Wobei ich nach einer Stunde schweißtreibender Anstrengung als allererstes lernte: erst mal mich komplett ausziehen, dann die nächste Drück- und Zieh- und Pulaktion, dann unter die Dusche und, wenn abgetrocknet, weiterhin nackt aufs Örtchen zurück, weil es nämlich alles eine Riesenschweinerei ist. Gummihandschuhe, etwa, sind unabdingbar: bloß nicht die ohnedies von der Nefud angegriffene Schleimhaut noch mit den Fingernägeln verletzen, wenn man hineinstößt und drin herumgräbt. Man muß bei sowas nämlich rein, und  zwar so tief es eben geht. Da lernst du wirklich Anatomie, was Wendelungen, etwa, sind. Es hilft nichts, Du mußt versuchen, meine Schöne, die Kacke mit den Fingern herauszuziehen. Was aber auch nicht geht, sondern Stückchen für Stücken – quasi sind es enorm feste Kugeln, die sich kaum ablösen lassen – brichst Du ab und pulst Du hervor. Dazwischen immer wieder das Flüssigkeitsgemisch ins Klistierchen.
Riesenschweinerei, ich versichre’s Ihnen! Welch Glück, daß gleich nebenan die provisorische Dusche. Aber nicht nur Schweinerei, sondern vor allem Akrobatik! Versuchen mal Sie, für sowas die richtige Stellung zu finden … – Irgendwann, nach zwei Stunden des ständigen sich irgendwie im Halb-, Viertel-, Achtelsitzens Vorbeugens und Verbiegens, zumal nun immer gleich beide Unterarme und Hände hinter sich, doch Naß und Stuhl wolln nicht zusammen, stoßen sich ab, es läuft nur noch so aus einem raus, ohne daß aber abgeht, was abgehen muß … – irgendwann dann ein Schmerz quer durch den Oberschenkel und der innere Bannruf: “Jetzt nicht auch noch einen Krampf!” — An sich halten, Konzentration, bloß nicht die gute Laune verlieren,
Ich hatte wirklich Glück, nein, war gesegnet, daß ich diese Aktion nicht unter noch anderen Beeinträchtigungen durchführen mußte. Nein, es war – und ist’s gewesen nach wie vor – ein ganz wunderbarer Tag für mich, voller Sonne draußen und drinnen, ohne Übelkeit, komplett schmerzfrei; selbst Appetit hatt’ ich enorm.  So daß ich diesmal alleine deshalb wenig aß, um nicht der Masse, die so dringend hinausmußte, noch weitere Masse beizutun. Davor hatt’ ich, Ligeia, Respekt.

Ah, ich weiß, Du hast Deine Rache genossen und genießt sie, oh Lilli, immer noch weiter. Denn völlig ist das Problem nach wie vor nicht gelöst, meine Darmperistaltik komplett durcheinander. Aber ich werd’s in den Griff kriegen. Wir passierten auch heut’ schon die nächste Oase, hat Dr. Faisal mich beruhigt. “Und was halten Sie von Macrogol?” habe ich ihn eben gefragt und damit einen Hinweis Björn Jagers aufgegriffen, der nach Lektüre meines letzten Tagebuchs das Medikament mir empfahl. Freunden von ihm, die ähnlich gelitten wie ich, habe es sehr geholfen. Wobei ich selbst tatsächlich zu leiden gar nicht das Gefühl habe. Ich kämpfe, das ist was andres. Auch die Aktion auf dem Klo war kein Leid. Leid ist: keinen Sinn mehr zu fühlen.
Und dennoch, stellen Sie sich das Örtchen danach vor, wie es hinterher also aussah, als dann mit quasi einem Rutsch, ohne daß ich noch nachziehen mußte, aus mir das Letzte herauskam, mit einem Rutsch und einem Wahnsinns-Platsch!. Was das war, weiß ich noch jetzt nicht zu sagen. “Stuhl” kann niemand es nennen. Ganz gewiß nicht humanoider Herkunft, ist es tiefschwarz, teerig und so kompakt, daß sogar, als ich alles hinwegspülen wollte – um nämlich den Slapstick komplett zu machen, der natürlich obendrein stank (“natürlich” ist natürlich nicht das richtige Wort) –, die Toilette-selbst verstopfte, also das Rohr unter der Schüssel, und zwar so sehr, daß ich mich mit Hand und halbem Unterarm hineinstoßen mußte, um irgendwie zu lösen, was Zement zu werden bereits im Prozeß war. Bevor es ihn abschließen konnte und das gesamte Klo hätte entsorgt werden müssen, indem man es erstmal in tausend porzellanene Stücke zerschlüge. (In der Architektur nennt man sowas einen Rückbau.)
Das Zeug ging ohne weiteres nicht einmal von den Gummihandschuhn ab, wie als fräße es sich in sie hinein – und in der Tat, beim Versuch, sie wieder sauberzubekommen, zerfiel ihr Gummi und löste sich auf. Nein, ich übertreibe nicht. So werd ich mir gleich nachher, wenn wir diese nächste Oase denn erreichen, am besten einen ganzen Vorrat besorgen. Schaden kann es eh nicht. Wenn aus der Nefud in Berlin wieder zurück, habe ich im Zweifelsfall ein Vorrätchen für meine Mme LaPutz; dann wäre alles bestens gelaufen, so ziemlich jedenfalls.
Und erneut: splitternackt, klar, unter die Dusche, danach das Klo saubergeputzt, alles, Boden, teils sogar die Wände, dann abermals unter die Dusche. Der stolze, stolze Alban Herbst.

Je nun, und nun, Ligeia? Da ich nun dies erzählt, habe ich an ihm verloren, dem Stolz? Vergiß es! Es war nicht mehr als eine zugegebenermaßen etwas lästige, auch mühsame Prozedur, die ihre – mit Abstand betrachtet (und vorausgesetzt, wir schauen sie im gegenwärtigen Kino an, das Sensationen des Geruches noch so wenig wie das Fernsehen kennt) – durchaus Komik hat. Nein, nicht wegen “mitten in der Wüste” oder des Bades (bzw. des in der Nefud höchst rostigen, nahezu frei ragenden Wasserrohres an einem noch viel zerfresseneren Gestänge) gleich nebenan, sondern “einfach” an sich, was überdies für weniger sportliche, vor allem auch körperumfangreichere Menschen als mich in der Tat Tortur gewesen wäre, für mich aber nur ein kleines athletisches Zwischentraining war, das mir seit Corona ja sowieso fehlt und nunmehr auch verboten ist, im Sportstudio jedenfalls. Eine Covid-19-Infektion wär grade jetzt nicht produktiv. Aber sage, Lilly, mir, daran hast Du  noch gar nicht gedacht? Oder doch – und fürchtest Dich selbst vor dem dann zu schnellen Ende? – Schon deshalb: Nein, der Haß aus Deinem letzten Brief hat mich nicht mal berührt. Ich sage Dir, was ich schon vielfach, andren nämlich, schrieb und sagte: Ihr könnt mich töten, aber nicht beugen.  Und wenn Ihr mich vor Schwierigkeiten stellt, selbst vor die der psychischen Vergeblichkeit, so wird es meine Kräfte rufen statt sie schwächen, und dies, bis ich dann wirklich, eines Tages, sterbe.
Momentan, nach dieser Unterleibsaktion liegt mir dies ferner als je. Ich war immer auf der Seite meiner Organe, auch denen anderer Menschen, so ich sie denn liebte, habe unsere Organik immer besungen, das wirst auch Du nicht ändern können, geschweige mich zurücknehmen lassen. Das Wunder der Chemie bleibt größer als das irgendeines GOttes noch durch den Krebs, durch Dich, hindurch, die Krebsin Λίγκλια καρκίνος. Und da, zwischen Kloverschlag und rost’ger Außendusche, zeigte sie halt a bisserl Humor: auch sie, Chemie, bewegt sich geschmacklich nicht immer auf höchstem Niveau. Mehr, o schöne Sirene, ist nicht gewesen. Ich meine, wenn das schon alles ist an schlimmen Nebenwirkungen meines Nefudhindurchkarawanens, dann kann ich wirklich zuversichtlich sein, und Dich — Dich darf ich, Lililein, mal einfach ein bißchen auslachen heut.

Und dann, schöne Sídhe, als heute dieses Briefes Abschluß: Seit Cagliostros THC habe ich keine Tablette mehr nehmen müssen, einfach durchgeschlafen, ohne Schmerzen, wohlstgemut erwacht. Da meinst Du in der Tat, mich erpressen zu können oder auch nur in Harnisch zu bringen? Besser wäre doch – für uns beide, Lilifee –, Du nähmest wieder die Circegestalt an, in der ich Dich erstmalig sah, in der Du zu mir erstmals sprachst und schliefest paar Jahre später genauso mit mir, besser, ja, besser, Du wandeltest Dich jetzt in einfach sie zurück und wir legten uns aneinander — ob oben Du, ob oben ich, das würden wir schon sehen. Wir hörten eh erst einmal zu, uns selbst zu und der Musik, die ich für jetzt uns ausgewählt hab:

Beethoven,  Rasumowski II op.59.2

Dir gut, ob Du es willst oder nicht:
A.

Aus der Nefud, Phase I (1): dritter Morgen. Krebstagebuch, Tag 24 – mit dem Arbeitsversuchsjournal des Freitags, den 22. Mai 2020. Allerdings eine ungeheure Entdeckung darin.

 

[Nefudlager,, 6.32 Uhr
Schubert, Streichquartett 15 G-Dur, Pražák Quartet)

Schön sieht sie aus, die Nefud, auf Arabisch geschrieben: صحراء النفود, und ich schlage vor, diese Wörter (Ṣaḥrāʾ an-Nafūd) fortan stets anstatt des profanen “Chemo”s zu sprechen. Sie haben den magischen Klang der Beschwörung und entsprechen somit den → Namen. Jedenfalls werde ich es fortan so halten, zumal diese Wüste ganz gewiß nur selten mit Musiken in Verbindung gekommen ist, wie sie sie nun kennenlernt. Gestern abend, kaum daß sich – ein nicht nur herabsausender, nein –knallender Vorhang – die Dunkelheit auf … nein!, bis  unter uns gestürzt hatte und es sofort beißend kalt geworden war, hatte ich, nachdem noch eine Decke über die Schultern meines Gewandes geworfen, mein bose-Zauberkistchen vor das Zelt gestellt und mich zu beiden (vor das eine, nebens andere) gesetzt, um meiner Entdeckung des Tags zuzuhören. Der milliardenfach gestirnte Himmel rief zur Ewigkeit. Schubert starb nur ein Jahr nach Beethoven, stellen, Geliebte, sich sich das nur vor! Und hinterließ ein Streichquartett, das quasi niemand wollte: die Nr. 15 in G-Dur und das extrem von Beethovens späten Streichquartetten beeinflußt ist, ja ohne sie nicht denkbar wäre, die uns noch bis in die Fünfzigerjahre von führenden Musikkritikern für “mißlungene Musik” ausgegeben wurden. Man muß sich fragen, wo die denn ihre Ohren hatten? (Man muß sich das heute noch fragen, für die Heutigen, bitter fragen; seit es Kritiken gibt, ist es so; die  meisten sehen nicht – können’s offenbar auch nicht, geschweige denn zu hören –, was ihres Berufes hätte doch zu sein! Daß es so nicht ist, wäre hinzunehmen, hätten nicht sie, die Vermittler, unterdessen den Status von “Stars” ebenso eingenommen wie in der Bildenden Kunst die sogenannten Kuratoren, bei denen es wurscht ist, ob man mit oder ohne weiteres Sternchen hinten ein “innen” noch dranhängt.)
Ich saß und schloß die Augen, die Wüste war ganz still – abgesehen von dem dauernden Nachtheul des Windes, das aber nichts als unentwegtes, doch hohles Pfeifen war und durchaus mit dem Rauschen zu vergleichen, das wir in Konzerthallen und Opernsälen vernehmen, wenn wir die Sinne darauf konzentrieren. (Sollte man nicht tun, jedenfalls nicht darauf. Es lenkt genauso ab, wie wenn wir uns in einem Gespräch bewußt auf die “äh”s in den Sätzen des Gesprächspartners fokussieren: Schließlich hörn wir nur noch die.)
Ich war froh, von dem Dromedar herunterzusein; den ganzen Tag über war mir von seiner Schaukelei, aber auch morgens mit dem Aufwachen schon, unterschwellig schlecht gewesen — eine der typischen, allerdings nicht so schlimmen “Neben”wirkungen der Nefud, daß ich hätte → einen der Blauen Fische schlucken müssen. Das habe ich bislang erst nur einmal getan, vorgestern, und es hatte schon deshalb nicht viel gebracht, weil mir nicht klar war, woher die Übelkeit rührte, ob tatsächlich von der Nefud oder daher, daß ich auf ein bestimmtes Essen mit Widerwillen reagierte. Passiert mir nämlich grade dauernd.
Mit Kokosöl ging’s los, das लक्ष्मी mir für diese Reise besorgt. Habe ich es in ein Getränk eingerührt und nehme davon, steigt mir fast sofort der Magen – eine Reaktion, die sich unterdessen auf anderes übertragen hat, zum Beispiel auch mit, völlig bizarr für mich, ausgerechnet Käse. Den Vorrat bester Sorten, den ich mir angelegt hatte, mußte ich jetzt, damit er nicht verdirbt, in die Kühlschläuche geben. Doch seit ich in die Wüste eingeritten bin, reagiere ich auf meine frisch gepreßten Säfte genauso, mit dem höchst zweifelhaften “Erfolg”, daß ich noch weiter abgenommen habe und nunmehr, mit einsachtzig!, weniger als 69 kg wiege. Angesichts dessen, was bevorsteht, ist das alles andere als gut. Weshalb mir Freunde Päckchen mit sogenannter Astronautennahrung geschickt haben, der uns nachgerittene Bote erreichte das Lager gestern nacht, da war das Streichquartett schon ausgeklungen, ich hatte mich grad auf und unter meine Teppiche zurückziehen wollen (so nämlich verbringt sich die Nacht hier am besten: auf und unter Teppichen, die, tags zusammengerollt, von den Lastenkamelen mittransportiert werden) – nicht zu fassen, daß er Hadschi Halef Omar hieß! aber dann ging der Name mit Mohammad Kadar Ibn Safi weiter, was ich eigentlich hätte, wie Ralf Wolter, auswendig lernen müssen, um ihm die Ehre zu erweisen. Nur starb auch Lex Barker bereits sehr früh – mit 54! früher als selbst ich’s noch schaffen könnte, mit fünfundsechzig hab ich sogar schon meinen Vater überlebt – und außerdem war ich dennoch zu müde, mußte obendrein der einen Melatonin und halben Zolpidem eine Schmerztablette hinterherschlucken, weil sich das fürs Schlafen als hilfreich herausgestellt hat: Dann wache ich nämlich nur einmal auf, um die zwei Uhr nachts herum, erledige meinen Wassergang, leg mich wieder hin und schlafe durch bis fünf. Das ist allerbestens. Und seit heute früh sogar, ohne daß mir übel ist. Gestern hingegen ging’s damit ziemlich unleidlich zu und hielt sich fast bis mittags durch, als längst mein Reittier das seine dazutat. Und die glühende Hitze.
Die nun noch eine für die Nefud typische Nebenwirkung verursacht hat, vor der mich schon mein Faisal Josting gewarnt hat; ich bin deshalb überaus froh, diesen Wüstenarzt bei mir zu haben. Sein Rat ist unschätzbar, auch wenn meine Hausärztin vor drei Tagen, nachdem ich ihr erzählt, Faisal habe gesagt, → daß er meine Erkrankung für heilbar halte, überraschend überrascht “Sportlich, sportlich!” von sich gab. Was mir nun nicht mehr aus dem Kopf geht und also durchaus nervt, vor allem nachts. Denn → der andere Faisal, Lawrences also, war auch von der arabischen Freiheit überzeugt: daß sie kommen werde – was nicht kam. Genies wie T. E. Lawrence werden von den Kuratoren für völlig andere als ihre eigenen Interessen benutzt und können sich auch dann nicht wahren, wenn diese “Kuratoren” Diplomaten oder sonst etwas aus den bürgerlichen Berufen sind.
Doch schlimmer… nein, unangenehmer (wirklich “schlimm” war davon bislang noch nichts) … unangenehmer sind die zwei weiteren “Neben”wirkungen, mit denen ich derzeit zu tun habe. Ich habe Ihnen, Freundin, schon vom Grundgedanken der Nefud erzählt (wenn wir eine Wüste denn mal “Gedanke” nennen dürfen, ein arger Mystizismus, ich weiß): nämlich die sich im Körper auffällig schnell teilenden Zellen anzugreifen, zu denen solche wie meiner Tumorin → Lis eben gehören (auf die ich gleich noch gesondert zu sprechen kommen muß). Leider aber zählen auch die Zellen der Mund- und Darmschleimhäute dazu (ebenso wie Haar und Horn) … und tatsächlich, leider, wurde gestern mein Mundinnres höchst empfindlich, fast schon aphtisch. Vor Jahren, in meiner römischen Zeit, hatte ich sowas schon mal. Weshalb ich es kannte. Und hatte nicht Faisal auch davon erzählt? Hatte er, ja, aber er schlief bereits, ich mochte ihn nicht wecken. Schaute statt dessen meine Medikamente durch. Ah, ich erinnerte mich, Dexamethason, ein Kortikoid: dafür war es da. Also vorm Schlafen auch das noch geschluckt. Und in der Tat: Heute früh ohne jede Beschwerde (auch schlecht ist mir nicht, und Schmerzen habe ich nicht).
Dennoch, bizarr ist alles das schon: Ich, der zeitlebens ein Tablettenmuffel bis schärfster Tablettenfeind gewesen bin, schlucke nun das Zeug im Akkord: Und das einzige, was mich dabei beruhigt, ist, daß ich’s wüstenhalber tue, allein der Nefud wegen. Am Berliner Schreibtisch hingegen hielte ich’s kaum aus.
Und eine weitre Nebenwirkung hat mich erwischt, die, wenn ich über sie schreiben soll, heikler, nämlich schamheikler ist. Noch weiß ich wirklich nicht, wie mir ihr so öffentlich umgehen. Außerdem ist für sie die Wüste wiederum blöd: Ich brauche sozusagen eine Dauertoilette – aber nicht, weil’s unten nur so herausschießt, sondern weil im Gegenteil alles zwar da ist, aber komprimiert zu einem Pfropf oder har mehreren Pfröpfen von geradezu Brennholzdichte und -trockenheit. Das kommt nicht voran, nicht voraus, sondern müßte abgebrochen werden – ein Umstand, der meinen langsam schwindenden Appetit und meiner bereits geschwundenen Eßlust erst recht nichts mehr entgegensetzt. Ich fürchte, nur hoffen zu können, daß es in der nächsten Apotheke eine Drogerie gibt, die Birnspritzen führt. Mit sowas, sagte eben Faisal (und lächelte höchst süffisant, ich sah’s sogar durch seinen über die Nase gezogenen Shemagh), bekämen wie die Sache schnell in den, nun jà, “Griff”: “Warmes Wasser und Öl, mein Freund, und Sie sind’s los.”
Nur, wann werden wir die nächste Oase erreichen? Sehr bald? O bitte, bitte sehr bald! – Faisal, weise, schwieg. Aber lächelte er? Tat er, ja, es war an den Fältchen je seitlich der Augen zu sehen, die sich zum Himmel richteten: إن شاء الله

Aber das alles erst heute morgen, nachdem ich ohne jede spürbare Nebenwirkung aufgestanden war und mit meinen Mokka bereitet hatte; da streifte Faisal katzenpfötig von der Seite heran und grüßte in der edelsten Form: “السَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللهِ وَبَرَكَاتُهُ!” (“Allahs Friede und Barmherzigkeit mögen auf Dir liegen wie sein Segen”). “Ihnen”, mein Freund, grüßte ich auf Deutsch zurück, “der Göttinnen Allerreichstes auch.” – Er runzelte nur kurz die Haut unter seinen zusammengewachsenen pechschwarzen Brauen, dann ging die Wärme eines zuinnersten Lächelns durch sein Gesicht, das sich dennoch nicht, nicht einen Millimeter, verzog, sondern jeglich’ Würde ruhig wahrte. – Ob er sich zu setzen  dürfe? – Ich umschrieb den Halbkreis mit meinem rechten Arm, dessen Hand schließlich in der Luft über einem Kissen schweben blieb. Mit der anderen Hand hinter mich langend, holte ich ein zweites Mokkatäßchen aus dem geöffneten kleinen Karton.
Es sei da, hub er, Faisal, an, gestern in der Nacht eine Musik gewesen, die ihn beeindruckt, aber auch verstört habe – etwas “von drüben her” (sofern ich sein “من وراء” richtig verstand, “from over there” fügte er, nunmehr profan, auf Englisch hinzu). Es sei wie ein andrer أَذَان von andren Minaretten (“like another ذَان from other minarets”). – Er meine sicherlich den Schubert. Ja, auch mir sei das Stück neu und ebenso erschreckend, aber auch voll der Erkenntnis gewesen und einer Liebe, die so unpersönlich, daß wir sie kaum noch menschlich nennen könnten; derart “allgemein” klinge sie, was ja nichts als ein anderes Wort für abstrakt sei. “Sie meinen ‘göttlich'”, sagte er. “Ich meine: ewig”, sagte ich.
Er würde sie gerne noch einmal hören, zusammen mit mir.
Wir haben Glück, nein: Segen, und zwar zweifach; zum einen, weil wir über Satellitentelefone mit dem Internet verbunden sind; zum anderen, weil es bei Youtube eine Aufnahme gibt, die mir sogar noch essentieller, weil radikaler vorkommt als die durch das von mir gemeinhin favorisierte Alban-Berg-Quartett, nämlich diese dort:

Sie ist im Wortsinn ungeheuer. Sowie sich heute Zeit finden wird, wahrscheinlich gegen Abend, wenn wir den nächsten Ruheplatz gefunden haben werden, werde ich ihr zusammen mit meinem, ja, Freund? abermals lauschen. Jetzt aber, wieder auf dem Dromedar, muß ich über meine Antwort an Liligeia nachdenken, → deren wirklich übler Brief mir selbstverständlich nachgegangen ist. Ich fand ihn gestern morgen, da mir doch eh schon schlecht war, in den Mails. Vielleicht wäre es klug gewesen, oder sinnvoll, ihn zu löschen und überhaupt nicht drauf zu reagieren. Andererseits dachte ich mir, es sei nötig, dem Krebs ihre Stimme zu lassen, ja zu geben – und daß alles hier, inklusive diesem Krebstagebuch, eben nicht “nur” ein poetisches Spiel, sondern eines sei, daß in die Existenz greift, ja in ihr wühlt und sie möglicherweise mir ausreißt. Da gibt es nichts zu schönen, und genau das muß deshalb deutlich werden. Insofern ist Lis Brief dann doch in keiner Weise “böse”, sondern einfach klar aus der Situation eines Tumors geschrieben, dem wir unterstellen, daß er Bewußtsein habe. Nur dann aber können wir mit ihm sprechen, er mit uns (sie mit mir), ohne daß wir ihn (sie) aus uns ausgrenzen, als wäre er (sie) nicht in uns drin (“Fleisch von deinem Fleisch”). Also hat sie auch ein Recht, derart zu sprechen, und es ist an mir, eine Form der Erwiderung zu finden, die zwar ebenfalls deutlich genug ist, uns aber dennoch weiterzusprechen erlaubt.
Wobei ich sicherlich auch deshalb so milde grade gestemmt bin, weil ich heute früh weder Schmerzen habe, jedenfalls bisher nicht, als mir auch nicht übel ist. Eigenartigerweise. Denn gestern abend (in der Wüste?? hab ich das geträumt??) kam ich im Anschluß an den Abendspaziergang mit लक्ष्मी an einer Sushia vorbei und wurde von einem Riesenappetit, der ich doch über den ganzen Tag fast gar nichts gegessen hatte, aus Sashimi geflutet. Und weil ich drei Tage vorher einen ganzen gebackenen Wolfsbarsch (auch der schon war nicht bullig gewesen) verzehrt hatte, ohne daß mir irgendwie mies davon wurde, gab ich auch jetzt dem Lustanfall nach und bestellte – “zum Mitnehmen” – ein ganzes, wenn auch mit 18 Euro ziemlich teures Sashimi Moriwase, weil die anderen Sashimangebote nur Lachs und Thunfisch (Maguro) auf den Platten hatten. Was ich geschmacklich fade finde. Doch wie auch immer, ich aß das Moriawase … nein, “aß” nicht, sondern “futterte” es fast zur Gänze auf, ohne irgendeinen Überdruß, ohne jeden Ekel, einfach nur lustvoll und, vor allem, ohne unangenehme Folgen. Und tief, fast selig schlief ich nachher ein.
Also das hat mich sehr, sehr gütig gestimmt, auch und gerade der schönen Li gegenüber. Und dann hat bestimmt auch Ricarda Junges Dompredigt eine Rolle gespielt, die ich gestern live mitgeschnitten und zum Nachhören in Die Dschungel gestellt habe, → dort. So beeindruckend fand ich, der nicht an EInen – den EInen – GOtt glaubt, sie. Ich glaube, wenn ich denn glaube, an Göttinnen und Götter, glaube also plural, und an Volksgeister und -geisterlein. (Genau deshalb wahrscheinlich hat Faisal, der es ahnt, vorhin so kurz die Augenbrauenhaut gerunzelt, bevor wir über Schuberts Quartett zu sprechen begannen, was sie nahezu sofort sich wieder glätten ließ. Und ich muß daran denken, daß Ricarda einmal gesagt hat – es liegt Jahre zurück, aber ist mir immer, immer nachgegangen –, sie kenne niemanden, der GOtt so nahe sei wie ich. Gerade die Absurdität dieser Aussage – über einen zutiefsten Feind des Monotheismus – gibt ihr eine enorme Strahlkraft, und zwar gerade vom christlichen Gedanken aus, sofern wir ihn denn ernst nehmen. Was zu tun ich durchaus gewillt bin, doch ohne ihm kirchlich zu folgen.)

Religion. Wenn wir über den Krebs sprechen, wenn wir über die Tumorin, über Li, sprechen, kommen wir um sie nicht herum. Wenn wir über den Tod sprechen, egal ob er schon vor der Tür steht oder vor sich noch eine Riesenfahrt hat, oder wir sie vor uns haben … unsrerseits zu ihm hin:

Weil ich unter dem Tschilpen der Spatzen, die wirklich überall sitzen (…),

heißt es am Ende im TRAUMSCHIFF,

während Doktor Samir einen direkt auf der Hand hat, die er ausgestreckt hinhält, damit der kleine Vogel nicht erschrickt. Weil ich unter diesem ganzen, ich kann es gar  nicht anders sagen, Lärm den Ton hören kann.
Dass zu sterben so laut ist, wer hätte das gedacht?
Dass es klingt.

 

 

Ihr
ANH

(kurz zurück in der Arbeitswohnung, 10.29 Uhr)

 

 

Denn, P.S., zum “Arbeitsversuchsjournal” noch eben:
All meine Versuche gestern, es waren einige, in → die Béarts zurückzukommen, sind ziemlich kläglich gescheitert, weiterhin in der No. XXXII, der vorletzten des Zyklus. Ich kam nicht weiter, als daß mir der Schwarmtrieb von Bienenstöcken einfiel, ihr Hochzeitsflug. Aber kaum hatte ich es hingeschrieben (und recherchierte selbstverständlich weiter), erwischten mich die nächsten Gedanken an den Krebs und an meine mögliche Antwort an Li. Und dann wollte ich einfach nur hinaus — dies alles in der Parallelwelt meiner Berliner Existenz, die sich getrennt von der Durchquerung der Nefud weiterbegibt und dennoch tief mit ihr zusammenhängt, ein ständiges, durchaus andersweltsches Hin & Her zwischen den Welten und ihrer selbst. Wäre ich nicht tatsächlich erkrankt, ließe sich durchaus von Irresein sprechen oder davon, es zu werden – des poetischen, wie wir früher sagten, “Wahnsinns fette Beute”, doch letztlich Liligeias PRey, an der zuvor wir selbst gesaugt.

(Noch immer weder Übelkeit noch Schmerz, sondern reines ruh’ges Innen.
10.45 Uhr)

Total bekifft nach Aqaba: Der Chemo erster, nämlich der Hinausritt. Das Krebstagebuch des einundzwanzigsten Tages, das am zwanzigsten begann. Mittwoch, der 20. Mai 2020.

[Arbeitswohnung, 6.55 Uhr
Schostakovitsch, Streichquartett Nr. 15 es-moll, op.144]
Mit seinem letzten Streichquartett die Reise zum Haus der Versöhnung zu beginnen, ist angemessen, das anders als Lawrences in meinem Aqaba steht und eher ein Haus der Wiederumarmung ist, da sich’s von Verschwesterung nun am allerwenigsten sprechen ließe. Wenn stimmt, → was Frau von Steglitz wähnte, wahrscheinlich weiterwähnt und worauf ich auf jeden Fall noch gesondert eingehen muß, dann haben wir es, Freundin – ich, Freundin, habe es dann – mit einem viel umfassenderen Zusammenhang aus Ursachen und Wirkungen zu tun, als wir bislang meinten. Es wäre dann nicht nur meine Lan-an-Sídhe, die ihr Recht hier fordert, sondern es läge noch eine andere Bürde in ihrem Sirenengesang, die für seine Süße mitsorgt. Ich werde sie’s erst fragen könnne, wenn sie in meinen Armen liegt, bzw. ich in ihren Armen liege und wir dann beide nicht wissen, ob wir gemeinesam versinken oder aufsteigen werden — das eine konkret, das andre metaphorisch.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter, weiter Weg. Durch die Nefud, da der Seeweg verschlossen, muß ich also hindurch, wobei “verschlossen” wohl auch bedeutet (wenn auch niemand drüber spricht, es abergläubisch nicht mal jemand auch nur erwähnt; es ist, als wären die Münder meiner Beduinenfreunde in Sirenenbelangen vernäht – was bei Männer der Wüste aber nicht verwundert) … — also, was wohl auch bedeutet, daß sich all die Freundinnen → Lis, ein wahrer Liligeiatrupp, drin versammelt haben könnte zum Unheil eines jeden, ja einer jeden, die und der es wagte …. Doch, wie erzählt, es wird nicht drüber gesprochen, die Nefud ist ausgemacht.

Sie ist, wir leben im Nachzeitalter der Star-Wars-Serie, für ihre hoch radioaktiven Strahlungen bekannt, die mit der Hitze tags und nachts der scharfen Kälte eng verbunden, aber mehr als sie – oder überhaupt nur – im Körper schwere Wucherungen auslösen kann. Um es handlich zu sagen, ist die Nefud ein in Sand zerfallenes Tschernobyl von ungeheurem und ungeheuer blendendem Ausmaß. Gegen Hitze und Kälte läßt sich’s, ich schreibe einmal, “kleidungstechnisch” angehn, gegen Strahlung aber nicht. So müssen wir, die es wagen, chemisch abgehärtet werden, was teils direkt vor den Reitetappen geschieht (ihrer vierer werden es sein, je von zwei Wochen Dauer), teils sogar noch während, jedenfalls je anfangs einen ganzen Tag lang. Dazu wird in den implantierten Bioport ein dünner Schlauch eingeführt, der aus einer mit einer 5-Fluorouracil-gefüllten Pumpe herauskommt und den Körper des Ritters auf diese Weise mit dem Mittel in Dosen von 10ml pro Stunde versorgt. Nach dieser Zeit wird die Pumpe entfernt und bis zum ersten Tag des folgenden Zyklus beiseitegelegt, der Bioport verschlossen. Da ist man dann aber schon auf der Strecke und hat sich ans Schwanken des Dromedars hoffentlich gewöhnt. Denn es keinem einem von alledem gehörig schlecht werden – wogegen man ebenfalls ein Mittel bei sich führt, das Ondansetron heißt, aber, obwohl danach das Wort “Bluefish” folgt, nicht, aber auch gar nichts mit Douglas Adams’ Bubblefish zu tun hat. Ich kann zu diesem Fischerl noch nichts sagen; eins zu schlucken war bislang nicht nötig.

Selbstverständlich bekamen wir, die wir auf unseren vor Ungeduld bereits nervös hin- und hertrippelnden, statt, wie ihren Schwielensohlen eigentlich eigen, breit trampelnden Reittieren saßen, noch weitere innere Stärkung – deren inhärentes Problem darin liegt, das wir nicht vorhersagen können, in welcher Weise sie uns auch schädigen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist dafür aber hoch. Nehmen wir etwa → Oxaliplatin, das Medikament Nr. 1, das maligne Wucherungen abtöten, zumindest behindern soll. Schauen Sie sich, liebste Freundin, die Nebenwirkungen an, deren einige sofort einleuchten, wenn wir uns klarmachen, daß die Substanz auf alle ungewöhnlich schnell wachsende Zellen schießt, weil es nicht intelligent genug ist, zwischen gesundem und boshaftem Schnellwuchs zu unterscheiden. Daran ist besonders böse, daß spontan die Finger- und Fußnägel ausfallen können, und zwar schon während der ersten Applikation. Deshalb liegt man an der Relaisstation erst einmal in einer Art Liegesessel und bekommt immerhin schicke (‘chic’e) weiße Handschuhe übergezogen, die dann mitsamt den Handschuhn in tief vereiste Puschen gesteckt werden müssen, um die Durchblutung zu stören; ebenso die Füße, die aber in ihren Socken bleiben.
Ungefähr nach einer halben Stunde tut es ziemlich weh und darf dann für zehn Minuten unterbrochen werden, bevor die Eispuschen wieder drüber müssen. Also da man man durch. Und es geht auch, zumal meine Nägel nachher alle noch waren, wo sie sollten.

[Vagn Holmboe, Streichquartett Nr. 20 op.160 “Notturno”]

Der zweite Infusionsgang (wir liegen immer noch in dem Leder und hören unterdessen auch hier Schostakovitsch, allerdings – nun geht’s ja “am Stück” – sämtliche seiner Präludien und Fugen in der Interpretation von Keith Jarrett) führt uns, eine weitere Stunde lang, → Calciumfolinat zu, das ist Folinatsäure, die sich in Kombination mit 5-FU, also dem Zeug aus der Pumpe, an das Enzym Thymidilat-Synthase bindet und dadurch zur Erniedrigung der intrazellulären Thymidilat-Konzentration führt, wodurch die zytostatische Wirkung von  verstärkt wird. Auch hier aber sind die Nebenwirkungen nicht ohne, deren häufigste die für Chemos bekannte Übelkeit ist, gegen die ich aber die blauen Fische in einer der prallen Satteltaschen habe. Und die letzte Stunde der inneren Wappnung wird auf dem Leser mit → Docetaxel verbracht, das sich tabil an den Mikrotubuli-Apparat bindet, an sozusagen das Exoskelett der wuchernden Zelle. Dadurch verliert ihr Spindelapparat der Zelle seine Funktion und es kommt zu einer völligen Blockade der Mitose sowie schließlich zur Apoptose. Oder soll kommen, nun jà. Zumal hier genauso: Wo Rettung, wächst auch Gefahr, was sie in den Metamorphosen der hier gleichfalls Nebenwirkungen tut.

Das ist alles sehr heftig, keine Frage. Dennoch gingen die vier Injektionsstunden recht angenehm vorbei, vor allem wegen des nahezu ungestörten Musikhörens, das schon deshalb nötig war, weil in der Praxis irgendein Radio FFH dauerquasselte mit “den besten Hits aller Zeiten”, deren jeder von so unsäglicher Banalität, daß es nicht nur eine akustische Umweltverschmutzung genannt werden muß, sondern es wäre ernstlich zu erwägen, um Schmerzensgeld einzukommen. Die psychischen Schäden, die man allein an zerstörter Sensibilität davonträgt, gar nicht erst in den Blick genommen, kann unterm Einfluß solcher “Musik” schon gar niemand heilen, im Gegenteil, die Symptome noch werden verstärkt und die Ursachen der Krankheit ein- für allemal affirmiert. Also schon aus Selbstschutz: Kopfhörer in die Ohren, selbst wenn es “nur” um Ruhe geht. Und von der hörbaren Dummheit der Moderatorinnen und Moderatoren will ich erst recht nichts schreiben, ich müßte, so sehr ich auch recht habe, Straf- und Beleidigungsanzeigen gewärtigen, da der feixende GuteLaune-Korruptionsungeist justiziabel eben nicht ist, der seine Hörerinnen und Hörern an den Marionettenfäden der industriellen Konsuminteressen in die schließlich Apathie führt.

Durch meinen Onkovergil hingegen schien es einfach durchzugehen, vom linken Innenohr zu rechten, dort wieder hinaus, ohne irgendwo anzudocken. Manche Menschen haben diese Fähigkeit. Mir geht sie leider ab, kann nicht “auf Durchzug” stellen, sondern alles bekomme ich intensiv immer mit. Auch diesen giftigen Müll. Jeder Einkauf im Warenhaus ist ein akustisches Spießrutenlauf.
Auf der Straße ist es übrigens anders, komplett anders. Da mag ich den Unterhaltungsschritt sogar, was aber damit zusammenhängt, daß er dort mit sämtlichen Weltgeräuschen amalgamiert und deshalb eine ganz eigene Musik ergibt, der es fehlen würde – als Klangfarbe fehlen –, wenn er fehlte. Eine immer wieder interessante Beobachtung besonders in der Dritten Welt, die ja nun vollgeplärrt von Schnulzen wird, die aus schiebbaren Lautsprecherkarren tölen. Das ist in der Tat ganz wunderbar, wenn da dann noch die Autogeräusche und die jubelnden Stimmchen von Kindern und Papageien und die Schimpfrufe von Frauen hineinshalln, die auf Balkonen gegen Bretterblenden treten. Und so weiter. — “Was hörn Sie denn da?”
Wie, was? – Oh, der Arzt.
Ich zog einen der beiden InEarPhones heraus.
“Alles in Ordnung?”
“Ja, bestens. Besser sogar als vorhin. Als ich herkam, hatte ich ziemliche Brustschmerzen so einmal quer über die Brust.”
“Das ist der Tumor. Bitte nehmen Sie die Schmerzmittel.”
“Zur Nacht.”
“Nein, auch sonst. Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie sich dauernd beherrschen und dadurch zermürbt werden. Sie müssen auch keine Angst haben, abhängig zu werden. Sehen Sie, selbst bei Patienten, die so gequält werden, daß sie Morphiumspritzen bekommen, tritt keine Abhängigkeit ein, sondern das Morphium setzen sie später leicht wieder ab. Süchtig macht es nur, wenn Sie’s auf Spaß nehmen. – Aber was hören Sie da?”
“Schostakovitsch Präludien und Fugen …”
Da hellte der Mann geradezu auf. “Schostkovitsch! Wie großartig! Ich habe gerade eine Biografie über ihn gelesen, von einem englischen Autor … warten Sie… Und kennen Sie die Streichquartette?”
Es war nicht zu fassen.
So sprachen wir und sprachen. Über Musik. Über Literatur. Er, mein Arzt, sei ein großer Leser, aber leider… von mir … Doch habe er sich, nachdem er eine Anmeldung in seiner Praxis gesehen, etwas kundig über mich im Netz gemacht. — Gar keine Frage, wir haben eine Basis, und ich bin nun ziemlich froh, ihn während unsres Zugs durch die Nefud mit an meiner Seite zu haben. (Aber er gab mir auch für die Augen-OP Grünes Licht: Der nachlasernde Augenarzt solle von der Chemo aber wissen. “Sie können auch gleich nebenan zu Dr. Torun gehen, ich kann ihn nur empfehlen.” – Woraufhin ich spätnachmittags gleich eine Mail dahin schrieb.)

***

Ricarda Junge, die enge Autorenfreundin, holte mich ab. Alleine hätte ich die Praxis nicht verlassen dürfen, weil zu Anfang der “Sitzung”, also Liegung ein schweres Antihistaminicum injeziert wurde, das “endlos müde” mache — bei mir allerdings den gegenteiligen Effekt gehabt zu haben schien. “Meine Güte”, reif Ricarda an, als ich neben ihr im Auto saß, “du siehst total bekifft aus! – Aber erzähl …” Und als sie mich dann in der Dunckerstraße hinausließ, zwar gerne noch auf einen Espresso mit hochgekommen wäre, aber sie drängte bereits der nächste Termin, da …. also ich stieg aus, beugte mich nochmal für die Kußhand runter … sagte sie: “Und du bist total bekifft!”
Mit lautem Lachen fuhr sie davon, und ich stieg, nachdem durch Vorhaus und ersten Hinterhof gehüpft, die Stufen zu mir hoch.
Es war am Bekifftsein was dran.
Und ich hatte Hunger. Einen Riesenappetit. Nur daß ich immer schon im Nu satt bin und also ständig abnehme. Deshalb hatten mich eine Mitarbeiterin der onkologischen Praxis mit von ihr so genannter hochkalorischer Astronautennahrung eingedeckt. Die probierte ich nun aus und bereitete mir auch noch einen Cocktail aus konzentriertem Mandelmuß und Mandelmilch mit einem Löffel Hanfmehl eingerührt — alles von – wem sonst? – लक्ष्मी besorgt. Daraufhin wurde ich derart müde, daß ich erst einmal eine Stunde lang schlief. Wobei man sich an diese am Leib getragene Pumpe schon etwas gewöhnen muß. Ich bin ganz froh, sie nachher wieder loszuwerden: Um 11.30 Uhr erstmal noch ein Termin mit meiner Hausärztin, dann mit dem Rad in die Ontologie, um die Pumpe vor 13 Uhr, wenn dort geschlossen werden wird, wieder abgegeben zu haben.

Ach ja, als ich heimkam, war das in den USA bestellte Melatonin angekommen, das ich in dieser Dosierung in Deutschland irgendeines um das Hormon geführten Rechtsstreits wegen nicht mehr bekam. So hatte ich nachts etwas zum Ausprobieren.
“Funktionierte” nicht, “brachte”, um es lax zu sagen, “nix”. Um 2.30 dann doch noch mal eine Zolpidem geschluckt, mit 20 Tropfen Novaminsulfon kombiniert. Davon schlief ich dann endlich, und zwar sehr gut bis halb sieben durch. Und da Sie nun darauf brennen, sich das mit der Pumpe anzuschauen … — voilà!:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr ANH

[15 Uhr
Schnittke, Zweites Streichquartett (Leonardo-Quartett)]
Bin komplett auf den Streichquartett-Trip gegangen (auf dem ich vor Jahren schon mal fast ausschließlich war). Nach den Schostakovitschs und parallel zu den Holmboes erst einmal Brittens wundervolle drei (plus dem einen ohne Nummer, noch in Studienzeiten in D-Dur entworfenen, das er sehr viel später revidierte), dazu zwei von Schubert und nun auch Schnittke wieder.
Von der Chemo erste Übelkeit: So sehr schwankt mein Dromedar. Eben eine Tablette genommen, fast wie als Kind auf Reisen. Und leider, leider erst dann Bruno Lampes hinreißenden → Kommentar von Ibn Hamdis gelesen.
Ich will gleich unbedingt an die Béarts, endlich wieder!

Krebstag 15: Wammerlwetter.

[Arbeitswohnung, 6.42 Uhr
Händel: Tamerlano (Gardiner mit Chance)]

Erster Latte macchiato, elfter Tag rauchfrei und kaum noch Entzug, wenn Sie vielleicht von den Schlafstörungen absehen (sollte Bruno Lampe → also recht haben). Von 2.30 bis etwa anderthalb Stunden später wieder wachgeworden und nicht -gelegen, sondern ziemlich gleich aufgestanden, mir etwas übergezogen (nach wie vor schlafe ich unbekleidet) und mich an den Schreibtisch gesetzt, um zu beginnen, worüber ich, während ich noch lag, insistent nachgrübeln mußte: Sämtliche Paßwörter zusammenstellen, die meine Bevollmächtigten im Fall des Falles brauchen, um auf meine Arbeiten, meine Mail. und anderen Internetkonten, vor allem auch DIE DSCHUNGEL zugreifen zu können.
Jedenfalls hat das Novaminsulfon zwar nicht versagt, denn Schmerzen hatte ich nicht mal ahnbar, doch weiterzuschlafen gelang mir nach dem Erwachen nicht, u8nd genau dagegen, nicht gegen den Scherz, wollte ich es einsetzen. Werd jetzt also doch versuchen, das Melatonin zu besorgen – aber vielleicht bekomme ich es nachher in der Klinik (ans Zolpidem mag ich noch nicht rühren; zuviel davor “Respekt”): Um zehn Uhr Vorgespräch zur morgen stattfindenden “diagnostischen Laparoskopie”, die die Hannöverschen erst gar nicht mehr durchführen wollten; dennoch, meine Hausärztin rief zu (ich muß unbedingt auch ihr einen poetischen Namen finden). — Aufbruch von hier, mit dem Rad, um 9.15 Uhr. Wetter durch-, wieso eigentlich –wachsen? … (“ein recht gut mit Fett durchwachsenes und von Rippen durchzogenes”, → auch “Wammerl” genanntes, Teilstückwetter). Wammerlwetter also.
Wie lange die Vorbesprechung dauern wird, weiß ich nicht. Doch werd’ ich herauszufragen versuchen, wie sich die Ärztinnen und Ärzte hier die spätere OP vorstellen.

Jedenfalls bis etwa vier Uhr an der Paßwortsammlung ge,nun jà,”arbeitet”, dann wieder ins Bett und tatsächlich zwei Stunden weitergeschlafen. Insofern bin ich nicht zermürbt. Es nervt dennoch.

Die Chemo wird am Montag beginnen, nehme ich jedenfalls an. Erster Termin beim Onkologen, auch dort, um das Vorgehen erst einmal zu besprechen und wohl auch schon den Plan aufzustellen, den wiederum meine Hausärztin für das THC-Präparat braucht. Eigentlich hat er mich schon gestern sehen, dann aber doch noch das Ergebnis der Laparoskopie abwarten  wollen. Eigens noch einmal anrufen ließ er mich deshalb.

Li, derzeit, schweigt, keine Reaktion auf → meine Replik. Benjamin Stein gestern per SIGNAL: “Das sind ja harte Aussagen vom Chirurgen. Wahrscheinlich musst du die Dame doch siezen, damit sie sich kooperativ verhält.” Welch eine feine Schärfe in der adjektiven Verbindung mit den Chirurgen liegt! Zumal er mit der Frage nachzieht, wann ich “mit den giftigen Cocktails” begänne. Dazu noch, als SMS, die aus eigener Erfahrung rührende Warnung einer sehr, sehr guten Freundin:

(…) hatte Novaminsulfon als tropfen. du schläfst immer. das zeug macht dich so matschig im kopf, dass du schläfst. ich konnte teilweise (…) nur noch soaps folgen – das wollte ich nur sagen – vorsicht mit dem zeug. du willst doch weiter denken können.

Doch wie gesagt, noch macht es mich nicht matschig, und schlafen läßt es mich auch schon nicht mehr, bereits in der zweiten, ich sage mal, Versuchsnacht.

Kraftvoll Sonne durch schweres Gewölk: ein magisches, fast turnersches Wechsellicht. Wieso ich gestern wieder auf Händel kam, weiß ich nicht zu sagen. Doch saß mehrmals komplett fasziniert in meinem vorm Schreibtisch präzis auf die Proacs ausgerichteten Musikstuhl — bewußt ohne jeden Blick auf etwas anderes:

und lauschte mit meist geschlossenen Augen der geradezu fiebrig-naturalistischen Stimmen- und Instrumententrennung → dieser Aufnahme, deren klangliche Grandiosität wie innige Berührungskraft auch daher rührt, daß, anders als in den späteren Epochen, kein Mischklang entstehen soll, sondern jede Stimme definiert ist und sich mit den anderen Körpern stets individuell vereint. Der darin liegende Widerspruch erzeugt den ungemeinen Hörrausch dieses für Tontechniker wie Klangconaisseurs akustischen Hochfests. So ziehe ich derzeit – seit der Krebsdiagnose ausgesprochen nachdrücklich – aus der komplexen Kunstmusik eine wieder ganz enorme Kraft.

Ihr, meine Freundin,
ANH

Heute eher Arbeitsjournal denn Tagebuch. Am vierzehnten Krebstag: Mittwoch, den 13. Mai 2020. Mit einem, völlig unversehens, Manifest und halluzinogenen Vorlebensendeplänen.

[Arbeitswohnung, 6.15 Uhr
Respighi, Semirama (ff)]

Ärztingespräch gestern, in लक्ष्मीs Beisein: Da die OP-Ansätze des SANAs und der Hannöverschen so heftig divergieren, noch die Drittmeinung der Charité einholen, die von diesen als “unnötig” abgetane (“Wir holen später sowieso alles raus”) diagnostische Laparoskopie im SANA aber durchführen lassen, sie bringe eine zusätzliche Gewißheit, und so schnell wie möglich die Chemo beginnen. लक्ष्मीs Ernährungsvorstellungen stimmte die Ärztin nahezu rundum zu und verschrieb mir gegen die Schlafstörungen als Antischmerzmittel, hierin dem SANA folgend, Novaminsulfon – das heute nacht perfekt funktioniert hat – sowie, falls es nicht anschlagen würde oder irgendwann nicht mehr sollte, Zolpidem … “da aber Vorsicht! Es macht, anders als Novaminsulfon, abhängig.” Wobei diese Gefahr bei mir nicht besteht, der ich entschieden dazu neige, gar keine oder doch zu wenig Tabletten zu nehmen, selbst wenn es nötig wäre. – Als Alternative verschrieb sie noch Melatonin, von dem mir vormittags schon meine Lektorin erzählt hatte und das auch लक्ष्मीs volle Zustimmung fand — nur durfte es, wie sich wenig nachher herausstellte, die Apotheke es jedenfalls in dieser Dosierung (5mg) nicht herausgeben, da derzeit um das Medikament ein Rechtsstreit geführt wird. Ich habe im Netz geschaut, über Prozeß und Hintergründe aber nichts gefunden; und Online-Händler teilen, etwa → dort, lediglich mit, daß das Produkt für Deutschland nicht erhältlich sei. Nun muß mich das nicht stören; ich habe Freunde in Frankreich, wo das Hormon frei verkäuflich ist, so daß sie es mir besorgen und schicken können. Doch was für ein Aufstand – und: Neuerlich kann von einem vereinten Europa die Rede leider nicht sein. Na gut, in diesem Fall gibt uns der Umstand die Freiheit, nationalrechtliche Regelungen zu unterlaufen: sozusagen gibt es einen Sherwood Forest, in dem wir untertauchen können.
Ein guter Artikel, übrigens, findet sich zu Melatonin → bei Primal State.

Wieder in der Arbeitswohnung, sofort erst beim Onkologen angerufen. Besetzt. Email geschrieben, fast unmittelbar darauf Rückruf aus der Praxis und sofort den Termin bekommen. Man möchte aber die Laparoskopie und ihren Befund abwarten, deshalb nicht schon, wie eigentlich im Kopf gehabt, heute, sondern erst am Montag. Der somit den Beginn meiner ersten Chemo markieren wird.
Dann in der CCCC-Stelle der Charité angerufen, doch zu spät, da sie nur bis 15 Uhr besetzt ist. Werd ich in zwei Stunden, pünktlich auf neun Uhr, erneut tun. (Die ganze Zeit geht mir durch den Kopf, ich könne in Hannover aus der ja tatsächlich schweren OP nicht bei vollem Bewußtsein erwachen, dort dann im Koma liegen und fern von allen, die ich liebe, vor mich hinzusterben – was so ziemlich das Gegenteil meiner Vorstellung eines ehrenvollen, stolzen WohinüberauchimmerGehens ist. Geradezu, für mich, ein Horror, schlimmer als der Krebs selbst.) Wobei meine Tiefstimmung, die den Montag so bestimmt hat, komplett vorüber ist, ich die vorherige Ruhe und Gefaßtheit wieder habe, auch die Zuversicht – darum aber auch genau sagen kann, was ich auf keinen Fall will. — Und aber dennoch, es folgt ein weitres Andrerseits: Ich sollte Hannover gegenüber vielleicht fair sein und einfach bei strahlend-schönem Wetter noch mal hinfahren und mir die Klinik dann anschauen. Vergessen Sie, Freundin, meine enorme Abhängigkeit vom Licht nicht. Wir es draußen grau, so auch mein Geist; je älter ich wurde, desto stärker zeigte es sich und hat unterdessen einen fast schon pathologischen Charakter. Jedenfalls dürfte das verregnete, zudem so klammkühle Grau des Montags auf meine Wahrnehmung der hannöverschen Klinik zumindest mitgewirkt und mein mehr depressives denn harsches, nun jà, “Urteil” ziemlich geleitet haben. Und da bis zur OP – für die Chemo werden zwei bis drei Monate angesetzt – noch einige Zeit vergehen wird, wird Hannover ganz sicher die Gelegenheit bekommen, sich mir noch einmal unter leuchtendster Sonne zu präsentieren.

Nochmal zu den für mich ungewöhnlichen Durchschlafstörungen. Zwar, ja, das Novaminsulfon hat geholfen, ja, dennoch könnte Bruno Lampe → recht damit haben, sie mehr mit dem Nikotinentzug (den ich sonst aber kaum mehr spüre, vielleicht noch zweidreimal am Tag, als kurze und schnelle Begier) als mit dem Karzinom und den (bislang noch bestens aushaltbaren) Schmerzen in Verbindung zu bringen. Denn tatsächlich erwachte ich auch heute nacht wieder gegen halb drei, huschte dann aber nur auf Toilette und unter die Decke wieder zurück, wo ich, Menschen können ziemlich irre sein, irgendeine Spur des Schmerzes aufzuspüren versuchte, denkend aufzuspüren … “richtiggehend” konzentriert. Nein, da war keiner. Konnte das sein? Also noch mal hinfühlen. Was dann offenbar derart anstrengend war, daß ich erst Schlag sechs wieder, und zwar putzmunter ausgeschlafen, erwachte, sofort quasi auf- und in die Arbeitsklamotten hineinsprang. Schon stand ich in der Küche, um den Espresso zu mahlen. Und derweil sich die Pavoni erhitzte, fuhr ich meine Computer hoch und entschloß mich, Respighis Semirama zuende zu hören, in die mich einzufinden mir gestern nicht wirklich gelungen war, so wenig wie bei seiner Lukrezia, derweil mich La Fiamma, die ich als grandiose Vinylpressung habe, seit meiner allerersten Begegnung mit dieser Musik immer wieder hingerissen hat. Weshalb die beiden andern Opern nicht auch … ich habe keine Ahnung. Oder doch, Ahnung schon. Und das da, freilich, ist toll:

Ich bin nur ein Komponist, immer ein Komponist. Ich hätte nie etwas anderes sein können. Ich glaube an die Kontinuität der italienischen Musiktradition und den unsterblichen Geist des italienischen Liedes. Aber ich glaube, dass die europäische Musik als Ganzes vor einer radikalen Krise steht, aus der sie transformiert und erneuert hervorgehen wird. Ich glaube an die Suche nach einer neuen gemeinsamen Sprache der europäischen Musik, und ich glaube, dass Italien bei diesem Streben eine Vorreiterrolle spielen kann, so wie es vor vierhundert Jahren der Fall war.
Ottorino Respighi, → 1925

Genauso könnte – und will – ich es für die Dichtung heute sagen:

Ich bin nur ein Dichter, immer ein Dichter. Ich hätte nie etwas anderes sein können. Ich glaube an die Kontinuität der deutschsprachigen Literaturtradition und den unsterblichen Geist der deutschen Poesie. Aber ich glaube, dass die europäische Literatur als Ganzes vor einer radikalen Krise steht, aus der sie transformiert und erneuert hervorgehen wird. Ich glaube an die Suche nach einer neuen gemeinsamen Sprache der europäischen Literatur, und ich glaube aber nicht, dass Deutschland bei diesem Streben eine Vorreiterrolle spielen kann (noch es sollte), wohl aber unser Verhältnis zum Internet und insgesamt zu den sogenannten Neuen Medien, in die die poetischen Traditionen von Goethe über Hölderlin und Jean Paul, Musil und Broch, Döblin über Ingeborg Bachmann bis Marianne Fritz als Traditionen eingebettet werden und erkennbar sein müssen. Erst daraus wird Avantgarde, eine wahre und lebensfähige, sei’s in der Lyrik, sei’s der Prosa sichtbar werden und überhaupt entstehen können. Und die Dichtung bleiben.

Puh. Ja, ich gebe zu: Puh.
Decke drüber
—————- und schnell noch was zum Krebs:

Es war die Rede davon gewesen, mir ein THC-Präparat zu verschreiben, was meine Ärztin auch tun will und darf. Doch sind die Krankenkassenregelungen hier ziemlich interessant. Obwohl längst fundiert ist, wie gut Medikamente auf dieser Basis anschlagen, dürfen sie dennoch erst verschrieben werden, wenn alle anderen schulmedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind – etwas, das sich durchaus als Protektionismus der pharmazeutischen Industrien ansehen läßt. Wir dürfen nie vergessen, welche Milliardengeschäfte hinter unserem Gesundheitssystem stecken, wessen Mit-Interessen und also auch → Lobbies. Und gerade an den während der letzten Jahre → im Preis exorbitant gestiegenen Chemotherapien wird sich dumm und dämlich verdient, wobei dumm und dämlich nicht die sind, die verdienen. (Ja, geliebte Freundin, ich sehe meine Krankheit nicht “nur” poetisch, damit nämlich → mythisch, sondern auch politisch).
In meinem “Fall” allerdings wird es mit dem THC unproblematisch werden; es muß nur die Chemo begonnen worden sein und meine Ärztin der Behandlungsplan vorliegen. Dann sei es nur noch eine Formsache, die Akzeptanz der Rezeptur bei der Kasse zu beantragen und mir das Medikament zu verschreiben.

À propos. Während meines Abendspaziergangs traf ich meinen Elfenbeinverleger Držečnik, der sich mit seiner Gattin ebenfalls die Beine vertrat. – Ich sehe im Augenblick davon ab, das Lauftraining wieder aufzunehmen, nachdem es mir die letzten beiden Versuchsmale nicht so sehr gut danach ging, weil ich meinem Körper offenbar eine Kraft nahm, die er gegen → Liligeia anstemmt; das mag ich nicht wiederholen, jedenfalls nicht, bis die Chemo läuft und wenn sie gut oder einigermaßen vertragen werden von mir sollte. Aber jeden Abend eine Stunde durch die Straßen und Parks zu flanieren, ist eine feine Vorstellung – zumal ich dazu einen einer Gehstöcke nutzen, sie sozusagen ausführen kann, was dem in mir nach wie vor dann nicht mehr nur noch schlummernden Dandy Spaß macht und gestern tatsächlich zweimal zu Komplimenten führte, die mich passierende Damen mir machten, ein quasi machismo/inverser Piropo, den ich ausgesprochen genoß.
Jedenfalls da kam mir das Verlegerehepaar entgegen, und wir plauderten. Umarmen darf an sich ja derzeit nicht. Doch Ingo Elfenbein war ausgesprochen erleichtert, mich in solch gehobener Stimmung zu sehen. “Und gut, geradezu gesundheitsstrotzend siehst du aus!” rief er leise zu Anfang. Daß ich mich, sagte ich, so auch beinah fühlte. Erzählte aber vom vortagigen Tief, dann meinen Überlegungen zum Freitod … nicht, daß ich nicht gerne weiterlebte, im Gegenteil! Doch angesichts dieser Krankheit sei es sinnvoll, sich zu wappnen und gegebenenfalls vorzubereiten. Etwa. Wie wir bei geliebten Haustieren davon spräche, sie sanft einschlafen zu lassen, und es auch so praktizierten. “Schaut mal”, sagte ich, “was wiegt so eine deutsche Dogge? Sechzig, siebzig Kilogramm? Siebzig bringe momentan auch ich auf die Waage. Da wäre die Dosis doch die gleiche …” Aber dieses einmal ganz beiseite, ich hätte ja noch so viele Projekte vor mir, und er, Držečnik, habe zusammen mit Christoforo Arco ja nun alles getan, mir das Sterben schwerzumachen: “Ich habe dafür jetzt einfach gar keine Zeit. — Aber”, ergänzte ich, “bevor ich ich gehe, will ich auf jeden Fall noch erlebt haben, was ich in meinem Leben bisher, und sehr bewußt, gemieden: Ich möchte erleben, wie es ist, auf einem Trip zu sein. Pilze will ich ausprobieren, LSD will ich ausprobieren, Mescalin, Kokain sowieso und, ja, auch Heroin. Vielleicht auch mal chemische Drogen. Freilich werde ich mich um alles dieses erst nach der Operation kümmern.” Doch Ihnen, Freundin, und meinen Leserinnen sei es hier bereits erzählt; vielleicht, daß jemand mir dann helfen kann, mir solche Erfahrungen auch heimholen zu können, für deren Realisierung ich derzeit noch viel, viel zu naiv, viel, viel, viel zu naiv bin. Und was die deutsche Dogge anbelangt, so müßte ich nur im letzten Fall eine charmante, gebildete und so kluge Tierärztin kennen lernen, daß sie auch meinen Stolz so liebt wie meine Lebensliebe.

Ihr ANH
[Respighi, Maria Egiziaca]

9.38 Uhr
Grad mit der Charité telefoniert. Es gibt eine sofortigen Termine, sondern erst möchten bitte die Befunde mitsamt den Bilder-CDs hingeschickt werden. Danach werde es etwa zwei, vielleicht auch drei Wochen dauern, bis mir ein Terminvorschlag unterbreitet werde.

Bene. Dann geh ich’s mal gleich an; was ich wissen und beachten muß, fänd’ ich, hieß es, → dort.

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