Tschaikowskis Kindheitsprägung Nummer 5. Im Arbeitsjournal des Dienstags, den 29. November 2022. Darinnen tätowiert die Hand. Und was und wie es uns bis in Briefe nach Triest noch bestimmt.

[Medikamentenversuch Pregabalin → Sechster Tag]

 

[Arbeitswohnung, 11.05 Uhr
Tschaikowski, Fünfte, Rodzinsky, LSO]
Nicht zu fassen! Fünfzehn Minuten Sonne soll es heute geben. Und gestern legte ich mich um 15.30 Uhr im noch Hellen auf die Liege “meiner” schönen Elena, und als sie das Tattoo gestochen hatte — die zweite Erweiterung ist damit endgültig abgeschlossen —, und ich mich wieder setzte, dann aufstand, um mich wieder anzukleiden, wobei ich aus dem Fenster sah, war es draußen knalledunkel. Am Tresen dann, bei der Abrechnung: “Am Ende wirst Du Dein gesamtes Nervensystem tätowiert haben” – womit er, was die Bewegung dieses Projektes anbelangt, nicht unrecht hat; zwar “das Nervensystem” als solches nicht, wohl aber die sozusagen Strukturen des Körpers. Gestern waren es nur Adern – die, die von der Triskele Rankenausläufern über den gesamten Arm, vor allem Innenarm, zur großer Arterie der Handwurzel führen und sich aus ihr, auf der Handoberfäche sich verteilend, zu den Fingern weisen. Die ich ausgelassen habe.

Mitunter, bei Sommerhitze, treten die jetzt tätowierten Adern “von sich aus” sehr hervor, auch die an den Unterarmen – etwas, das ich seit je nicht nur bei mir als ausgesprochen schön empfunden habe; ich habe, seit ich denken kann, eine starke Neigung zur Anatomie, Warum also, dachte ich, diese Adern nicht auch hervorheben, wenn sie befindlichkeitsseits weniger sichtbar sind? Und genau auf dieser, ich sag mal, Vorstellunsbasis wird Yōsei, die vierte von einer Sídhe besetzte Figur der Triestbriefe, ihre Tätowierkunst entfalten. Ein bißchen davon haben Sie in Der Dschungel, liebste Freundin, ja schon → dort lesen können, bevor ich Ihnen vorgestern → in meinem letzten Arbeitjournal den zunächst anstehenden Fortgang der zweiten Erweiterung meines Tattoos erklärt habe. Wie Sie lesen, bleibe ich konsequent.
Bei der gestrigen Session konnte ich übrigens, weil von meinen Augen weit entfernt gestochen wurde, Elenas Arbeit gut beobachten und war doch ziemlich verwundert darüber, wie wenig Blut, eigentlich gar keines, im Spiel war. Es mag an ihrem Können liegen, denn gehört habe ich anderes. Dabei tätowierte sie direkt auf den Adern, was am Unterarm, wo die Haut relativ dünn ist, vor allem aber in der Ellbogenbeuge denn doch etwas gezwiebelt hat. Interessanterweise auf der Handoberfläche aber auch. Es läßt sich dieser, nun jà, “Schmerz” gut aushalten indes, man(n) kann ihn sogar genießen, wird eine andere, ich schreibe einmal, Empfindungsperspektive eingenommen: den Berührungen vorausspüren, indem du die Augen schließt und zu – quasi – erraten versuchst, wo nun der nächste Einstich erfolgen werde. Dabei lag ich erstaunlich oft richtig. Schon war die feine Befriedigung da. – Bei einigem bin ich mir allerdings noch unsicher, etwa weshalb von Zeit zu Zeit die Nadel besonders hineindrückend, ich glaube, gedreht wird, eingedreht also. Möglicherweise sind es Momente, in denen Farbe sozusagen eingespritzt wird. Da werde ich nachfragen müssen, bevor ich die Horu-Shi-Novelle anfange. Ich hatte sogar kurz den Impuls, zu tätowieren selbst zu erlernen.
Mit der Novelle hat es ohnedies noch Zeit. Erst sind → die Triestbriefe abzuschließen. Und wie jedesmal, wenn ich einen neuen Brief begann, habe ich etwas Anlaufschwierigkeiten. Gestern grad mal knapp eine Seite geschafft, ohne mir sicher zu sein, ob der Text so stehenbleiben kann. Die Übergänge von Brief zu Brief habe ich jedenfalls auf Anhieb noch immer kaum im Griff und bin später dann stets überrascht, wie gut sie, allerdings nach mehrmaligem Überarbeiten, dann doch funktionieren. Es ist dies aber zähe Arbeit; der Schreibrausch, wie ich ihn liebe, stellt sich da nie ein, sondern erst, wenn eine Prosa wirklich fließt und dann sich, läßt sich sagen, “selber schreibt”, ohne daß mein konstruierendes Kalkül noch irgendeine Rolle spielte. Solche Passagen sind später allerdings umso penibler durchzugehen und ggbf. zu modifizieren.

Aber ich wollte, siehe Überschrift, etwas zu Tschaikowski schreibe, ihm sozusagen und mir. Seine Fünfte trägt die in der von von mir bereits als Jugendlichem angefangenen Archivierung die Nummer 5, also die LP (altes Vinyl):


Entsprechend die Sinfonien 1 bis 4 die Nummern 1 bis 4, die Sechste Nummer 6. Es sind dies meine allerersten Platten also, eigene. Meiner Erinnerung nach bekam ich die Fünfte zur Konfirmation geschenkt, zu der ich nämlich auch meinen ersten Plattenspieler geschenkt bekam. Da war ich fünfzehn. Ich weiß dies so genau, weil ich ein Tagebuch führte, das ich immer noch habe, in das ich auch Fotos einklebte, die ich selbst während der Zermonie aufgenommen habe (ja, meiner eigenen Konfirmation). Nur daß Tschaikowski vorher schon lange eine Rolle gespielt hatte, eine wesentliche. Etwa konnte ich schon zwei Jahre früher nicht einschlafen, wenn nicht das b-moll Konzert lief, und zwar die mich bis heute prägende Aufnahme Svjatoslaw Richters mit den Wiener Symphonikern unter, einem Schwarm meiner Mutter, Herbert von Karajan. Seit ich also etwa dreizehn war, ging das so, doch war eben noch auf die Plattenspieler meiner Mutter und meiner Großeltern angewiesen; die eigentliche musikalische Initiation ergab sich bei diesen n o c h einzwei Jahre früher, weil sie Mitglied eines bertelsmannähnlichen Leserings waren, der auch – eigentlich nach Art vorheriger Bestellungen – Auswahlplatten verschickt, wenn etwas zu bestellen vergessen worden war. So funktionierte das Abonnementskonzept solcher Unternehmen. Nur daß besonders meine Großmutter fast nur Schlager (Ronny, Freddy Quinn) und allenfalls Operetten hörte. Dennoch kamen bisweilen “klassische” Platten ins Haus, auch Opern in sogenannten Schallplattenfassungen, die durchaus nicht unintelligent gekürzt waren, auch in musikalischem Verstand nicht unintelligent. Unterdessen kann ich das auch begründet gut beurteilen. Den “Nozze” habe ich heute noch. Und abgesehen davon, daß diese Aufnahmen fast alle meist noch Mono waren, ist die Klangqualität frappierend, übertrifft in jedem Fall jedes mp3. Dabei waren da schon oft historische Aufnahmen nur aufpoliert worden.

Aber so ging es los für mich mit der Musik, im Alter von ungefähr zehn oder elf. Als ich mit fünfzehn dann den Plattenspieler hatte, war es nicht mehr zu stoppen. In einem musischen Elternhaus wäre ich sofort in eine Musikschule gesteckt worden. Nur hatte ich ein kleinbügerliches (Großeltern) und ein entschieden kapitalistisches (Mutter); beidem galt Musik, wenn denn überhaupt als Kunst, so als Unterhaltung, darin so zu reüssieren, daß sich einmal ein Lebensunterhalt verdienen ließe, für utopische Spinnerei. “Viele sind berufen, wenige sind auserwählt”, pflegte meine Mutter zu sagen. Und als – viel zu spät, mit sechzehn – meinem aufsässigen Willen nicht mehr auszuweichen war, daß ich Geige zu spielen lernen wollte, ließ sie mich sozusagen musikmedizinisch untersuchen und gab mir, weil es, hatte der Experte gesagt, meiner Physiologie am besten entspreche, ein Cello. Die Geige bekam mein Bruder, der E-Musik zum Kotzen fand, indessen ich mich weigerte, zum Cellounterricht auch nur versuchsweise zu gehen und auch niemals dort gewesen bin. G e i g e wollte ich spielen, der Held meines ersten Romans, über fünfhundert Seiten, da war ich vierzehn! … dieser Held war doch Geiger. — Der fast zynische Clou dieser Geschichte ist, daß ich heute selbstverständlich rasend gerne Cello spielen könnte, es neben dem Saxophon sogar mein Lieblingsinstrument ist. Der Experte hatte also völlig recht, faktisch, nicht psychologisch. Wiederum ich meinerseits war zu dumm, hätte doch mit dem Cello erstmal anfangen können, um bei erstbester Gelegenheit auf die Geige zu wechseln. Doch warn die Weichen nun gestellt, da schrieb ich nur noch, schrieb und schrieb und — soff. Soff wie ein Loch. Wenn ich nicht überzimmerlaut Musik hörte, Violinkonzerte vor allem. Und eben Tschaikowskis Sinfonien, stundenlang. Sollte ich die Musik leiser stellen, tobte ich oder haute in den Schloßpark ab, um weiterzusaufen. Eine harte Zeit für alle. Denn ich soff da umso mehr, als die mitsaufenden, nun jà, Freunde aus ihren Kofferradios Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich dazu plärren ließen, was mich dann noch mehr saufen hieß. Und wurde, nachdem ich überdies wegen des Kaufhausdiebstahls eines halben Brathähnchens zu drei Tagen Jugendhaft in Königslutter verdonnert worden war, die ich in Einzelhaft absaß, vor die Alternative entweder eines Erziehungsheimes gestellt oder zu meinem Vater zu ziehen, von dem ich seit meinem vierten Lebensjahr nichts mehr gehört hatte, ja, der für mich eigentlich gar nicht mehr auf Welt, sondern etwas war, worüber zwar wie aus düstre Legenden aus der Vorzeit nicht wirklich abfällig, aber doch nur ungern gesprochen wurde. – Egal. Erziehungsheime lagen mir damals schon nicht. Also zog ich zu ihm und in die nächste Katastrophe, die auch davon nicht abgewendet werden konnte, daß sein Lieblingskonzert ausgerechnet Tschaikowskis op. 35 war, für Violine und Orchester. Die prägendsten Jahre eines Menschen liegen vor dem fünften Lebensjahr, bis ins vierte erinnern wir uns zurück, noch weiter nach hinten nur selten – etwa im analytischen Prozeß. Er hatte mich, ob er wollte oder nicht, geprägt. Nur sah das Ergebnis anders aus, als er, wenn überhaupt was, gewollt hätte. Um von meiner Mutter ganz zu schweigen.

So, Mittagsschlaf. Dann an die Triestbriefe.
ANH
[Tschaikowski, Sechste, MusicAeterna, Currentzis]

 

 

 

Yōseis Tätowierkunst im Arbeitsjournal des Dienstags, den 21. November 2022, worin die Triskele | radikal zum Rhizom geworden und damit — literarisch a u c h.

[Arbeitswohnung, 6.43 Uhr
Erste Morgenpfeife, Latte macchiato
Kaija Saariaho, Nymphea]
Es gibt Komponistinnen und Komponisten, die ihre musikalischen Themen vollendet melodisch schon haben, bevor sie ihre Verarbeitung, die “Arbeit am Material” (Adorno), beginnen, und solche, die sie während dieser Arbeit erst finden. Ich hörte viel Rautavaara, nun die von mir fast geliebte Saariaho; er gehört in die erste, nun jà, “Kategorie”, sie gewiß in die zweite. Ganz wie ich selbst, der ich, wenn ich ein Buch beginne, zwar eine Idee verfolge, nie aber wirklich weiß, wohin sie mich führt. Dieses ergibt sich erst aus dem Schreibprozeß. Wie abermals n u n, da die zweite Erweiterung meines → Bioport-Tattoos gestern abgeschlossen wurde. Es hat jetzt, wie ich Phyllis Kiehl in Whatsapp schrieb, genau dies Organische, das mir vorgeschwebt war, als ich das Abenteuer ohne schon zu ahnen anfing, das es zugleich ein literarisches würde, und zwar sogar doppelt gebunden.
Vielleicht wäre aber absehbar gewesen, daß ich dieses Erleben in einen poetischen Text einbinden würde, in w e l c h e n, aber sicher nicht. Ich hatte ja bloß die Idee, daß eines Morgens auf Yōseis Rücken ein Symbol erscheint — es sollte anfangs → ein Drache, Ryū, sein, was ich indes, weil es Klischee gewesen wäre, sehr schnell verwarf —, von dem sie selbst gar nichts spürt; dort hinten sieht sie es freilich auch nicht. Aber ihr neuer Freund, beim gemeinsamen Aufwachen, bemerkt es, übrigens nicht auf dem Rücken, sondern inmitten ihres schmalen Nackens.

Ich mag nicht, wie mein Sohn es ausdrücken würde, “spoilern”; doch es ist ein Tattoo. Nur daß sie das Symbol, eine wie bei mir linksläufige Triskele, niemals hat stechen lassen. Und etwas geschieht mit ihm, weil das Ding nämlich lebt. Was in den Griff bekommen werden muß. Imgrunde mein Thema: Wie ermächtige ich mich dessen, was mir geschieht, und drehe also ein Geschehen, dem gegenüber ich eigentlich hilflos bin, weil ich objektiv keinen Einfluß auf es habe, so herum, daß es mein eigener Wille gestaltet. Hier sehe ich stets den künstlerischen Prozeß. So wird denn Yōsei eine Tätowiererin werden, und zwar eine meisterliche und daher radikale Künstlerin ihres Fachs. Auch dies dann wieder aus dem Leben genommen; wenn ich sie, Yōsei, bei der Arbeit beschreibe, beschreibe ich, was ich an → Elena beobachten darf.
Die zweite Bindung des thematischen Motivs ergibt sich daraus, → daß ich neulich begriff, eigentlich gehöre der Prozeß, mich, eben von dem Bioport ausgehend, tätowieren zu lassen, in das → Krebstagebuch, allerdings in seine Fortsetzung nach der noch nicht geschriebenen Klimax, für die ich erst nach Aqaba muß, um den “Spielort” der “Enteinigung”, also der OP, zu finden. Für die Reise dorthin fehlt mir noch das Geld (allerdings die Flüge dorthin → sind erschwinglich); ein guter symbolischer Zeitpunkt wäre im Februar mein Geburtstag. Nur hält mich noch mein, sagen wir, Aberglaube davon ab, mich zu verhalten, wie ich es eigentlich täte – mit dem vitalistischen Schlachtruf “Sei’s drum!” Vielleicht nämlich sollte ich warten, bis medizinisch objektiv gesagt werden kann, daß ich “geheilt” sei, bis also nach dem fünften Jahr. (Meine nächste Kontrolluntersuchung findet am 6. Dezember statt). – Wie aber nun auch immer, läßt sich dieses Tattoo-Projekt auch als eine Verbeugung vor → Liligeia verstehen, die ich als – bislang – Unterlegene e h r e. MIr ist das wichtig. Hatte ich aber s i e schon, also den Krebs, in mein literarisches Werk integriert — selbst unvollendet, gehört das Krebstagebuch bereits, wenn auch nur in Der Dschungel publiziert, zu meiner Literatur[1]Albert Meier hat sogar schon → einen Aufsatz darüber geschrieben. —, so nun auch den, den sie “befiel”, – meinen Körper. Es ist dies eine unabdingbare Logik meiner Poetik. Was nämlich die Realitätskraft der Fiktionen anbelangt, bekommt das gesamte Unternehmen mit einem Mal sogar fiskalische Valenz, indem ich die Kosten des Tattoos von der Steuer werde absetzen können. Diese Volte ist eben nicht nur ein Schelmenstreich (ein bißchen freilich auch), sondern vor allem eine nächste Nagelprobe auf die Wirklichkeitsvalenz von Dichtung, und nicht nur der meinen. Die von mir längst nicht mehr nur projektierte Ästhetische Theorie ist, soweit nicht Praxis, durchaus normativen Charakters – allerdings im Bezug auf ihre historische Zeit. Spätere Entwicklungen der Künste (und also der Gesellschaften sowie der Naturen[2]Womit ich nicht nur die verschiedenen geologischen Naturformen meine, sondern auch → Zweite & Dritte Natur usw., also Natur in den kulturellen Codes ihres Wahrgenomenwerdens. Wie diese sich … Continue reading, in die sie eingebettet sind) werden sie relativieren.
Wiederum aber die rhizomatische Form des Tattos entspricht sogar insgesamt den auch anderweitig immer wieder attestierten prozessualen Strukturen meiner insbesondere Romane, die ich somit fortsetze auf Haut.

*** (Unterbrochen, um zu duschen usw.) ***
 

[Sophia Gubaidulina, София Асгатовна (Sonnengesang)]
Gestern kam die endgültige Zusage zur Graphik Novel; tatsächlich → der Zilts wird es werden. Nur über den Vorschuß ist noch zu verhandeln. Woran ich eigentlich gedacht hatte, was ich mir gewünscht hatte, wird wahrscheinlich zu erreichen nicht sein. Aber vielleicht doch noch genug, um mir einzwei Monate durchzufinanzieren.  Es wird doch einige Arbeit zu leisten sein, um die lange Erzählung auf Pavlenkos zeichnerische Bedürfnisse auszurichten. Gut, liebste Freundin,wir werden sehen. Mich drängt es erst einmal in die Briefe nach Triest zurück. Sie stehen ja ziemlich kurz vor dem Abschluß ihrer ersten Fassung. den ich sehr, sehr gerne noch im Dezember sehen möchte. Es wäre ein feiner Beginn für 2023. Das meiste dann wird nur noch konzentrierte Fleißarbeit sein; vor allem wird gestrichen werden müssen, aber klug. Manches, was in der Ersten Fasung jetzt steht [3]Der von mir so genannte “Rohling” ist, was →  von November 2014bis Februar 2015  in Der Dschungel stand., kann so nicht mehr bleiben; viel zu viele Angaben sind ungenau oder sogar unmöglich. Doch um das zu beheben, braucht es fast durchweg nur kleine Verrückungen; und einiges kann oder muß sogar ganz weg. Die Geschichte hat sich – siehe oben – geschrieben, jetzt ist die Fassung anzugleichen.

Ach so! Gestern sehr spät am Abend der plötzliche Impuls, wieder mit dem Sport anzufangen. Er hängt wohl mit meinem begonnenen alkoholfreien Monat zusammen. Wirklich wieder riesige Lust … nein, nicht zu joggen, meine 15-km-Läufe “kosten” zu viele Kalorien, die krieg ich in den Körper nicht rein. Aber neu mit leichtem Krafttraining zu beginnen, erstmal an den Slings. Zu Anfang nicht mehr als jeden Tag eine halbe Stunde, danach dann weitersehen. “Sicherheitshalber” schaute ich aber im Netz wegen des Tattoos nach. Also, ich soll noch bis zur Abheilung warten. Gut, dann hoffe ich mal, daß der Impuls bis dahin so lockend mir erhalten bleibt. Aber mir gefiel einfach nicht, daß unter dem Bizeps die Haut hängt, was mir auf Foto mit der Tattooergänzung aufiel. Wie mein, nun gut, “verkaterter” Zustand des Wochenendes war auch dies ein mir von meinem Körper, den ich achte, als “Jetzt paß aber endlich mal auf, versammt!” zugefunktes Signal. Und wie immer, wenn er mir etwas sagt, höre ich darauf. Nicht bei den Menschen, nur bei meinem Körper.

Ihr, Allerverehrteste, wie immer
ANH

References

References
1 Albert Meier hat sogar schon → einen Aufsatz darüber geschrieben.
2 Womit ich nicht nur die verschiedenen geologischen Naturformen meine, sondern auch → Zweite & Dritte Natur usw., also Natur in den kulturellen Codes ihres Wahrgenomenwerdens. Wie diese sich auch subjektiv ändern, ist momentan ausgesprochen gut an mir selbst zu beobachten, der doch über Jahrzehnte ein Gegner von Tattoos gewesen.
3 Der von mir so genannte “Rohling” ist, was →  von November 2014bis Februar 2015  in Der Dschungel stand.
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