Gerrit Bartels, Ulrike Baureithel, Gregor Dotzauer, Regina General, Dr. Therese Hörnigk, Irina Liebmann und Jörg Plath. ARGO. ANDERSWELT. (110).

Es wird gut sein, diese Namen zu dokumentieren. Der Berliner Senat hat sich bereits bei THETIS und BUENOS AIRES nicht mit Ruhm beklecktert, sondern das ANDERSWELT-Projekt auch da schon ablehnen lassen. Dieses hier ist nun meine Vierzehnte Ablehnung für ein Berliner Arbeitsstipendium seit 1994. Sie lautet ohne Einschränkung s o:

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Berlin Brunnenstraße 188/190,10119 Berlin
Herrn
Alban Nikolai Herbst
Dunckerstr. 68, Q 3
10437 Berlin
Geschäftszeichen KEMe. Bei Antwort bitte angeben Bearbeiter Herr Meyer
Dienstgebäude Berlin-Mitte Brunnenstr, 188-190 10119 Berlin Zimmer 4/A/3
Telefon (030) 90228 – 536 Telefax (030) 90228 – 457 Intern (9228) E-Mail ~ ~ brigitte.drippe@ http://senwfk.verwalt-berlin.de
21. April 2005

Sehr geehrter Herr Herbst,
leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihrem Antrag auf Gewährung eines Arbeitsstipendiums für Berliner Autorinnen und Autoren nicht entsprochen werden kann.
Die uns bei der Vergabe von Arbeitsstipendien beratende Jury hatte in diesem Jahr über 464 Bewerbungen zu entscheiden und hat uns – unter Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Mittel -17 Stipendiatinnen und Stipendiaten empfohlen, wobei Sie leider nicht zu den Vorgeschlagenen gehören.
Der Jury 2005 gehören an: Gerrit Bartels, Ulrike Baureithel, Gregor Dotzauer, Regina General, Dr. Therese Hörnigk, Irina Liebmann und Jörg Plath. .
Leider können wir aus Kostengründen die von Ihnen eingereichten Unterlagen nicht zurücksenden.
Für Ihre literarische Arbeit wünsche ich Ihnen alles Gute.
Dieses Schreiben wurde maschinell gefertigt und ist ohne Unterschrift gültig.
Mit freundlichen Grüßen .
Im Auftrag M. Fischer

Verkehrsverbindungen Sprechzeiten Zahlungen bitte bargeldlos Geldinstitut Kontonummer Bankleitzahl U-Bahn Rosenthaler Platz – U-8 von 9.00 bis 14.00 Uhr nur an die Landeshauptkasse Berlin, Postbank Bin 58-100 100 100 10 Bus 340 Torstraße * Mitte und nach Vereinbarung Klosterstr. 47,10179 Berlin Berliner Spk 0990007600 100 500 00 Straßenbahn (Tram) 6, 8, 50, 53 Berliner Bank 9919260800 100 200 00 T-Online *Berlin# E-Mail Landeszentralbank 10 001 520 100 000 00 Internet http://www.berlin.de poststelle@senwfk.verwalt-berlin.de




Nun wird man sehen müssen, wer denn alles dieses Stipendium b e k o m m t, um einzuschätzen, inwiefern die Wahlen ins Grundbuch der Korruption gehören.




>>>> ARGO 111


ARGO 109 <<<<

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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8 Antworten zu Gerrit Bartels, Ulrike Baureithel, Gregor Dotzauer, Regina General, Dr. Therese Hörnigk, Irina Liebmann und Jörg Plath. ARGO. ANDERSWELT. (110).

  1. Andererseits. Sind diese Entscheidungen auch wieder gerecht. Denn was sollte ein im Namen der Demokratie agierendes Gremium anderes fördern als den Geschmack und die Wünsche der Mehrheit? Mit ein wenig Risikogeist läßt sich die Ablehnung also auch als Auszeichnung erfahren.

    • Erzenengel sagt:

      Ein Stich … … sind diese Ablehnungen trotz allem. Das Schreiben erhielt ich ebenfalls gestern, wie 447 andere Schreibende. Auch wenn ich mir keine Hoffnung ausmalte und den Umschlag innerlich schon resigniert abgab (wie immer persönlich) – es hat etwas Kaltes, Unnachvollziehbares, dieses „grundlos aussortiert sein“. Die Gründe dafür zu suchen scheint mir vergeblich. Wie so oft würde man lediglich auf eine ärgerliche Banalität stoßen.

    • Aber bei ARGO. Ist das eigentlich nicht mehr zu fassen. Ich bin ganz froh, daß in Den Dachungeln nicht wenige Stellen des Typoskriptes einzusehen sind, so daß sich das Publikum einen Reim drauf machen kann, w e s h a l b etwas abgelehnt wird. Und daß es, wenn es denn will, v e r g l e i c h e n kann. Die Literaturwissenschaft wird das ohnedies tun. Soviel Beruhigung b l e i b t mir.

      Das Verfahren, so erfuhr ich vor drei Jahren, geht in Berlin übrigens s o: Jeweils ein Mitglied der Jury erhält ein inhaltlich wahllos zusammengestelltes Paket, aus dem es dann seine Favoriten kürt und in der Jury zur Diskussion stellt. Hat man Pech und ist beim falschen Juror gelandet – oder bei einem, mit dem man eh querliegt -, kommt man zur eigentlichen Jury-Sitzung schon gar nicht durch. Es gab in der Jury einen Herrn, der seine Ablehnung des projektierten zweiten ANDERSWELT-BANDES „Buenos Aires“ folgendermaßen begründet hat: „Der Herbst ist bekannt dafür, daß er hervorragend Exposés schreibt – mehr aber kann er nicht.“ Die Äußerung fiel nach WOLPERTINGER und THETIS. An sich hätte man ihn mit Anspucken aus der Jury jagen müssen. Ich habe leider seinen Namen vergessen, sonst hätt ich ihn hier jetzt genannt. Aber, bei Interesse, ich kann ja nachfragen. Vielleicht mag er mich ja verklagen.

    • Erzenengel sagt:

      Genau das meinte ich … … mit der erschreckenden Banalität der Begründung (der Name tut da nichts zur Sache). Die Auswahl an Arbeitsstipendien ist willkürlich und qualitativ bedeutungslos, was man instinktiv ahnte. Aber nun liegt es immerhin als Fakt vor einem. Dafür herzlichen Dank!

    • quirinus sagt:

      Hier in Bremen wurde ca. 1997 der Förderpreis für ein im Entstehen begriffenes Manuskript mal einem Autor zugesprochen, dessen Text bereits Monate vor der Entscheidung der Jury mit allen bibliographischen Angaben samt ISBN im VLB verzeichnet war.

  2. LeanderSukov sagt:

    Beförderungen Beförderungen von Kunst, von Literatur im Besonderen sind nicht in Mode. Ich befürchte, die Stipendien werden dorthin gehen, wo das Einerlei zu finden ist. Vielleicht irre ich mich. Ich glaube nicht.

    Nicht nur an diesem Schreiben fällt auf (hier aber hinsichtlich des Bezugs zum geschriebenen Wort besonders), dass es in Ämtern Maschinen mit Namen zu geben scheint. Die Maschine, die dieses Schreiben verfasst hat, hört auf die Bezeichnung M. Fischer. Das ist eigenartig, finden Sie nicht? Möglicherweise befinden wir uns in einem Stück von Kafka und wissen es nicht: Der Dichter schläft, und wir, seine Figuren, führen ein unbewachtes Eigenleben….

    • Wunderbare Idee. Hübsch grauslich. M. Fischer kürzt das „M“ nicht etwa Fritz Langs wegen, sondern deshalb ab, weil der so initialierte Vorname auf die Geschlechtslosigkeit des Apparates hinweist. Wann immer in einem Amt jemand nur mit abgekürztem Vornamen auftaucht, wann immer in einem Telefonbuch, wann immer wo auch immer: – dann handelt es sich um eine Maschine.
      (Derer es vielstgestaltige gibt. Es könnte, etwa beim Berliner Senat, ein Android beschäftigt sein, der aussieht wie R2D2, aber nicht pfeift, sondern druckt, wenn er kommuniziert.)

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