| Der ganze Hyperion |
Gelesen von Nico Bleutge, Nora Bossong, Max Czollek, Daniela Danz, Ulrike Draesner, Durs Grünbein, Alban Nikolai Herbst, Norbert Hummelt, Kat Kaufmann, Björn Kuhligk und Madame Nielsen

Zu Friedrich Hölderlins 250. Geburtstag
ein Projekt des Literaturhauses Berlin

Zum Anhören und Herunterladen

→ dort:

 

 

 

 

 

 

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[Siehe auch das
→ Arbeitsjournal des 20. März 2020]

Das sechste Coronajournal: Für Hölderlin.
Am Freitag, den 20. März 2020.

 (An eine Freundin in Rom, die mir schrieb:
” … dann — non ritorniamo a veder le stelle”.)

“Es geht mit Sicherheit so weiter, möglicherweise monatelang – was sich sehr leicht verstehen läßt, wenn man weiß, was “exponentiell” bedeutet. Aber die Sterne, liebe Maria, sehen wir trotzdem weiter. Wir sind immer aus Katastrophen mit neuem Wissen herausgekommen, und nahezu immer gab es dann einen geradezu Ruck in der Entwicklung. Ja, wir werden wahrscheinlich viel weinen, aber es wird weitergehen, und wir werden Ideen über Ideen entwickeln. Wahrscheinlich beginnt jetzt gerade erst die Kommunikations-Revolution und wird nahezu jeden Lebensbereich erfassen. Corraggio!, Maria, corraggio!”

[Arbeitswohnung, 6.30 Uhr]

Dieses zuerst, bevor ich noch einmal → auf gestern zu sprechen komme.
Der vom Berliner Literaturhaus für heute mit einem herrlichen Programm geplante → Feiertag zu Hölderlins 250. Geburtstag kann wie so vieles andere physisch nicht stattfinden. So wurde erst geplant, daß sich die Beteiligten ohne Publikum in der Fasanenstraße einfinden und ihre Parts dort live aufnehmen lassen, so daß die Veranstaltung gestreamt werden könne — so, wie es in Berlin auch die Philharmoniker, das Konzerthaus, die Opernhäuser sowie, auf der anderen Seite, einige Clubs und DJs halten.
Aber auch dies, möglicher nun doch noch ausgerufener Ausgangssperren halber und um auch ohne hoffentlich sie die Gefahr zu minimieren (zumal einige hätten aus anderen Städten anreisen müssen, etwa die so hinreißende wie famose Daniela Danz), mußte indes ausgegeben werden. So daß das Haus sich auf ein Audiostreaming verlegt hat, für das wir unsere Texte — nämlich den kompletten Hyperion, gelesen von Nico Bleutge, Nora Bossong, Max Czollek, Daniela Danz, Ulrike Draesner, Durs Grünbein, Norbert Hummelt, Kat Kaufmann, Björn Kuhligk, Madame Nielsen und mir — über Mobiltelefone, Skype, Facetime, Whatsapp usw. einsprechen sollten. Was für mich, bei meinen technischen Möglichkeiten, reichlich bizarr gewesen wäre. Die Arbeitswohnung ist ja zugleich ein für meine Hörstücke eingerichtetes, fast vollwertiges Tonstudio. Mir fehlt nur ein “trockener” Raum für Sprachaufnahmen, aber, wenn nötig, lassen sie sich in die Nächte, bzw. den späten Abend verlegen, wenn unversehens von draußen hereinbrechende Geräusche nicht mehr oder nur wenig zu gegenwärtigen sind. Passiert es dennoch, gut, dann muß ich, was ich so gestört einsprach, wiederholen und im übrige geschickt schneiden. Die unter Ihnen, Geliebte, die → meine Hörstückprotokolle mitverfolgt haben, wissen, daß ich unterdessen so pfiffig bin, sogar einzelne Vokale und Konsonanten nahezu unhörbar hinzuzumischen oder wegzuschneiden.
Jedenfalls bot ich den leitenden Damen des Hauses — Jalina Gelinek und Sonja Longolius — an, meinen Textpart hier schon vorzuproduzieren – und falls jemand anderes, die und der beteiligt sei, hier in der Nähe wohne und herkommen möge, auch deren Lesestücke so zu behandeln. Für letztres meldete sich, jedenfalls bislang, niemand; allerdings kann sich das im Laufe der Vormittags noch ändern. Für meinen Teil aber reagierte das Haus mit fast Begeisterung, so daß ich mich abends tatsächlich an die Aufnahme setzt und dann bis22.30 Uhr fast durchweg schnitt.

Nun nur noch das Tonfile in meine HiDrive-Cloud hochgeladen — in zwei Versionen, einmal als unkomprimierte Hochqualitäts-wave, zum anderen als komprimierte mp3 — und die Freigabelinks ans Literaturhaus geschickt.
Insgesamt war es schließlich doch ein bißchen Fummelarbeit, weil auch mein Magen (es wirken noch Spuren der Schleimhautenzündung) immer mal wieder grummelte — was bei empfindlichen Mikrophonen wie dem meinen deutlich hörbar ist. Da ist dann diffizilst zu montieren. Ein paar Störgeräusche sind auch geblieben – es hätte einen ganzen Tag bedeutet, sie hinwegzuzaubern; doch in aller Regel nimmt nur mein eignes Ohr sie noch wahr oder das eines gehörausgebildeten Toningenieurs, bzw. Musikers. Für eine viereinhalb Stunden-Produktion wird es reichen, zumal sehr wahrscheinlich die anderen über meine Möglichkeiten nicht verfügen.
Losgehen, nach der alten Planung, soll die Gesamtlesung um 14.30 (Nachtrag: Laut Facebook wird die Hyperionlesung um 14 Uhr beginnen); es kann aber sein, daß sich diese geändert hat, denn auf der Literaturhaus-Site finden sich keine zeitlichen Angaben mehr. Ich werde, sowie ich Näheres erfahre, aber ohnedies noch eine gesonderte Annoncieren dieses Netzstreams in Die Dschungel stellen, vielleicht sogar auch den Stream selbst, werde aber wohl den Lauf des Lauf des Vormittags noch abwarten müssen. Fest steht schon jetzt, daß Sie den Hyperion-gesamt → dort bei Facebook hören können.
Wie mir die Damen des Hauses geschrieben haben, ist übrigens geplant, mit den dann gesammelten Hyperionaufnahmen noch einmal etwas ganz anderes an zustellen — was indes, darüber schwiegen sie noch.

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Der gesamte Hyperion zum Anhören
und Herunterladen jetzt → dort

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Nun indes noch einmal → zu gestern, nachdem meine mit meinen Thesen zur Dekadenz verbundenen Bemerkungen zur “Auswaschung” der Gesellschaft mich fast → eine kollegiale Freundschaft gekostet hätten, insofern mir Peter H. Gogolin “faschistoides Denken” vorwarf, was er etwas später noch mit “Nazi! verschärfte. Am Nachmittag legten sich die Wellen dann, und schließlich wurde das aufgewühlte Meer → fast wieder sonnig, und Glasperlen blitzten hie und da auf der Dünung auf.
Es ist mir dennoch wichtig, folgendes klarzustellen:
Denken, klares Denken, geht nur ohne jede Sentimentalität; es verträgt, wie die Dichtung, keine gemeinten Gefühle. Darum schrieb Nietzsche von der dünnen, kalten Luft, die es brauche, deshalb sah er von Gipfel hinab. Ähnlich auch → Nabokov; ich habe die “für einen guten Schriftsteller zu gutmütigen Augen” schon zweimal zitiert: Gutmütigkeit, Weichheit und dergleichen habe in der Dichtung nichts zu suchen. Sie hat sich am Kristall der Form zu messen, an nichts sonst. “Das Liebesgedicht spricht nicht zur Geliebten, sondern zur Welt.” (Ausgerechnet, möcht ich fast schreiben, Rilke).
Das heißt aber nun nicht, daß die Dichter in ihrem persönlichen Umgang gefühlskalt seien; nein, da sind sie mitleidsvoll und caritativ wie jeder andere Mensch, und sie leiden am Unglück zumindest ihrer Nahsten wie jede und jeder andere auch. Sie engagieren sich, sie begeben sich sogar in eigene Gefahr, um zu helfen. Nur in ihrer Kunst gilt etwas Anderes, Unerbittliches, scheinbar Kaltes  — was es aber gerade, und wahrscheinlich nur, erreicht, daß Gefühle, starke Gefühle affiziert werden, und zwar noch Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte später.
Dieses gilt für das Denken auch. Wenn ich also von einer möglicherweise “Auswaschung der Gesellschaft” geschrieben habe und davon, daß hier ein natürlicher selbstregulierender Prozeß ablaufen könnte, so bedeutet das weder, daß ich es nicht entsetzlich fände, noch gar, daß ich an den furchtbaren Schicksalen nicht mitlitte und versuchen würde, ihnen mit heftigem Widerstand zu begegnen. Ein andres freilich ist’s, ob mir und uns dies gelingt. Und noch ein andres, ob — das nämlich wäre faschistoid — ich meine, mich nun zum Werkzeug der Natur zu machen oder gar für ihren Vollstrecker zu erklären und noch, abermals ein Nietzschewort, nachzutreten, wo was schon fällt. Das zu tun, haben die Nazis geglaubt oder zu glauben vorgegeben, verbunden mit dem bekannten elenden Rassismus und Nationalwahn. Aber ich kann sehr wohl über लक्ष्मीs Bemerkung ins Nachdenken geraten, daß die Lunge der Erde krank und Covid-19 eine Lungenkrankheit sei. Das Argument, dies sei “animistisches Denken” ist schon insofern bizarr, als es eben das monotheistische Denken war und ist (“Macht euch die Erde untertan”), was dazu geführt hat, Tiere juristische als “Dinge” zu behandeln, bis zu den Grauen der Schlachthöfe, und die Umwelt insgesamt als zu jeder Ausbeutung bereitstehende Rohstoffressource. Wenn da noch die extreme Überbevölkerung hinzukommt, ist die Vorstellung eines hier gegensteuernden, “auswaschenden” selbstregulativen Naturprozesses (→ “Der Globus regelt es selbst”) ganz von der Hand nicht zu weisen. Daß es eine Spekulation ist, wird dabei gar nicht bestritten, jedenfalls nicht von mir. Es kann aber die Grundlage für die mit Gewißheit kommenden künstlerischen Bearbeitungen der neuen Pandemie sein. Hier kommt die alte Vorstellung der κάθαρσις (ich setze es bewußt altgriechisch hin) wieder zu ihrem Recht, da ist nichts mehr mit Hullygully und unverbindlichem Literaturspiel einer weichgespülten Postmoderne. Mit einem Mal geht es wieder um Vanitas und memento mori. Und daraus wird dann, auf die perverse Weise der Kunst, Hoffnung geschöpft, und eine erneute Schönheit entsteht. Als eine ihrer Quellen kehrt in unser aller Leben die objektive, längst vergessene unmittelbare Bedrohung zurück.
Ich schreibe dies als einer, der selbst, zumindest meinem Alter nach, zur Gefährdetengruppe gehört. Keinesfalls nehme ich mich aus. Aber sehe es an als Künstler — das heißt: in allererster Linie formal. Und gleichzeitig gilt, was ich meiner römischen Freundin Maria, siehe oben das Motto, schrieb: “Wir werden viel weinen.” Denn wenn er uns bevorsteht, der Tod, denen, die er ereilt (und er eilt eben nicht, das hat Frau Dr. KB gestern nacht → furchtbar deutlich gemacht), ist er, unangemessen euphemistisch gesprochen, grausam. So möchte von uns niemand gehen.

Ihr ANH

Wochenbericht: Das Arbeitsjournal des Freitags, den 31. Januar 2020.

[Arbeitswohnung, 9.32 Uhr]
france musique:
Kaarija Saariaho, für Cello, Geige und Klavier

Draußen immerhin mal wieder L i c h t. Bis fast unmittelbar vorm → Geburtstag meines (natürlich und mindestens genauso glücklicherweise u n s e r e s) Sohns, also bis er gegen fünf hier in der Arbeitswohnung einrollte, um seinen Caffè zu nehmen und ein Stückchen Kuchen zu essen und dabei meine Geschenke empfing, bevor wir zum anderen Teil der Familie aufbrachen und alle speisen gingen → im Chén Chè, am neuen Antrag an den Deutschen Literaturfonds gesessen, zwei ganze Tage lang, weil ich mich, Freundin, schwer damit tat, was und vor allem wie ich es einreichen sollte; mehr aber noch bereiten mir Exposés Probleme. Na gut, erst noch dachte ich, Kinderspiel, war aber klug genug, meinen Entwurf einer mir nahen Kollegin zu zeigen, die ziemlich sofort die Hände über dem Kopf zusammenschlag. also eine von ihnen mit dem Smartphone. “V i e l zu lyrisch!” Meiner Textauswahl wiederum wünschte sie einen anderen Anfang, erzählte dazu, wie Jurymilglieder “ticken”, notgedrungermaßen, wenn sie Hunderte Textproben zu bewältigen haben. Bei der spätestens dreißgsten werde man unwirsch, wenn eine und einen gleich zu Anfang etwas nerve; man finde dann in einen Text nur noch schwer hinein.
Sie hatte auch einen Vorschlag, “alles” nur auf der ersten der eingereichen zwanzig Seiten. Der nun wieder mir zu unorganisch war. Also strich ich und kombinierte um. Nachdem ich ihr den neuen Anfang gewhatsappt hatte, kam ein “Perfekt so!” zurück. – Nun noch das Anschreiben, nüchternst, formulieren sowie die sonstigen Anlagen ausdrucken, und alles ab zur Post, um der Sendung den notwendigen Zeitstempel verpassen zu lassen. Woraufhin, als es geschehen, alleine noch eines zu tun ist: Die Angelegenheit vergessen. Allzu viele Unwägbarkeiten bleiben im existentiellen Spiel, um sich irgendeine Hoffnung zu machen.
Davor wiederum verbrachte ich die Tage mit dem “Zweiten Teilwiderspruch” gegen einen amtlichen Bescheid. Vor allem brauchte Bestätigungen Dritter, besonders dritter Instanzen, und immerhin, sie kamen, teils sogar grandios. Meine Verlage, Universitäten, Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Nur drei der Schriftstücke fehlen jetzt noch, so daß ich den Widerspruch heute und am Wochenende formulieren und montagfrüh hinausschicken kann; die noch fehlenden Belege werde ich nachreichen. Den “Ersten Teilwiderspruch” habe ich aus Dringlichkeitsgründen bereits am vergangenen Montag eingelegt, sowohl als Mail als auch, um der Rechtsform zu genügen, postalisch. Daß ich bei alledem nicht mehr → zu Nabokov kam, braucht, denke ich, keine Erklärung. Dennoch, am neuen Béartgedicht, dem → Gratia plena, habe ich weitergearbeitet und denke, einen nächsten Entwurfsauszug morgen oder übermorgen hier einstellen zu können. Es tut “einfach” gut, meiner wirklichen Arbeit nachzugehen. Besondere Freude bereitete mir, daß einer meiner Verlag schrieb, sowie der Zyklus vollständig sei, werde er ihn sowohl ins Französische als auch US-Amerikanische übersetzen lassen.
Aber ich führte in Facetime auch noch ein erstes Gespräch mit einem neuen Paar für die nächste Hochzeitsrede. Und die Contessa schimpfte mit mir, weil ich mich von mir aus  nicht intensiv genug — oder, der Wahrheit zuehren, gar nicht — um weitere Aufträge kümmerte. “Zehn Klienten jährlich würden doch völlig reichen. Ich verstehe Sie da einfach nicht!” Sie wurde wirklich ärgerlich. – Meiner poetischen Sache gewiß, blieb ich völlig ruhig, und bald scherzten wir schon wieder. Wobei ich natürlich weiß, wie recht die edle Frau hat, aber auch wie recht ich selber habe, auf dem Vorrang meiner Kunst zu bestehen, auch dem vor ökonomischer Sicherheit. Wenn ich jetzt formuliere, daß sie Opfer zu bringen verlangen kann, ist das nicht heroisch, sondern sogar nüchtern, nämlich dann, wenn sich ihre, sagen wir, “Richtung” dem allgemeinen Dafürglauben so sehr widersetzt, wie es mit meiner Literatur der Fall ist. Wo allgemein Konsens verlangt und auch begehrt wird, sind diss(id)ente Haltungen, auch Ästhetiken, höchst störend und verstimmen. Treibt man diese über Jahrzehnte voran, wird man schließlich selbst, als Person, zur unangenehmen Erscheinung. Dahinter steht nicht mal böser Wille, sondern einfach ein faktisches Nichtverstehenkönnen, sogar ja bei der mir höchst gewogenen, mir längst befreundeten Contessa. Wie sollte es Leuten da anders gehen, die gar nichts mit mir zu schaffen haben?
So gerät mir jetzt eine gewisse Weisheit d o c h noch ins Herz.
Und das Literaturhaus Fasanenstraße hat sich gemeldet, also eine der beiden Damen, die es leiten. Es kam eine Einladung zwar nicht, tatsächlich meine Erzählungen dort vorstellen zu dürfen, die nach wie vor kaum besprochen wurden, was selbstverständlich ungute Folgen für ihre Präsenz im Buchhandel hat. Doch ob ich an einer geplanten Lesung des →  Hyperions (einem jener raren Bücher, bei denen es reicht, ihren Titel zu nennen, und wir kennen ihren Autor) teilnehmen wolle, des gesamten? Ein Blick auf die anderen Hinzugeladenen erheischte die sofortige Zusage, taktischerweise, klar, doch auch, weil das Projekt selbst sehr spannend ist und Hölderlins Dichtung, als ich noch jung gewesen, für mich ein Richtmaß war und mich schon früh darauf prägte, auch Prosa stark rhythmisch durchzuformen. Auch klanglich ist es zu bezweifeln, daß ich zu meiner (e)musikalisch orientieren Erzählästhetik jemals gefunden hätte. (Und ich erinnere mich sehr gut, wie ich, im privaten Gespräch mit Ernest Wichner über meinen Thetisroman, nebenbei bemerkte, eigentlich gern auch Lyrik schreiben zu wollen. Daraufhin er – und las aus dem Roman paar Zeilen vor: “Hörst du denn nicht? Du tust es längst!”)
Die Geamtlesung des Hyperions wird am 20. März dieses Jahres stattfinden; bislang werden außer mir Ulrike Draesner, Norbert Hummelt, Nico Bleutge und Nora Bossong mit dabeisein, ich selbst habe noch Daniela Danz vorgeschlagen, alle also Lyrikerinnen und Lyriker, was in meinem “Fall” ausgesprochen wichtig ist. (Ich weiß, “man” wird mal wieder ächzen, weil ich so offen bin.)

Schließlich kam hier als Geschenk noch eine wunderbare Sendung von Le Vi Arte an: sechs Flaschen ausgesuchten Rotweins, zwei davon aus dem Jahr 2012, eine sogar von 2011, auf einer Karte beigelegt die folgende Bemerkung:

 

Diesen Weinen geht es wie Deinen Büchern: Sie werden kaum verstanden.

 

Da mußte ich doch lächeln.

Ihr, Geliebte,
ANH

(der keinen dieser Weine öffnen will, bevor der 7. Februar sein numerisch dann betagtes  Haupt heben wird. Oder, um es mit dem gestrigen Geburtstagsgruß seiner einst engen Freundin Cosima an meinen Sohn zu sagen: “Genieße jetzt die Zeit. Ab 30 sind wir alt.”)

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