Krebs/Nachkrebstagebuch, 11. Oktober 2020. Wiederherstellung der (hetero)sexuellen Kompetenz. (Zugleich als Coronajournal No 30.)

[Arbeitswohnung, 9.27 Uhr
Penderecki, Fünfte Sinfonie (1999)]
Dies ist entschiedenermaßen der nun nächstfällige Schritt, nachdem mir zum einen die Chemo die Fortpflanzungsfähigkeit zerstört haben dürfte (sollte ich dies testen lassen? von → Tests habe ich grade die Nase auch da voll, wo man den Johannes erkennt), sich aber die zweigeschlechtliche Sexualität-an-sich, ganz unabhängig von mir, unterm correctkriegerischen Dauerfeuer in Schützengräben bergen muß, die über ihr ständig so sehr zusammengeschossen werden, daß sich der Eindruck gewinnen läßt, den Angreifern komme Corona grad recht: Vermittels des Virus’ lassen sich ganze Gesellschaften moralisch zurück ins Biedermeier bomben. Genau dies, dem zu widerstehen, macht die Notwendigkeit dringend. Safer breathing hat durchaus seine Parallelen zum “safer Sex”, man muß da gar nicht lange konstruieren.
Nein, ich leugne Covid-19 nicht, sondern sehe die Gefahren — indessen aber auch, wie gut die Krankheit zur zunehmenden Entkörperung paßt und damit in die Entwicklungslogik des Monotheismus – egal, ob jüdischer, christlicher oder islamischer Provenienz. Insofern der Sexus – weiblich ausgedrückt: insofern Aphrodite – sich an keine Regeln hält (“Venus ist eine glischige Göttin”), ist die Libido auch gesellschaftlich nicht lenkbar, damit anarchisch-antiautoritär. Das kann weder einer Gesetzgebung gefallen noch gar unserer Wirtschaftsdynamik, der daran gelegen ist, alles auf einen Tauschwert herunterzubechen, es mithin gleichzumachen, sei es Ware, sei es Mensch (als nämlich kalkulierbare Arbeitskraft, die, anstelle zwischen Speichen Stöcke zu stecken, ihren Weisungen nachkommt).

Aber auch künstlerisch ist es notwendig, weil Eros die Antriebskraft der Künste ist, aller, und nicht etwa seine, bzw. der Venus Sublimation. Verdrängt ihn die Moral, verdrängt also SIE, kommt dabei schlechte Kunst – keine also – heraus. Deshalb warnte selbst Brecht, man könne nicht auf ihn bauen – zumal mit vorher den “incorrecten” Versen:

In meine leeren Schaukelstühle vormittags
setze ich mir mitunter ein paar Frauen
Brecht, Vom armen B.B.

— “setze ich mir” – welch hübsche Hybris. Es wird Zeit, wieder zu partizipieren an ihr; die Damen müssen sich setzen ja lassen: Das Spiel ist durchaus nicht von einer Seite alleine geführt, die in den Schaukelstühlen sind keine Opfer. Vielmehr, sie haben gewollt.
Wobei nicht ausgemacht ist, ob ich’s – also wieder zu partizipieren – auch “schaffen” werde. Der Wille indes ist zurück, nicht nur als Wunsch. Es ist dies, oh → Li, ein erster Schritt in die nichtnurorganische Heilung – egal, ob mich das dann abermals Stipendien und Preise kostet, die aus “moralischen” Gründen mir vorenthalten werden, dem unbeugsamen Incorrekten, den jede Konsensgesellschaft erschaudern läßt. Auch das ist eine Hitlerfolge, oder um es mit Jelinek zu sagen (ich habe es → dort schon zitiert):

Wenn alle in eine Richtung rennen, müssen die Künstler in die andere. Das ist ihre Pflicht.

(Die Dicht’rin seh die Verkürzung mir nach; sie hat hier rein rhythmische Gründe.)

Wie es also anstelln? Mehr noch als AIDS – seinerzeits bis heut – versiegelt Corona nunmehr die Lotterbetten, mit Mundschutz ist nicht einmal ein Cunnilungus wirklich praktikabel und relativ gefahrlos nur in der Monogamie noch möglich, in die wir nachdrücklicher zurückgescheucht werden sollen als selbst den Zeiten des Rauchverbots möglich — einer Entente globale erstem gelungenen Feldforschungsprojekt zur Massenlenkung. Nun wird FREMDGEHN NEIN DANKE zur nicht nur mehr katholischen, also islamischen Devise; der neue Biedermeier stand eh schon wuchtig genug in der Tür: nicht weniger bläßlich als anno dunnemals zwar, doch ebenso Ausdruck reaktionärster Macht, bzw. ihrer Wi[e]derkehr. Neu ist allein, daß sie es gelernt hat, sich als progressiv zu maskieren, sogar als Feminismus.
Ach, in der Tat, wir hatten vor AIDS nicht halb so viel Angst! Die Krankheit griff auch in
die Existenz nicht so ein, wir brauchten bloß paar Tütchen. Nicht ein einziges Späti wurde geschlossen, und wer aus Wien zurück nach Berlin kam, konnte hedonistisch sein, wie er wollte, oder sie, in Quarantäne mußte man nicht, egal ob halb der sechste Bezirk war flachgelegt worden. Und umgekehrt die KITKAT-Besucher & Innen – derer es einige, einige gab – mußten auch nicht auf die Sitte in Wien. Erst nu’ isser zu, der cosmopolitische Club, coronageschlossen wie das INSOMNIA und all die anderen Etablissments der erotischen Libertinage.
Und aber auf der Straße? Sprechen Sie, Freundin, jemanden jetzt einmal an, Jemandinnen meine ich, ob nun mit oder ohne Sternchen … auf anderthalb bis zwei Metern Abstand muß man(n) fast schreien, alleine schon wegen des Tuches vorm Mund. Sowas paßt nicht zu Charme und zu Flirt. Ich habe ja schon Schwierigkeiten, die Kassiererin bei PENNY zu verstehen, wenn sie etwas fragt. Social distance heißt erotisch Entfernung. Oben Mund- und Nasenschutz (als müßten die wir schützen!), unten LONDON GEFÜHLSECHT. Was – zwischen Arbeit und erfüllten Lebenssinn geschoben – Entfremdung genannt war, wird nunmehr total, nachdem sie auch längst das Geschlecht fast erdrückt. Die Zukunft ist “queer” und kontaktlos. Für Replikanten paradiesisch, ein gentechnologischer Rummelplatz, ist Corona fürwahr der Grund für virenfreie Sexmaschinen. Da wird sogar der Verkehr mit – Dassagichjetztnicht – möglich.
Soweit aber sind wir leider noch nicht, die Puppen von der Uhse sind wahrlich nicht alternativ, um von “wirklich” wirklich zu schweigen. Außerdem habe ich schon → mit Siri Probleme — trotz ihrer tiefen Versprechen :

Siri macht jetzt noch mehr.
Schon bevor du fragst.

Da sage noch einer, es sei die Richtung nicht deutlich! Doch helfen tut mir alledies nichts. Ich habe verabsäumt, mich rechtzeitig vor Corona und für mein Altern haushalts- und also erostechnisch zu binden, nu’ hab ich den Askesesalat und sollt’ wie mein Bruder, da war er fünfzehn, über meine Liegestatt schreiben:

Solang ich zwei gesunde Hände habe,
kommt mir keine Frau ins Haus.

Nur war er damals dreizehn, da wußte er einfach noch nicht, was das hieß. Und hier bei mir an der Wand sind viel zu viele Bücher. Dabei ist er heute prophetisch, Hagens, meines jüngeren Bruders, Satz. Der diese Pandemie zudem nicht mehr erleben muß. Ich denke einmal, AIDS hat ihm schon völlig genügt, als er statt daran im hochgebirgigen Wildwasser umkam, das ihm vier Grad kalt auf den Zungenhals stürzte. Erstarrung des Muskels, die Luftröhre zu. Gestorben, wie der Filmer sagt (dies ist ein Zitat). Des Extremsportlers neoprenverpackter Korpus wurde erst zwei Tage später gefunden. Noch lebend sah Hagen so aus zuletzt (nach der Beerdigung unseres → Vaters):

 

 

 

 

 

 

 

 

(links neben mir,
1990)

Ui, nun wurde ich wirklich privat, Pardon. Auch Corona verführt zu Lebensbilanzen, die ja immer zugleich Erinnerung sind. Jedenfalls bin ich heute einigermaßen hilflos, zumal mir mein bester, nach wie vor in schäumendem Safte stehender Freund gestern nacht “steckte”, auch für ihn sei dieses Jahr geradezu pheromonfrei verlaufen — so daß ich mir die Bemerkung nicht verkneifen konnte, da hätt ich ja lihalber gar nichts verpaßt … Was mich tatsächlich ein wenig beruhigt, auch wenn ich nach wie vor nicht weiß, wie meine Askese beenden. Nur dann nämlich, wenn dies gelingt, werde ich auch wieder mit vollen Kräften schreiben können. Die Musen wollen geliebtwerden, und zwar nicht nur im Geist, im Geist sogar am wenigsten … — Ach! Enden die → Béarts deshalb mit einem → Accende?

 

so fragt, liebste Freundin,
Ihr ANH

Im Relais bei بجده : Aus der Nefud, Phase I (4). Geschrieben am Donnerstag, den 28. Mai 2020, in den Freitag – also heute, den 29. – hinein und eben einem Boten mitgegeben. Krebstagebuch, Tag 31 auf 32.

 

 

 

 

[صحراء النفود, 28. Mai Relaisstation bei بجده, was “Großvater” bedeutet, gesprochen ungefähr “Bijadewè”, das “j” wie “Schorsch”.
13.36 Uhr]

Wir erreichten “den Großvater” bereits gestern, lange noch vor Sonnenuntergang, hatten allerdings eilen, die Tiere ziemlich unbarmherzig antreiben müssen, weil es geheißen hatte, es sammle sich für den Abend ein هبوب, Habub, also ein für die Sahara ziemlich typischer, heftiger Sturm, der normalerweise den Sand selbst bei extremen Winden nur wenige Meter über dem Boden mit fortreißt, diesmal indes bis in fast einen Kilometer Höhen aufwirbeln könne. In dann so etwas mochte wirklich keiner von uns hineingeraten.
Dennoch, es war ein Wettlauf mit der Zeit, bei dem mir nun wirklich einmal schlecht wurde, aber nur der Bewegung meines Dromedars wegen – mit dem ich andererseits unterdessen Freundschaft geschlossen habe; “mein Röhrerchen” nenne ich das Tier, weil es, wenn ihm etwas nicht paßt, höchst bezeichnende Geräusche von sich gibt, von denen ich einfach nicht herausbekomme, ob es sie nur im Rachen oder mit Rachen und Nase erzeugt. Man könnte sie ein gezogenes, bisweilen genervt aufbrüllenes “sonores Röhren” nennen. Doch hören Sie, liebste Freundin, am besten selbst, ich habe mein Aufnahmegerät ja immer dabei, auch hier in der Nefud. Wer weiß, vielleicht bekomme ich ja doch einmal wieder den Auftrag für ein Hörstück? Wie auch immer, ich wünsch(t)e es mir.
Nun indes voilà mein Kamel:

Jedenfalls da war der Name, Röhrerchen also, in der Welt. Wie Sie hören können (und bestimmt gleich schon dreimal wiederholt haben), hatte der Bursche entschieden keine Lust aufzubrechen  hätte sich vor dem Sturm lieber untergestellt, was zwischen den ausgeblichenen Granit- sowie den deutlich spröderen Sandsteinfelsen gut möglich ist, die allerdings seit der Antike schon stehen. Hinter solch einen also sich in den Windschatten ducken im Kreis seiner Liebsten und vielleicht sogar, wenn sie nicht hersehen, tun, was bei stürmender Gefahr sonst nur Straußenvögeln nachgesagt wird. Das hätt zu meinem “Röhrerchen” gepaßt. – Übrigens täuscht sein Diminutiv doch sehr; Röhrerchens Schulterhöhe beträgt über zwei Meter– und so gelassen schaut es auf seine Stuten hinab. (Tatsächlich findet das soziale Leben dieser stolzen Tiere in, ecco!, Haremsgruppen statt). Den überm Höcker befestigten Reitsitz habe ich Ihnen gewiß schon gezeigt. Falls nicht, dann also nunmehr hier:

Um darauf das Gleichgewicht zu halten, braucht es doch einige Übung — vor allem, wenn so plötzlich wie gestern zum Aufbruch, was sag ich? zum Lossturm aufgeblasen wird. (Natürlich wurde nicht “geblasen”: Selbst in der Wüste herrscht Gegender viel zu viel; Faisal, der ebenso korrekte wie entschieden moderne, war lange schon vor mir den correcten Lauf der Zeit mitgegangen. Er will sich wahrscheinlich nicht nachsagen lassen, zu den “alten weißen Männern” zu gehören. Da er ziemlich dunkelgebrannt ist –  seines fast ebenhölzernen AlecGuiness-Anlitzes Schnitzwerk tat ich ganz sicher schon Erwähnung –, muß er es kaum befürchten. Das “weiß” ist schon mal weg.)

Tief nordwest nun aber schon ballte sich am Horizont das Blauschwarz eines zorn’gen Passats gen Osten herüber, und immer wieder kam es mir vor, als blitzen darin Milliarden Atome aus in den hochgeputschten Sanden gelösten Metallen — in solcher Entfernung ganz sicher eine, also meine Täuschung. Dennoch, wir mußten in die Sättel, Dr. Faisal, sein, ich sage einmal, Leibknecht Lars ibn Gamael, ich selbst sowie die andern acht, die uns begleiteten (Barbier, Koch, die beiden Kamelpflegerjungs, der Sanitäter aus Medina und zwei Trägerscouts) – mithin eine veritable Kleinkarawane, deren Zentrum allerdings ich blieb, mit Faisal als meinen Leibarzt an der Seite. Es geht ja nicht mehr gegen “die” Osmanen, sondern eigentlich nur → Li, die nun schon → wieder nicht zufrieden ist und von der ich weiß nicht mehr welche Legende erzählt hat, sie habe ihre Heimstatt in Aqaba und dies ihr Domizil mit vier Höllenkreisen umschlossen. Deren erste Relaisstation wir, kämen wir denn endlich los, am Abend erreichen wollten. Und ja tatsächlich erreichten. Wobei ich für unsren vor den geblähten Monsterbacken dieses drohenden Sandpassates einherstürmenden Relaisritt dennoch Lawrence selbst zitieren muß, demzufolge wir uns gerade in dieser Situation “winzig klein” fühlten, “und unser Vorwärtshasten durch solche Unermesslichkeit war fast wie ein Stillstand. Kein Laut war zu vernehmen, außer dem hohlen Echo der polternden Steinplatten unterm Tritt der Kamele und dem harten Rascheln des Sandes, der vor dem heißen Wind langsam nach Westen zu über den rindenartig verwitterten Sandstein hin kroch.“ Aber er erreichte uns, der Sturm selber, erst, als wir die Zuflucht schon gefunden. Dennoch versetzte er uns in Panik — als kämen wir hier niemals wieder hinweg. Es war ein Brüllen, schlimmer, viel schlimmer als Röhrerichs, war ein unentwegtes, die Gehörgänge zerreißendes Pfeifen, war sogar das Prasseln zentrifugaler gleichsam Sandschleudern gegen die geweißten Wände der Station, und nicht selten kreischten sie entsetzlich auf, denn es war, als schnitten sie sich ins aus bedachtem Grund wenige, doch schußsicheren Glas der Quaderseitenfenster. Derart tobte ein جنيweiß berliozscher Songe d’une nuit du Sabbat. Doch als ich heute sehr früh hinaustrat, war von alledem nichts mehr zu merken, ja schon nachts, was in der Nefud etwa 22.30 Uhr für ich bedeutet, so daß ich mit Leichtigkeit um fünf von meinem Lager rolle, und bestgemut – also schon nachts ließen mich die unterdessen drei, bzw. bereits vier Tropfen THC-Öls das Wüten draußen fast vergessen. Als ich um halb drei erstmals zwischenwachte, war der Sturm schon selbst nur Traum, und heute früh erglänzte die Wüste in psychedelischstem Rot.

Ich schritt ein wenig aus. Es war noch Zeit. Meine indischen Sandalen stäubten den Sand, lauter Fahrwasser-Trömbchen im Windzug von Gang und Thawb (ثوب, Gewand). Faisal hatte mir bereits gestern gezeigt, wohin ich heute vormittag kommen müssen; doch nicht vor  zehn, er und Gamael hätten erst ein paar Vorbereitungen zu treffen, vor allem die Funktionalität der Geräte zu überprüfen. Zwar, Araber seien in medizinischen Belangen gewiß versierter als ihre christlichen Kollegen, doch Napoleon Bonapartes Marsch durch Ägypten wirke weiter bis noch heute, böse weiter. Die arabische Welt habe ihr Selbstvertrauen da verloren (deshalb übrigens auch die dem Biedermeier abgeguckte fundamental-rigide Sexualmoral); der – bis heute typisch für die kolonialen Mächte  Sykes-Picot-Betrug habe es nicht besser gemacht.
Im Vergleich mit der unseren verläuft die Zeit im Orient nicht minder anders als, noch einmal differierend, → in den Oasen ihrer Märchen.
Bis zehn war also noch Zeit. Ich war nicht einmal nervös, hatte und habe einfach das Gefühl, daß der Tumor schon geschrumpft sei und die Nefud ihm also bereits gutgetan hab, was natürlich schlechtgetan heißen muß, aus Liligeias Perspektive. Auf deren Nachtbillet ich morgen antworten will, eingehend, wenn wir bereits auf dem Weg zum zweiten Höllenkreis unterwegs sein werden.

Entfernt pulkten vierfünf voneinander separierte Dromedarharems; in ihrem einen deutlich gegen das Morgenlicht erhoben, reckte sich mein Röhrerich. Doch kam mir der Name jetzt lächerlich vor; ich will das Tier wirklich nicht beleidigen, werde ihm heute noch eine andere, tatsächlich arabische Ansprache geben. Kara ben Nemsi hatte benamst ja nur ein wenn auch höchst berühmtes Pferd; El Aurence wiederum hinterträgt uns die möglichen Namen seiner Kamele nicht, oder ich habe die entsprechenden Stellen → in dem enormen Buch vergessen. Ich werde nachher auch diesbepaarzeht Faisal um Rat fragen — der sich jetzt aber erst einmal auf Liligeia konzentrieren soll.
Es war aber noch immer Zeit, ich hatte Lust, mich zu setzen, einfach in die steigende Sonne, mein Gestirn, zu meditieren und – derart nachdrücklich zum ersten Mal wieder seit ich’s “gesteckt” habe, also nach sechsundzwanzig unterdessen nur noch leidlichen Entzugstagen – zu rauchen. Ach, eine Zigarre jetzt, wenigstens einen Cigarillo! Und doch, wie froh ich war, nichts dergleichen bei mir zu haben. Und die strohigen Zigaretten unserer Helfer lockten mich nicht.

Ah, jetzt wird’s aber Zeit. Aus dem Bodensitz hinauf, mich strecken, meinen hellen Thawb zurechtgezogen, wieder in die indischen Sandalen und langsam zum Eingang der Station. Wobei ich mich nun doch über den hauchigbauchigen Schaum wunderte, der den längst wieder verwehten Pfad wie eine Schneegischt bedeckte, die ganz offenbar der nächtliche Sturm neben dem vielen Sand mitgeführt hatte. Von immerhin diesem war keine hundert Meter weg eine riesige Düne neu entstanden. Und auch sie war von diesem Schaum bedeckt:

Woran ich allerdings am interessantesten finde, daß es auf frappierende Weise einem Bild von Anselm Kiefer ähnelt, → dem da nämlich (im unteren, dem Boden!teil).

Derart in Gedanken trat ich ein, die Pforte war nicht verschlossen, und ich hatte mir die nun zurückzulegenden recht engen Gänge gut eingeprägt, fand deshalb leicht ans Ziel, wo mich Faisal auch schon erwartete und, während mich Lars (ibn) Gamael erst einmal auf die Waage stellte (mit Schuhen, Hosen, Hemd 73,5 kg, also runden 72), den Ultraschall vorbereitete, zu dem ich mich endlich auch begab und legte, nachdem noch eine tiefverschleierte (ob nur Coronas halber, erfuhr ich nicht) Helferin mir zwei Röhrchen Blutes abgenommen, dessen erste Werte allerbestens waren.
Nun läßt sich noch die schönste Krebsin im Ultraschall kaum sehen, doch aus dem Umstand, daß ich keinerlei Schluckbeschwerden mehr verspürte, schien es Faisal nahezuliegen, bereits auf Erfolge zu schließen, die unser Ritt durch die Nefud in nur einer einzigen Woche erbracht. Er wirkte mehr als zuversichtlich und war jetzt, nach meinem Bericht, sogar mit dem THC-Öl einverstanden, das mir लक्ष्मी mit Hilfe Cagliostros besorgt; ich möge nur bitte, wenn ich denn wieder Schmerzen hätte, nicht den Lawrence spielen —————————

“Was ist der Trick?” – “Es gibt keinen.”:

—————————, sondern mich des Novaminsulfones bedienen. “Ihr Schmerzgedächtnis wird es Ihnen danken. So, und jetzt mal locker bitte, wird kurz kalt.” Was mich an dem Foto aber nervt, ist, daß das um den Nabel herum wegen der Laparoskopie rasierte Haar immer noch nicht nachgewachsen ist, so daß ich fast schon denken mußte, es sei nun sozusagen vor-ausgefallen. Da aber Faisal nichts sagte, schwieg auch ich.
Doch, er sagte was: “Das sieht ja alles gut aus. Und die übrigen Laborwerte bekommen wir heute gegen Abend. Lassen Sie uns deshalb diesen Tag dem Insichgehen widmen. Vielleicht machen Sie mich später ja erneut mit einer für mich neuen Musik bekannt, die aus dem Dschanna ruft.”

 

[29. Mai
صحراء النفود, 7.13 Uhr
Relaisstation bei بجده.
72,2 kg]

Wir sind doch über Nacht noch geblieben, nicht bereits nach meiner Untersuchung aufgebrochen. Nach nunmehr vier THC-Tropfen zur Nacht erstmals komplett ohne Unterbrechung durchgeschlafen. Aber daran werden auch, von gestern, die guten Ergebnisse mitbedankt werden müssen.

So … – Witzig: Röhrerich ruft mich … er röhrt (“sonor”), soll das heißen, nach mir. Er nach mir! Ich lasse ihm den Namen vielleicht doch.

[Arbeitswohnung, 7.38 Uhr
Georg Friedrich Händel: → Alcina]

Was ich aber noch vergessen habe: Heute wurden wir bewaffnet – wobei es eher angemessen ist, von einer geradeu Aufnötigung zu sprechen. Natürlich wollten die allzu, schien es mir, Besorgten ihren Schnitt machen. “Unterschätzt nicht die Gefahr!” Der Weg zum Eingang des zweiten Höllenkreises sei ständig von Banditen bedroht. Wobei ich nicht wirklich eine Ahnung habe, wie mit Gewehren umzugehen. Liligeia, oh, was Du mich alles lernen läßt! Ich fühl mich fast → an Arndt erinnert.

Ihr ANH

Total bekifft nach Aqaba: Der Chemo erster, nämlich der Hinausritt. Das Krebstagebuch des einundzwanzigsten Tages, das am zwanzigsten begann. Mittwoch, der 20. Mai 2020.

[Arbeitswohnung, 6.55 Uhr
Schostakovitsch, Streichquartett Nr. 15 es-moll, op.144]
Mit seinem letzten Streichquartett die Reise zum Haus der Versöhnung zu beginnen, ist angemessen, das anders als Lawrences in meinem Aqaba steht und eher ein Haus der Wiederumarmung ist, da sich’s von Verschwesterung nun am allerwenigsten sprechen ließe. Wenn stimmt, → was Frau von Steglitz wähnte, wahrscheinlich weiterwähnt und worauf ich auf jeden Fall noch gesondert eingehen muß, dann haben wir es, Freundin – ich, Freundin, habe es dann – mit einem viel umfassenderen Zusammenhang aus Ursachen und Wirkungen zu tun, als wir bislang meinten. Es wäre dann nicht nur meine Lan-an-Sídhe, die ihr Recht hier fordert, sondern es läge noch eine andere Bürde in ihrem Sirenengesang, die für seine Süße mitsorgt. Ich werde sie’s erst fragen könnne, wenn sie in meinen Armen liegt, bzw. ich in ihren Armen liege und wir dann beide nicht wissen, ob wir gemeinesam versinken oder aufsteigen werden — das eine konkret, das andre metaphorisch.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter, weiter Weg. Durch die Nefud, da der Seeweg verschlossen, muß ich also hindurch, wobei “verschlossen” wohl auch bedeutet (wenn auch niemand drüber spricht, es abergläubisch nicht mal jemand auch nur erwähnt; es ist, als wären die Münder meiner Beduinenfreunde in Sirenenbelangen vernäht – was bei Männer der Wüste aber nicht verwundert) … — also, was wohl auch bedeutet, daß sich all die Freundinnen → Lis, ein wahrer Liligeiatrupp, drin versammelt haben könnte zum Unheil eines jeden, ja einer jeden, die und der es wagte …. Doch, wie erzählt, es wird nicht drüber gesprochen, die Nefud ist ausgemacht.

Sie ist, wir leben im Nachzeitalter der Star-Wars-Serie, für ihre hoch radioaktiven Strahlungen bekannt, die mit der Hitze tags und nachts der scharfen Kälte eng verbunden, aber mehr als sie – oder überhaupt nur – im Körper schwere Wucherungen auslösen kann. Um es handlich zu sagen, ist die Nefud ein in Sand zerfallenes Tschernobyl von ungeheurem und ungeheuer blendendem Ausmaß. Gegen Hitze und Kälte läßt sich’s, ich schreibe einmal, “kleidungstechnisch” angehn, gegen Strahlung aber nicht. So müssen wir, die es wagen, chemisch abgehärtet werden, was teils direkt vor den Reitetappen geschieht (ihrer vierer werden es sein, je von zwei Wochen Dauer), teils sogar noch während, jedenfalls je anfangs einen ganzen Tag lang. Dazu wird in den implantierten Bioport ein dünner Schlauch eingeführt, der aus einer mit einer 5-Fluorouracil-gefüllten Pumpe herauskommt und den Körper des Ritters auf diese Weise mit dem Mittel in Dosen von 10ml pro Stunde versorgt. Nach dieser Zeit wird die Pumpe entfernt und bis zum ersten Tag des folgenden Zyklus beiseitegelegt, der Bioport verschlossen. Da ist man dann aber schon auf der Strecke und hat sich ans Schwanken des Dromedars hoffentlich gewöhnt. Denn es keinem einem von alledem gehörig schlecht werden – wogegen man ebenfalls ein Mittel bei sich führt, das Ondansetron heißt, aber, obwohl danach das Wort “Bluefish” folgt, nicht, aber auch gar nichts mit Douglas Adams’ Bubblefish zu tun hat. Ich kann zu diesem Fischerl noch nichts sagen; eins zu schlucken war bislang nicht nötig.

Selbstverständlich bekamen wir, die wir auf unseren vor Ungeduld bereits nervös hin- und hertrippelnden, statt, wie ihren Schwielensohlen eigentlich eigen, breit trampelnden Reittieren saßen, noch weitere innere Stärkung – deren inhärentes Problem darin liegt, das wir nicht vorhersagen können, in welcher Weise sie uns auch schädigen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist dafür aber hoch. Nehmen wir etwa → Oxaliplatin, das Medikament Nr. 1, das maligne Wucherungen abtöten, zumindest behindern soll. Schauen Sie sich, liebste Freundin, die Nebenwirkungen an, deren einige sofort einleuchten, wenn wir uns klarmachen, daß die Substanz auf alle ungewöhnlich schnell wachsende Zellen schießt, weil es nicht intelligent genug ist, zwischen gesundem und boshaftem Schnellwuchs zu unterscheiden. Daran ist besonders böse, daß spontan die Finger- und Fußnägel ausfallen können, und zwar schon während der ersten Applikation. Deshalb liegt man an der Relaisstation erst einmal in einer Art Liegesessel und bekommt immerhin schicke (‘chic’e) weiße Handschuhe übergezogen, die dann mitsamt den Handschuhn in tief vereiste Puschen gesteckt werden müssen, um die Durchblutung zu stören; ebenso die Füße, die aber in ihren Socken bleiben.
Ungefähr nach einer halben Stunde tut es ziemlich weh und darf dann für zehn Minuten unterbrochen werden, bevor die Eispuschen wieder drüber müssen. Also da man man durch. Und es geht auch, zumal meine Nägel nachher alle noch waren, wo sie sollten.

[Vagn Holmboe, Streichquartett Nr. 20 op.160 “Notturno”]

Der zweite Infusionsgang (wir liegen immer noch in dem Leder und hören unterdessen auch hier Schostakovitsch, allerdings – nun geht’s ja “am Stück” – sämtliche seiner Präludien und Fugen in der Interpretation von Keith Jarrett) führt uns, eine weitere Stunde lang, → Calciumfolinat zu, das ist Folinatsäure, die sich in Kombination mit 5-FU, also dem Zeug aus der Pumpe, an das Enzym Thymidilat-Synthase bindet und dadurch zur Erniedrigung der intrazellulären Thymidilat-Konzentration führt, wodurch die zytostatische Wirkung von  verstärkt wird. Auch hier aber sind die Nebenwirkungen nicht ohne, deren häufigste die für Chemos bekannte Übelkeit ist, gegen die ich aber die blauen Fische in einer der prallen Satteltaschen habe. Und die letzte Stunde der inneren Wappnung wird auf dem Leser mit → Docetaxel verbracht, das sich tabil an den Mikrotubuli-Apparat bindet, an sozusagen das Exoskelett der wuchernden Zelle. Dadurch verliert ihr Spindelapparat der Zelle seine Funktion und es kommt zu einer völligen Blockade der Mitose sowie schließlich zur Apoptose. Oder soll kommen, nun jà. Zumal hier genauso: Wo Rettung, wächst auch Gefahr, was sie in den Metamorphosen der hier gleichfalls Nebenwirkungen tut.

Das ist alles sehr heftig, keine Frage. Dennoch gingen die vier Injektionsstunden recht angenehm vorbei, vor allem wegen des nahezu ungestörten Musikhörens, das schon deshalb nötig war, weil in der Praxis irgendein Radio FFH dauerquasselte mit “den besten Hits aller Zeiten”, deren jeder von so unsäglicher Banalität, daß es nicht nur eine akustische Umweltverschmutzung genannt werden muß, sondern es wäre ernstlich zu erwägen, um Schmerzensgeld einzukommen. Die psychischen Schäden, die man allein an zerstörter Sensibilität davonträgt, gar nicht erst in den Blick genommen, kann unterm Einfluß solcher “Musik” schon gar niemand heilen, im Gegenteil, die Symptome noch werden verstärkt und die Ursachen der Krankheit ein- für allemal affirmiert. Also schon aus Selbstschutz: Kopfhörer in die Ohren, selbst wenn es “nur” um Ruhe geht. Und von der hörbaren Dummheit der Moderatorinnen und Moderatoren will ich erst recht nichts schreiben, ich müßte, so sehr ich auch recht habe, Straf- und Beleidigungsanzeigen gewärtigen, da der feixende GuteLaune-Korruptionsungeist justiziabel eben nicht ist, der seine Hörerinnen und Hörern an den Marionettenfäden der industriellen Konsuminteressen in die schließlich Apathie führt.

Durch meinen Onkovergil hingegen schien es einfach durchzugehen, vom linken Innenohr zu rechten, dort wieder hinaus, ohne irgendwo anzudocken. Manche Menschen haben diese Fähigkeit. Mir geht sie leider ab, kann nicht “auf Durchzug” stellen, sondern alles bekomme ich intensiv immer mit. Auch diesen giftigen Müll. Jeder Einkauf im Warenhaus ist ein akustisches Spießrutenlauf.
Auf der Straße ist es übrigens anders, komplett anders. Da mag ich den Unterhaltungsschritt sogar, was aber damit zusammenhängt, daß er dort mit sämtlichen Weltgeräuschen amalgamiert und deshalb eine ganz eigene Musik ergibt, der es fehlen würde – als Klangfarbe fehlen –, wenn er fehlte. Eine immer wieder interessante Beobachtung besonders in der Dritten Welt, die ja nun vollgeplärrt von Schnulzen wird, die aus schiebbaren Lautsprecherkarren tölen. Das ist in der Tat ganz wunderbar, wenn da dann noch die Autogeräusche und die jubelnden Stimmchen von Kindern und Papageien und die Schimpfrufe von Frauen hineinshalln, die auf Balkonen gegen Bretterblenden treten. Und so weiter. — “Was hörn Sie denn da?”
Wie, was? – Oh, der Arzt.
Ich zog einen der beiden InEarPhones heraus.
“Alles in Ordnung?”
“Ja, bestens. Besser sogar als vorhin. Als ich herkam, hatte ich ziemliche Brustschmerzen so einmal quer über die Brust.”
“Das ist der Tumor. Bitte nehmen Sie die Schmerzmittel.”
“Zur Nacht.”
“Nein, auch sonst. Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie sich dauernd beherrschen und dadurch zermürbt werden. Sie müssen auch keine Angst haben, abhängig zu werden. Sehen Sie, selbst bei Patienten, die so gequält werden, daß sie Morphiumspritzen bekommen, tritt keine Abhängigkeit ein, sondern das Morphium setzen sie später leicht wieder ab. Süchtig macht es nur, wenn Sie’s auf Spaß nehmen. – Aber was hören Sie da?”
“Schostakovitsch Präludien und Fugen …”
Da hellte der Mann geradezu auf. “Schostkovitsch! Wie großartig! Ich habe gerade eine Biografie über ihn gelesen, von einem englischen Autor … warten Sie… Und kennen Sie die Streichquartette?”
Es war nicht zu fassen.
So sprachen wir und sprachen. Über Musik. Über Literatur. Er, mein Arzt, sei ein großer Leser, aber leider… von mir … Doch habe er sich, nachdem er eine Anmeldung in seiner Praxis gesehen, etwas kundig über mich im Netz gemacht. — Gar keine Frage, wir haben eine Basis, und ich bin nun ziemlich froh, ihn während unsres Zugs durch die Nefud mit an meiner Seite zu haben. (Aber er gab mir auch für die Augen-OP Grünes Licht: Der nachlasernde Augenarzt solle von der Chemo aber wissen. “Sie können auch gleich nebenan zu Dr. Torun gehen, ich kann ihn nur empfehlen.” – Woraufhin ich spätnachmittags gleich eine Mail dahin schrieb.)

***

Ricarda Junge, die enge Autorenfreundin, holte mich ab. Alleine hätte ich die Praxis nicht verlassen dürfen, weil zu Anfang der “Sitzung”, also Liegung ein schweres Antihistaminicum injeziert wurde, das “endlos müde” mache — bei mir allerdings den gegenteiligen Effekt gehabt zu haben schien. “Meine Güte”, reif Ricarda an, als ich neben ihr im Auto saß, “du siehst total bekifft aus! – Aber erzähl …” Und als sie mich dann in der Dunckerstraße hinausließ, zwar gerne noch auf einen Espresso mit hochgekommen wäre, aber sie drängte bereits der nächste Termin, da …. also ich stieg aus, beugte mich nochmal für die Kußhand runter … sagte sie: “Und du bist total bekifft!”
Mit lautem Lachen fuhr sie davon, und ich stieg, nachdem durch Vorhaus und ersten Hinterhof gehüpft, die Stufen zu mir hoch.
Es war am Bekifftsein was dran.
Und ich hatte Hunger. Einen Riesenappetit. Nur daß ich immer schon im Nu satt bin und also ständig abnehme. Deshalb hatten mich eine Mitarbeiterin der onkologischen Praxis mit von ihr so genannter hochkalorischer Astronautennahrung eingedeckt. Die probierte ich nun aus und bereitete mir auch noch einen Cocktail aus konzentriertem Mandelmuß und Mandelmilch mit einem Löffel Hanfmehl eingerührt — alles von – wem sonst? – लक्ष्मी besorgt. Daraufhin wurde ich derart müde, daß ich erst einmal eine Stunde lang schlief. Wobei man sich an diese am Leib getragene Pumpe schon etwas gewöhnen muß. Ich bin ganz froh, sie nachher wieder loszuwerden: Um 11.30 Uhr erstmal noch ein Termin mit meiner Hausärztin, dann mit dem Rad in die Ontologie, um die Pumpe vor 13 Uhr, wenn dort geschlossen werden wird, wieder abgegeben zu haben.

Ach ja, als ich heimkam, war das in den USA bestellte Melatonin angekommen, das ich in dieser Dosierung in Deutschland irgendeines um das Hormon geführten Rechtsstreits wegen nicht mehr bekam. So hatte ich nachts etwas zum Ausprobieren.
“Funktionierte” nicht, “brachte”, um es lax zu sagen, “nix”. Um 2.30 dann doch noch mal eine Zolpidem geschluckt, mit 20 Tropfen Novaminsulfon kombiniert. Davon schlief ich dann endlich, und zwar sehr gut bis halb sieben durch. Und da Sie nun darauf brennen, sich das mit der Pumpe anzuschauen … — voilà!:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr ANH

[15 Uhr
Schnittke, Zweites Streichquartett (Leonardo-Quartett)]
Bin komplett auf den Streichquartett-Trip gegangen (auf dem ich vor Jahren schon mal fast ausschließlich war). Nach den Schostakovitschs und parallel zu den Holmboes erst einmal Brittens wundervolle drei (plus dem einen ohne Nummer, noch in Studienzeiten in D-Dur entworfenen, das er sehr viel später revidierte), dazu zwei von Schubert und nun auch Schnittke wieder.
Von der Chemo erste Übelkeit: So sehr schwankt mein Dromedar. Eben eine Tablette genommen, fast wie als Kind auf Reisen. Und leider, leider erst dann Bruno Lampes hinreißenden → Kommentar von Ibn Hamdis gelesen.
Ich will gleich unbedingt an die Béarts, endlich wieder!

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