überhaupt leben wir garnicht auf einem blauen planeten….

…. sondern auf einer grünen kristallkugel. die ersten 440 km der kruste des erdmantels bestehen aus einem grünen mineral, es heißt olivin. einer meiner lieblingssteine, der peridot, ist die geschliffene edelsteinform dieses minerals, er gehört zu den wenigen edelsteinen, die es nur in einer einzigen farbe gibt. ich erinnere da diese geschichte mit der schlagzeile „loch in der erdkruste auf dem boden des atlantik gefunden“, 2007 war das. die wissenschaft war begeistert, dort wo sich eigentlich hunderte meter aufgetürmte lava befinden sollte, konnte man kilometerweit direkt auf dieses grüne mineral schauen. später wurde garnichts mehr darüber geschrieben…. doch, man wunderte sich darüber, daß die vulkane dieses gebiet vergessen hatten.
die nacht mit meiner tochter war gut. intensives gepräch bis morgenfrüh in die nacht, nachdem sie erst um 02.00 uhr nach hause kam, was für sie eher früh ist. ich bin schon wieder wach, sie schläft noch. der tag am wasser wird ihr gut tun. mein chef rief gestern abend spät an, sagte mir, daß ich den heutigen tag noch zu hause bleiben könne, wovon ich eigentlich ausgegangen war. am mittwoch braucht er eine präsentation, an die soll ich mich gleich, wenn ich morgen früh ins büro komme, setzen… und sie „schön“ machen. es ist witzig, den kollegen kann man drei mal oder noch öfter die vorlage schicken, immer wieder senden sie ihre eigene version, was dazu führt, daß ich dann aus mehreren präsentationen eine zusammenstricken muß. meistens leg ich eh gleich eine ganz neue an, es ist zuviel aufwand diese einzelnen alle umzuformatieren, weil jeder seine schriftart hat, diese dann in jeweils mehr als drei verschiedenen größen darstellt, noch mehr bunte farben nimmt, die diagramme sind teilweise regelrechte augenstecher. „wieviel seiten?“ „75“ „das ist viel zu viel, sie müssen da noch streichen.“ „ich hab eh schon die ganze nacht drangesessen.“ „75 seiten sind zuviel für auge, ohr und hirn…. sie wissen das doch.“ „dann müssen sie streichen.“ „nein, ich weiß doch garnicht, was ihnen wichtig ist, da kann ich nicht einfach so rausnehmen.“ „gut, dann müssen wir das zusammen machen, können sie den zeitraum im kalender vor dem meeting blocken?“ „nee… chef, ich hab noch urlaub, das dürfen sie selbst machen.“ „achja… tschuldigung, dachte nicht daran. achso… könnten sie meinen wagen am donnerstag zur waschanlage bringen und wieder abholen?“ „nein, ich lasse den wagen abholen und wieder bringen.“ „aber das kostet doch was.“ „nein, das kostet nichts.“ „achso… aber dann müssen sie gleich morgen den termin absprechen.“ „warum rufen sie nicht bei der tankstelle an, wenn sie ihn so kurzfristig waschen lassen wollen. die waschanlage ist mit den wagen unserer firma immer gut ausgelastet. von heut auf morgen müssen die ihren wagen dazwischen schieben, was für die leute immer schwierig ist.“ „haben sie die telefonnummer?“ „die steht in ihren kontakten.“ „gut…. dann ruf ich da selbst an.“
ich überlegte schon gestern, ob ich zum friseur gehe… nein, ich geh nicht. als mein kind gestern ankam, schaute sie mich an: „sag mal, wieviel haar hast du eigentlich auf deinem schädel.“ „ja… seh ich jetzt auch, ich wußte es fast nicht mehr.“ „laß das bloß wachsen.“ es ist ungewohnt, wenn ich in den spiegel schaue… so viel haar. in der nacht saßen wir gemeinsam am tisch, aßen noch etwas, meine hand wanderte immer wieder in meinen nacken, es kitzelte mich etwas. mein kind lachte: „das ist dein haar mama….“ völlig erstaunt registrierte ich das. sie schrieb mir dann eine detaillierte anweisung auf, bestimmte das mischungsverhältnis der farben, die das künftige farbergebnis sichern sollen. „du hast ziemlich viel rotpigmente, was einen höheren goldanteil erforderlich macht, vom kupfer brauchst du garnicht so viel. und, du solltest besser eine tönung mischen, eine tönung hat kleinere farbanteile, die legen sich im haar besser an, als die großen farbanteile einer richtigen färbung, halten wird das genauso gut, und genauso lange… eben wegen deiner eigenen rotpigmente.“ ok kind, ich höre auf dich. „und kauf dir einen bronzefarbenen lidschatten, dann kommt das grün deiner augen besser.“ ja, mein kind.
langes rotes haar…. ob ich das schaffe?. die übergangszeit wird schlimm werden, ich seh jetzt auf dem schädel eher wie ein ungekürzter straßenbesen aus, brauch ziemlich lange, bis sie trocken gefönt sind. mein haar ist eher fein, fällt stur geradeaus, aber insgesamt ist da ziemlich viel. es ist mühevoll… das zu fönen und in form zu bringen, damit es dann wenigstens nach etwas aussieht. „laß es einfach gerade herunterwachsen, wer ganz kurz tragen kann, kann auch ganz lang tragen.“ ja… mein kind. bevor wir nach travemünde fahren, bekommt mein kind noch bunte fußnägel. „damit kannst du geld verdienen, du machst das besser als jede nagelstylistin“, sagte sie gestern zu mir, als sie meine sah. „ja.. notfalls auch das“, antwortete ich.

unter dem wasser der grüne kristall…. jeden morgen stehe ich dort.

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