MDTFEB, 7. Tag.

Ein utopisches Lied.

>>>> Ralph Vaughan-Williams: On the Beach at Night Alone. Es ist der Dritte Satz aus der Ersten Sinfonie des von 1872 bis 1958 lebenden Komponisten.

Vaughan Williams war ein typisch britischer Vertreter des spätromantischen Traditionalismus und war und ist unter den „Neutönern“ ausgesprochen bäbä. Das hat ihn nicht davon abgehalten, wunderschöne Melodien zu erfinden und dabei meisterhaft im kompositorischen Satz zu sein, und zwar auch in der sinfonischen Großform. Ich denke, in 200/300 Jahren liegen die ästhetischen Differenzen ohnedies ad acta, und es wird nur noch – hier wie da – das KunstvolleSchöne bleiben. Und das hat Vaughan Williams in vielen Stücken zweifellos erreicht, möge man ihn epigonal nennen oder nicht. Im übrigen bedeutet ‚epigonal’: kein eigener Ton. Der seine aber ist so eigen und unnachahmlich wie später Britten, wie Mahler, wie Ligeti. Das Wort ‚epigonal’ rein auf Tonalität zu beziehen, ist Ideologie. Allerdings einen ‚musikalischen Konservatismus’ im Auge zu haben, vielleicht sogar ‚Reaktionismus’, wäre zu diskutieren, aber in jedem Fall etwas anderes.

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