Sonntag, der 13. November 2005.

4.50 Uhr:
Schmerzen, Traurigkeit: Ich hab mich aber gezwungen aufzustehen, obwohl mein Körper nicht wollte, mein Geist nicht wollte. An ARGO gehen. Wenn ich d a s verliere, ist g a r kein Halt mehr. Ich hab keinen Arbeitsdrang jetzt, wie sonst, sondern muß ihn mir suggerieren. Diese Funktion erfüllen die DTs, sollen sie erfüllen; und soeben hat es geklappt. Ich wäre sonst liegengeblieben und hätte getan, wonach mir momentan ausschließlich ist: schlafen.

[Die Frage allerdings b l e i b t: Was h a t ein Kind von einem depressiven, existentiell sowieso, aber möglicherweise auch psychisch gefährdeten Vater? Ist es nicht besser, er geht auf Distanz, geht vielleicht ganz weg? Damit es nicht zerrissen wird? Ich habe keine Ahnung; darüber nachzudenken, führt zu nichts. Tatsache ist, daß ich mein Kind nicht unabhängig von seiner Mama liebe und offensichtlich nicht unabhängig von ihr lieben k a n n. – Arbeiten jetzt.

6.41 Uhr:
Und es ist ja nicht nur d i e s e Front, an der mein Innres kämpfen muß. Robert HP Platz erzählt von seinem Vorstoß in Paris, dort eines unserer Stücke zur Aufführung gelangen zu lassen. Daraufhin die Leiterin des dortige Goethe-Instituts (die weder ich kenne, noch kennt sie mich): „Wenn Alban Nikolai Herbst dabei ist, werden wir n i c h t s mit Ihnen veranstalten.“

8.45 Uhr:
[Arbeitswohnung; wartend auf den Jungen.]
Höre beim Arbeiten wieder Bach, Kantate Nr. 20, und verstehe, welch einen Trost es bedeuten muß, wenn einer glaubt: er überträgt sich über diese Musik selbst auf einen derart radikalen Ohnegott wie mich. Dennoch, in einer SubSchicht, die gleichmäßig neben ARGO dahinströmt (worin jetzt – parallel mit der Stuttgarter Katastrophe – die große Liebe Michaela Ungefuggers und Jason Herzfelds erzählt wird), durchfließt mich eine sehr bildstarke Fantasie: Berlin und alles hier zu verlassen, vielleicht sogar in ein anderes Land zu ziehen und mir dort eine neue Frau zu suchen, sie zu heiraten, tatsächlich zu heiraten, ich, der das nie wollte und es sogar derjenigen verweigert hat, die er liebte und immer noch liebt… dennoch dennoch: zu heiraten jetzt und eine Familie zu gründen, eine neue… eine, die Bestand hat. Wobei das mit einem ganz offenbar imaginierten, aber dennoch unmittelbar gefühlten Trennungsschmerz verbunden ist, der ein solches Weggehen völlig unmöglich macht: Wie könnte ich sein ohne diesen meinen Sohn? Dann besser, wahrscheinlich, g a r nicht sein.

[Um einer anderen Frau das zu sein und sie m i r das sein zu lassen, was *** mir ist, müßte ich meinen Sohn vergessen: ihn völlig aus meinem Gedächtnis löschen. Dann wäre wieder Raum in mir für eine Frau, die n i c h t seine Mutter ist. Eine andere Frau an meiner Seite, die ich obsessiv liebe, und zugleich meinen Sohn lieben, ist mir unvorstellbar. Wiederum will ich nicht in Askese und Verzicht leben, weil das ein tiefer Verrat wäre am Lebendigsein, an der Welt; weil, wer asketisch lebt, sich auf die Seite des Todes stellt und will, daß keine Schöpfung mehr sei. Bevor ich derart blasphemisch würde, nähme ich mir lieber das Leben: f ü r das Leben:: um es eben n i c h t zu verraten. – Mit genau diesem Widerspruch, einem in mir zum Reißen gespannten, habe ich es zu tun.]

12.44 Uhr:
*** war hier, wir sprachen, ruhig, sie sehr distanziert; sie brauche und wolle das nicht, daß Innerstes nach außen getragen werde, das habe jeder in seinem privaten Leben für sich abzumachen und dort seinen Frieden zu finden; sie wolle keinen Kampf, sondern Harmonie. Und sei sehr zufrieden allein jetzt. Was kommen werde, wisse sie nicht: das Leben verändere sich jede Minute. Und mit Blick speziell auf mich: So etwas wie mein InternetTagebuch sei ihr fern; sie brauche nicht wie ich eine ständige Öffentlichkeit. Sie sehe mich heute anders als früher.
Ich diskutierte nicht, argumentierte nicht, hörte nur zu. Dachte aber: Öffentlichkeit als imaginierter Idealer Leser. Sie hingegen braucht gar keine Leser, keine Hörer, kein Publikum. „Ich möchte mein privates Leben führen und Freude haben, mehr nicht.“ Größer ist die Differenz zum Kunstwillen kaum zu bezeichnen. Damit werd ich nun irgendwie umgehen müssen. Man ist sehr allein, wenn man dennoch liebt und lieben auch w i l l. Ricarda Junge gestern abend am Telefon: „Das ist der Preis, den du dafür zahlst, ein solcher Schriftsteller zu sein; darüber mußt du dir doch im klaren sein. Du hast mit ***** ein großes Buch geschrieben, dafür hat man geradezustehen.“ Und Manfred Mixner vor Jahren über die Ausgrenzung Eigners: „Das ist der Preis, den er für solche Texte zahlt.“ Und wiederum Eisenhauer: „Menschen lieben es nicht, wenn etwas besonders ist, auch nicht, wenn es besonders gut ist. Sie lieben das, worin sie sich erkennen können. Sie lieben s i c h. Deshalb wollen sie Mittelmaß.“ Und Ricarda Junge: „Du b i s t egoman, aber ja! Deine Radikalität ist egoman. Deine schriftstellerische Kompromißlosigkeit ist egoman. Alles ist radikal an dir, das ist wunderbar in der Freundschaft… aber damit als Partnerin leben zu müssen, stelle ich mir wirklich nicht leicht vor. Das nimmt einem den Raum. Das muß sich eine schon antun wollen. Selbst deinen Jungen liebst du radikal. Genau so radikal liebst du nun ***. Aber das ist alleine d e i n e Sache. Stehe dazu, wenn es so i s t, und zwar auch dann, wenn du unerfüllt bleibst. “ Und der Analytiker: „Für Sie ist alles EntwederOder, Sie akzeptieren nie ein Dazwischen.“ Ähnlich hat es *** vorhin formuliert. Dafür Katanga etwas später, dem ich aus der Stretta von ARGO vorlas: „Vielleicht ist es nur diese Vortragsart, aber das hat alles eine ungeheuere mythische Kraft.“

Ja, das will ich erreichen. Wenn es nicht n u r die Vortragsart sein sollte, dann hätte ich den Spachweg gefunden.

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36 Kommentare zu Sonntag, der 13. November 2005.

  1. evi sagt:

    Ich finde Ihre Haltung wie so ofrt: egoman.
    Ihre Lieben sind überhaupt nicht auf das Gegenüber gerichtet – wie nütze, schütze , liebkose ich das geliebte Wesen – sondern nur: was geschieht mit m i r ?
    Das ist nicht Liebe, sondern Obsession. Wer ein Kind nicht ob seiner selbst lieben kann, sollte es bleiben lassen. Das Kind wird zu einem Zweck benutzt.
    Im Grunde scheint es Ihnen nur um die verflossene Frau zu gehen.
    Eine neue Frau zu lieben, und dabei deshalb das eigene Kind n i c h t mehr lieben zu können – scheint mir geradezu krank.

    • Ich finde Ihre Haltung. Wie so oft. Unmenschlich, unsensibel und dumm. Hätten Sie auch nur annähernd den Mut, innere Konflikte öffentlich so mit sich zu diskutieren wie ich, könnte ich Sie vielleicht ernst nehmen. So bleibt mir nur der Eindruck äußerster Feigheit, die mit moralischen Sanktionen masturbiert. Sie scheinen nicht zu begreifen, daß ich hier einen Konflikt d a r s t e l l e, der noch durchaus zu keinem Entschuß gefunden hat. Ich wage es aber – und wage es bewußt – Gedanken zu äußern, die ich wahrscheinlich nicht allein habe, aber andere verstecken diese Gedanken für sich und auch vor sich selbst.
      Vielleicht versuchen S i e nun einmal, darüber nachzudenken. Es könnte Ihrem ganz offensichtlich stromlinienförmigen, jedenfalls kapitalistisch angepaßten und sich seiner allzu verdächtig selbstsicheren Character, der keinen Zweifel kennt und sich zudem wie so viele andere, die mich auf diese Weise attackieren, a n o n y m hält, vielleicht die Entwicklung in ein mutiges Selbstbewußtsein schenken. Und was meine Egomanie anbelangt, so hat sie immerhin zu künstlerischen Ergebnissen geführt, von denen mich s c h o n interessierte, inwieweit jemand wie Sie da mithalten kann. Aber darüber geben Sie ja nun keine Auskunft. Egoman im übrigen ist auch Picasso gewesen, ist Aragon gewesen, ist Breton gewesen usw. usf. Das kann ich nicht als problematisch ansehen, sofern die Produktivität es rechtfertigt. Ohne Egomanen hätten wir so gut wie k e i n e Kunst.

      Im übrigen, was die von Ihnen kritisierte Liebe zu meinem Sohn anbelangt: Ich ohrfeige Sie hiermit symbolisch und täte es praktisch, wenn Sie mir gegenübersäßen. Aber sich mir gegenüber hinzustellen und so etwas öffentlich zu sagen, wobei man Ihr Gesicht sieht, das werden Sie sich eh nicht trauen.

    • Noch eines, weil Sie ja über nicht genug Intelligenz zu verfügen scheinen, um das von sich aus zu kapieren: Meine Frage ist eine, die auch dahin zielt: Wir s c h ü t z e ich meinen Sohn vor der Zerrissenheit des Vaters. Auf meinen Sohn zu verzichten, w ä r e ja gerade für mich Verzicht. Es wäre das Schlimmste. Daraus meine Egomanie abzuleiten, ist eine Perversion, die offenbar Sie mit sich selbst auszumachen haben.

      Statt aber in sich selbst hineinzuschauen, schreiben Sie: „Wer ein Kind nicht ob seiner selbst lieben kann, sollte es bleiben lassen.“ Woraus erfolgert wird: Herr Herbst, lassen Sie Ihr Kind sein, geben Sie es auf.“ – Sie gehören zu den Menschen, die es sich s e h r leicht machen. Aus Dummheit eben, wie ich oben vermutete – Dummheit möchte ich zu Ihren Gunsten annehmen.

    • evi sagt:

      Sie wundern sich, wenn Ihre Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit andere Reaktionen hervorrufen, als Sie es sich wünschen.

      Selbstverständlich würde ich Ihnen nicht persönlich gegenübertreten, weil ich gewalttätige Menschen hasse.

      Aber zum Thema „dumm“: Sie wähnen sich ja jetzt schon im postumen Olymp.

      I c h bin mit irdischen Meriten zufrieden: Ich habe ein (abgeschlossenes!) Hochschulstudium, habe 3 ! Söhne zu wertvollen, verantwortungsbewußten, liebenswerten Menschen erzogen., zu denen ich einen wunderbaren Kontakt habe.
      Damit bin ich zufrieden, dafür bin ich dankbar.

      Sie mögen mich „kapitalistisch“,“stromlinienförmig “ oder sonstwie nennen.
      Ihre Arrroganz muß wohl einen Grund haben.

  2. Eva sagt:

    Warum so agressiv? Hier meine ganz persönlichen Erfahrungen: Auch ich lebe mit einem Mann, dem seine Kunst wichtiger als alles andere ist. Mir macht das nichts aus, weil noch mehr als genug Liebe für mich übrig bleibt. Aber wie steht es um seine Kinder?

    Ich war lange verwundert, warum er sogar zweimal von den Müttern seiner Kinder verlassen wurde, obwohl so ein großes Herz hat und auch zu meinen Kindern sehr gut ist. Die Antwort ist: Er ist nicht einmal in der Lage, sich selbst zu ernähren. Die Mütter seiner Kinder haben sich schnell im Interesse der Versorgung der Kinder in wirtschaftlich sicherere Beziehungen geflüchtet. Das besonders Tragische für ihn ist nun, wo seine Kinder selbst schon erwachsen sind oder an der Schwelle zum Erwachsensein stehen, dass sie alle nichts von ihrem Vater wissen wollen. Sie können ihm alle nicht verzeihen, dass ihm seine Liebe zur Musik wichtiger war als seine Pflicht, für die Kinder zu sorgen. Nun steht er alleine da.

    Natürlich muss es bei Ihnen nicht genauso passieren, aber ich möchte Sie warnen. Ich stimme nicht mit Evi überein. Liebe, auch zu Kindern läßt sich nicht ertzwingen. Allerdings hat die Natur eine Menge dafür getan, dass wir es normalerweise tun. Aber ein Recht haben sie darauf, dass wir ihnen nach Kräften ein gesundes Aufwachsen und eine gute Ausbildung ermöglichen. Und wir haben die verdammte Pflicht, wenn nötig, unsere persönlichen Prioritäten dem gegenüber zurückzustellen.

    Auch wenn Sie ihren Sohn noch so sehr lieben; wenn sie heute, statt für ihn Geld zu verdienen, was Ihre Pflicht wäre, an Büchern schreiben, von denen Sie schon heute wissen, dass sie keinen Verleger finden werden, können Sie vielleicht auf einen Platz im Schriftsteller-Olymp hoffen aber wahrscheinlich nicht auf die Liebe und Achtung ihres Sohnes, wenn er einmal größer ist.

    Ich kann mir schon denken, was sie antworten werden. Nur kommt es auf meine Meinung in Ihrem persönlichen Drama garnicht an. Es kommt nur darauf an, ob Sie in den Augen Ihres Sohnes und seiner Mutter Ihrer Pflicht als Vater gerecht werden oder nicht. Und dabei zählt nun mal leider nicht, ob Sie in der Welt Großes schaffen oder nicht.

    Und übrigens: Abertausende von Vätern beweisen, dass man sehr wohl seine Kinder weiter liebn kann, wenn eine neue Frau ins Leben getreten ist. Das Herz ist sehr viel größer, als sie meinen.

    • sthp sagt:

      Ernährer und Ernährerinnen Wissen wir denn, ob nicht evtl. die Mutter des Jungen allein in der Lage ist, für ihn aufzukommen? Das ist ja ein sehr antiquiertes Ernährer-Konzept, was Sie da vertreten. Wären Sie auch so streng in Ihrem Urteil, wenn es die Mutter wäre, die sich künstlerisch betätigt (bei gleichzeitiger Erwerbstätigkeit des Vaters) und infolgedessen u.U. „nicht einmal in der Lage, sich selbst zu ernähren“?

      Sich „in wirtschaftlich sicherere Beziehungen geflüchtet“, mannomann, Steinzeit lässt grüßen! Für die Romantik war er wahrscheinlich prima, der Künschtler, aber letztlich will frau doch Kohle fließen sehen. Mit der Frauenbewegung konnte ich nie viel anfangen, aber in Sachen Selbständigkeit und Erwerbstätigkeit von Frauen hat sich zum Glück allerhand getan in den letzten Jahrzehnten.

    • Eva sagt:

      Leider nicht! Ich konnte mit der Frauenbewegung viel anfangen, aber das Leben hat mich eines besseren belehrt. Warum haben gerade beruflich erfolgreiche Frauen Probleme, Partner zu finden? Weil sie immer einen suchen, der noch erfolgreicher ist. Da wird die Luft irgendwann dünn. Leider ist es nach wie vor so, dass Frauen wesentlich stärker als Männer die Partner nach rationalen Erwägungen auswählen. Ich behaupte, dass Männer häufiger aus wahrer Liebe heiraten als Frauen.

      Aber mir ging es hier eigentlich um das Kind.

    • „Abertausende von Vätern beweisen, dass man sehr wohl seine Kinder weiter liebn kann, wenn eine neue Frau ins Leben getreten ist.“ Mir ist nicht ein einziges Beispiel bekannt. Allerdings kenne ich viele Väter, die k e i n e leidenschaftliche Beziehung zu einer neuen Frau haben (wohl aber zuweilen pragmatisch-liebevolle; das ist aber etwas anderes) und die Kinder ihrer ehemaligen Frau sehr lieben. Bei leidenschaftlichen neuen Beziehungen – die prinzipiell nicht-pragmatisch sind, pragmatische Leidenschaft ist ein Eisenholz – werden, metaphorisch gesprochen, die alten Kinder getötet oder verstoßen. Aus dieser Dynamik hat unsere Literatur nicht wenige Dramen gewonnen.

      Zum anderen: Mein Vater hat n i e für uns Kinder gesorgt, meine Mutter hat finanziell getan, was sie konnte. Meinen Vater liebe ich, für meine Mutter hab ich fast nur Verachtung. So viel zu Ihrem versorgenden Argument. Außerdem ist es möglicherweise vorbildhafter, sich nicht korrumpieren zu lassen, als sich anzupassen, damit die Kinder ‚duchkommen‘. Das Argument, sich um der Kinder willen anpassen gemußt zu haben, ist mir aus den Aussagen der NaziProzesse nur allzu häufig. – Meine Mutter hinterließ ihren Kindern bislang nichts als zwei zwar finanzierte, aber gescheiterte Schulausbildungen. Hätte mein Vater B i l d e r hinterlassen, Musiken, Romane, ich hätte einen Grund, auch stolz zu sein und wäre es. So bleibt mir in Hinsicht auf ihn, er ist – wie mein jüngerer Bruder – schon lange tot, nur dieses traurige Liebhaben übrig.

    • „Ich behaupte, dass Männer häufiger aus wahrer Liebe heiraten als Frauen.“ Und nicht einmal das wäre eigentlich ein Grund. Denn die Hochzeit, die pragmatisch jemandem anderen erlaubt, R e c h t über eine Paarbeziehung zu sprechen, ist bereits Profanierung.

      [So sah ich das mein Leben lang und hielt mich daran. Was Unrecht war, wie ich heute weiß: denn es fühlte nicht das Bedürfnis der Geliebten mit, vor dem selbst eine Profanierung, ja Blasphemie sogar nichtig wäre, wenn man liebt.]

    • evi sagt:

      Ihre Phobie vor „Korruption“ in jedwedem Zusammenhang kotzt mich an.

      Ihr Sohn wird sicher dereinst in sein weblog schreiben:< mein Vater hat mich zwar nur im Zusammenhang mit meiner Mutter geliebt, und eine gescheite Ausbildung hat er mir auch nicht finanzieren können, aber er hat sich nicht korrumpiert.
      Ich bin stolz auf ihn.<

      Vielleicht müssen Sie vielleicht wie beim Heiraten später einmal sagen : ich war im „Unrecht“, weil ich „das Bedürfnis“ des „Geliebten“ (Kindes) nicht berücksichtigt habe.

    • Und mich kotzt Ihre Art an, rechthaberisch sich in jedem Fall korrumpieren zu w o l l e n. Sie hätte also auch Leute in die Gaskammer gehen lassen, um finanzielle Sicherheit zu geben? Dann dürfen Sie sich die Hand mit meiner Mutter reichen, die den Ribbentrop-Namen beibehielt, um Karriere zu machen und ihren Kindern untersagte, die Hakenkreuze vom Praxisschild wegzuwischen, „weil uns das“ – es waren die Sechziger – “ Patienten bringt“. Also etwas Prostituierteres als Sie hab ich außer meiner Mutter lange nicht erlebt.

      Das Bedürfnis des geliebten Kindes wird nun mehr als nur berücksichtig: es lautet:: Liebe. Woher nehmen Sie im übrigen die Meinung, es mangele materiell meinem Sohn an irgendwas? Stünde so etwas zu befürchten, ich beschaffe schon, was er braucht; da können Sie aber sicher gehen. Aber vielleicht haben Sie nähere Informationen als ich? Aus diesem Weblog jedenfalls geht dergleichen n i c h t hervor: nur die Sorge darum, es könne eines Tages geschehen. Wozu der Prozeß um das verbotene Buch allerdings einige Hinweise gibt. Dergleichen abzuwenden, dagegen wird derzeit, wie man lesen kann, g e k ä m p f t. Und zwar, ohne die Kunst zu verraten. Aber vielleicht schreiben Sie hier auch im Auftrag eines Anwalts hinein oder gar meiner Mutter? Der das verbotene Buch ja nun a u c h kaum gefallen wird. Das würde erklären, wesalb Sie auf diese abgefeimt-dumme Art immer noch hier anonym kommentieren. Vielleicht sind Sie aber auch nur bis zum Hals voller Angst, so daß man Sie als Spielball für jede Schweinerei gebrauchen kann. Dann anempfehle ich Ihnen die Seiten von Horst Mahler; vielleicht finden Sie da eine gesicherte Zukunft für Ihre Kinder. Von denen ich allerdings nicht hoffe, daß Sie sie haben. So aus dem unbegriffenen Handgelenk, wie Sie sich in die Darstellung einer Not hämisch hineinmischen. Haben Sie wenigstens den Mut zu sagen, wer Sie sind? Oder g e f a l l e n Sie sich in dieser Anonymität? Auskunft über das, was S i e geschaffen haben, sind Sie ja bislang schuldig geblieben.

      Hätte mein Vater ein W e r k hinterlassen, wäre ich in der Tat stolz auf ihn; und zwar egal, ob er sich materiell um uns Kinder gekümmert hat. Er hinterließ leider keines, sondern war schwach. Nicht korrupt, das ist wahr, aber schwach. Deshalb ist für Stolz kein Platz, wohl aber für Liebe.

      (Ich bin gern bereit, den Streit persönlich w e i t e r auszutragen, auch mit Belegen; meine email-Adresse ist über die fiktionäre Website bekannt; aber dann nur von Angesicht zu Angesicht, also wenn Sie sich z e i g e n und nicht als anonyme Heckenschützin auftreten.)

    • evi sagt:

      Um Gottes Willen!
      Welch ein unflätiger Angriff!
      Ist „Dummheit“ für Sie das ultimative Totschlagargument?

      Zu mir:
      ich werde anonym bleiben, weil ich ich keinem Falle in irgendeiner Weise – als gerade in dieser – mit Ihnen in Kontakt kommen möchte.

      Obwohl ich manche Anteile Ihrer Persönlichkeit durchaus schätze. Worauf Sie wiederum wahrscheinlich keinen Wert legen.

      Ich schreibe selbstverständlich in keinerlei Auftrag.

      Ich leide, seit ich denken kann, unter allen Aspekten der Nazizeit.

      Ich arbeite (habe wiss.Politik studiert) an einem Dokumentationszentrum.
      Ich habe – wie gesagt – drei wunderbare Kinder großgezogen. Alle mitfühlend, beziehungsfähig. Naturwissenschaftler. Sie arbeiten in ihren Berufen , bzw. studieren ohne jeglichen ideologischen Beistand. Sie haben das nicht nötig, weil die eigenen Ressourcen vollkommen ausreichen.

      Gerade mir Nähe zu Neonazis vorzuwerfen ist sowas von absurd, das können Sie sich gar nicht vorstellen.

      Ist etwa Pragmatismus, Nicht – Künstlertum, Forderung nach materieller Sicherheit für Sie gleich Feindeslager?

    • „ich werde anonym bleiben, weil ich ich keinem Falle in irgendeiner Weise – als gerade in dieser – mit Ihnen in Kontakt kommen möchte.“ Dann verstehe ich nicht, weshalb Sie meinen Kontakt per Kommentar so s u c h e n. Aber egal. Forderung nach materieller Sicherheit, wenn man dafür Kunst und Glaube aufgibt, i s t für mich faschistoid. In der Tat. Und Pragmatismus ist für mich Todesnähe: Wie bekomme ich aus meinem Leben heraus, was nicht sicher ist… um jeden Preis. Insofern finde ich die gemutmaßte Nähe zu – ich sagte nicht: N e o-Nazis… sondern zu – Mitläufertum nichts als eine logische Folgerung. Meine Vermutung lautete nur dahin, daß Sie den denjenigen Characteren zugehören, die sich hätten ‚anschließen‘ lassen. Wenn ich mich darin irrte, so bitte ich um Entschuldigung. Der Satz über Ihr Leid läßt mich in der Aggression einhalten und weckt in mir ein g u t e s , warmes Interesse. Ich habe im übrigen auf Ihre Aggression r e a g i e r t – wie sich das nach Anselm Feuerbach gehört: „Schlägt dich einer auf die rechte Wange, dann gib ihm dafür zwei auf die linke.“ Jetzt tut mir meine so heftige Reaktion leid. Sie entsprach aber dem Schmerz, der mir, w ä h r e n d es bereits schmerzte, von Ihnen außerdem zugefügt wurde. Hätten Sie g e f r a g t, anstelle zu (ver)urteilen, das Gespräch wäre anders verlaufen. Ich lasse mir aber, auch wenn es nicht dem gängigen moralischen Kodex entspricht, nicht den Mund verbieten, Dinge zu äußern, von denen gesagt wird, man dürfe sie allenfalls im stillen Kämmerlein denken. Sich an sowas zu halten, verzerrt die Anthropologie. Also gebe ich mich zu. Öffentlich. Und in der mir eigenen Radikalität. Ich gestalte aus mir eine F i g u r. Wie in einem Roman. Weil nämlich die Ästhetik verpflichtet, nicht zu heucheln. Wem das nicht gefällt, der muß es nicht lesen.

      (Was ich über Ihre Kinder sagte, tut mir ebenfalls leid. Aber erst da reagierten Sie mit einem eigenen Schmerz – und mit einem liebenden Stolz, der mir gefällt, den ich, mit einem Wort, klasse finde. Jetzt ist die Ebene da, um zu sprechen, vorher war sie völlig schief.)

    • M*A*R*T*I*N sagt:

      Das Leid der Beleidigten Gotthold Ephraim Lessing schrieb einmal treffend: „Ein beleidigter Mensch ist ein Mensch, und ein beleidigter Poet ist es gedoppelt.“
      Wie wahr! Was den literarischen Olymp und die Vergleiche mir den unsterblichen literarischen Größen der Vergangenheit betrifft, so muß Herr Herbst da sicher noch einiges dran tun. Bekannt wie Herr Lessing zu seiner Zeit ist er ja nicht. Auch nicht wie Thomas Mann oder der andere Thomas, der Pynchon. Was fehlt da noch neben dem Bekanntheitsgrad? Größe. Ruhm (so’n kleiner Nobelpreis wär ja nicht schlecht, würde er sogar mit einem Schlag die finanziellen Sorgen wegfegen), vielleicht ein ausgefallenes Hobby a la Hemmingway – vielleicht als Kriegsberichterstatter in einem Kriesengebiet, oder Talibans in den Hintern treten?

      Herr Herbst hat mehrmals betont, was er mit seinem LitBlog will. Er stellt sich zur Veröffentlichung selbst aus und erschafft sich als Kunstwerk neu. Dabei erfindet er diverse Charaktere, die ihn dabei in der Kommetarfunktion unterstützen. Daher sollte man auf der Hut sein, vielleicht sind ja einige der Kommentierenden hier selbst nur Alter Egos des Herrn Herbst? Bin ich so eine Kopfgeburt? Ist es evi? Oder Eva? Wer weiß.

      So! Weiter in der Truman- äh… Herbst-Show!

    • Deters sagt:

      Touché! Wer aber, Herr Martin, ist dann – Truman?

      Es gibt eine g u t e Antwort darauf.

    • evi sagt:

      Hat Ihnen da jemand – oder Sie selbst? – einen Weg zum Hintertürchen „Romanfigur“ gezeigt?
      So einfach gehts aber nicht ab, Herr Herbst.

      Sie haben mich auf unsägliche Art beschimpft und beleidigt. Ich greife nur einiges heraus :

      > unmenschlich, unsensibel, dumm, feige, masturbiert, kennt keinen Zweifel, bis zum Hals voller Angst, Spielball für jede Schweinerei, pervers, bis zum Hals voller Angst, ich ohrfeige Sie symbolisch und täte es praktisch, korrupt, Sie hätten auch die Leute in die Gaskammer gehen lassen, prostituiert, abgefeimt dumm, anonyme Heckenschützin, , faschistoid, meine Kinder sollen keine gesicherte Zukunft haben. >

      In mir entstand das Bild eines geifernden, tobenden, brüllenden, um sich schlagenden Cholerikers (um nicht Schlimmeres zu sagen) , der vor Wut sich nicht mehr beherrschen kann und den „Gegner“, den er nicht leibhaftig zu fassen bekommt, mit Worten totzuschlagen versucht.

      Sie sollten einmal überlegen, ob Sie nicht eigene Persönlichkeitsanteile in mir bekämpfen, die Sie bei sich nicht so gern wahrhaben wollen. Ich habe Sie nämlich nicht beleidigt, es jedenfalls auf keinen Fall wollen, ich habe nur auf einen Eintrag in Ihrem Webblog reagiert (andere Quellen stehen mir auch gar nicht zur Verfügung)

      Im übrigen müssen Sie aufpassen, daß Ihnen nicht n o c h ein weiterer unangenehmer Prozess ins Haus steht.

      Die Entschuldigung bezüglich meiner Kinder nehme ich nicht an.

    • Na dann nur zu, Frau Evi. Prozessieren Sie. Über nichts freute ich mich mehr. D i e s e n Prozeß würde ich letzten Endes gewinnen. Bei dem anderen, um so viel wichtigeren weil traurigem wie tragischem ist der Ausgang noch offen.
      Doch bin ich gespannt, ob Sie so feige sind, wie ich denke und wie Ihre permanente Anonymität es belegt, aus der ich alles Recht zur Beschimpfung herleiten kann, da Sie in der Tat irgend ein Avatar sein können, also o b Sie prozessieren und damit die Maske fallen lassen müssen – oder ob Sie sich einfach verkrümeln nach diesem witzigen Drohgebärdchen. Oder einfach auf die nun besonders feige Weise weiterhin anonym attackieren. Meines Wissens sind Avatare, da Kunstfiguren, nicht rechtsfähig. Man kann deshalb weder Tante Eusebia (diese dickgeschminkte Kuh bei Fix & Foxi) noch Sie beleidigen. Also der Weg zur Romanfigur geht s c h o n – um Ihre etwas ungelenke Formulierung zu verwenden – ‚ab‘. Eine Romanfigur s i n d Sie nämlich für mich – und gewiß keine vorbildliche. Für die Leser Der Dschungel sind Sie es ohnedies, da tatsächlich nicht ausgemacht ist, ob ich Sie nicht aus taktischen Erwägungen erfunden habe.

      Das Bild, das in mir von I h n e n entstand, muß ich indes allein deshalb nicht mehr schildern, weil ich es hier und bereits weiter oben schon tat. Also darf ich Sie bitten, zu prozessieren oder es sein zu lassen, in jedem Fall aber Die Dschungel nicht weiterhin durch Ihre schmutzig-feige Anwesenheit zu besudeln. Ich werde mir vorbehalten, Ihre weiteren Kommentare – sofern sie anonym b l e i b e n – wie Hundekacke, die jemand an den unabgetretenen Schuhen in meine Wohnung trägt, aus derselben wieder hinauszuwischen. Und zwar auch dann, wenn ich sie selber schrieb.

    • evi sagt:

      Sie sind derart widerlich! Daß ich Sie verklagen werde, darauf würde ich mich an Ihrer Stelle nicht so freuen!

    • Dochdochdoch! Ich freu mich irrsinnig drauf! DEUTSCHER SCHRIFTSTELLER WIRD VON ERFUNDENDER NETZFRAU VERKLAGT. Finden Sie nicht, daß diese Schlagzeile Geschichte machen könnte, ja s o l l t e? Klarabella, Entenhausen ./. Alban Herbst, Berlin.

    • Deters sagt:

      Halten Sie sich doch bitte an das, was Sie ankündigen. Und löschen diesen Unfug, Herbst. Also ehrlich…

    • Eva sagt:

      Mein Name ist ist .. Dietmar Wischmeier, sondern Eva, und dies ist ein Logbuch einer Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten.

    • hase sagt:

      Herbst, Sie sind unfair.
      Keine Toleranz den Intoleranten.
      Hochmut kommt vor dem Fall.
      Guten Flug.

    • hase sagt:

      Ihr Name ist hase. Meiner auch. Und beide wissen wir von nichts.

    • Dietmar Wischmeier sagt:

      Ich verwahre mich gegen die Verwendung meines Namens innerhalb einer solchen Netzschrift! Sollte dergleichen noch einmal vorkommen, werde ich die Angelegenheit meinem Anwalt übergeben.

    • Eva sagt:

      Das kann ich gut verstehen! Ich entschuldige mich in aller Form. Das alles hier ist wirklich unter Ihrem Niveau.

    • Dietmar Wischmeier sagt:

      Schon in Ordnung, Eva. Ich bin nur insgesamt etwas verwundert. Denn die Romane von Herbst sind gut. Es ist also eben nicht alles unter Niveau. Manches ist sogar weit über meinem. Gerade die philosophischen Gedanken in diesem Weblog oder was manchmal zur Poetik gesagt wird. Das beschäftigt mich oft tagelang. Allerdings nicht das Tagebuch. Und darauf bezog sich mein Ärger. Da habe ich nur zufällig hineingeschaut, obwohl ich die Dschungel regelmäßig besuche. Nur gefallen mir diese Privatheiten nicht. Ich unterscheide schon beruflich streng zwischen privat und öffentlich. Das tue ich deshalb auch, wenn ich lese. Um so erschrockener war ich jetzt. Diese Art, sich auszustellen und über Sachen und Gedanken zu schreiben, die nun wirklich die Öffentlichkeit nichts angehen. Aber auch diese Art von Lesern wie Evi, persönlich und mit moralischen Vorhaltungen darauf zu reagieren. Das ist mir alles fremd. Wenn mir etwas an jemandem mißfällt, muß ich das doch nicht öffentlich gegen ihn vortragen. Was ist das für eine Form von Exhibitionismus. In diesem Zusammenhang ist es mir schmerzhaft peinlich, wenn jemand meinen Namen benutzt.

    • daniello sagt:

      Nun sind es schon zwei Prozesse. Mit dem gegen Ihr Buch, Hoabara, sogar drei. Das strickt Ihrer Literatur und den Dschungeln ein völlig neues Akzentmützchen, finden Sie nicht?

      Oalstan:
      [Kleine Theorie des Juristisch Relevanten Bloggens (1).]

    • Eva sagt:

      Lieber Herr Wischmeyer, da Sie derzeit nicht einmal Ihren eigenen Namen richtig schreiben können, sei Ihnen verziehen, dass Ihr Urteil in Bezug auf Qualität etwas unsicher ausfällt 😉

    • Troll-Y sagt:

      180 Grad Drehung Sehr geehrter Herr Herbst, zunächst ungeachtet der hier stattfindenden Diskussion interessiert mich ihre Aussage bezüglich ihrer Eltern : „Mein Vater hat n i e für uns Kinder gesorgt, meine Mutter hat finanziell getan, was sie konnte. Meinen Vater liebe ich, für meine Mutter hab ich fast nur Verachtung“. Hätten sie doch statt Verachtung Gleichgültigkeit geschrieben, dann wäre die Diskussion sicherlich nicht in dieser Form entartet. Wie viel Leidenschaft steckt in dieser Aussage nur welche und wo bahnt sie sich ihren Weg – findet da nicht eine 180 Grad Drehung und somit eine emotionale „Verwirrung“ statt.

    • Sie haben, Troll-Y, prinzipiell völlig recht. Es i s t aber Verachtung – was allerdings nicht an dem für die Ernährung der Kinder aufgebrachten Pragmatismus liegt, sondern an der mit ihm zusammenhängenden kapitalistisch-funktionalen Kühle, mit der ich als Kind umgehen mußte. Sendungen meines Vaters z. B. schickte diese Frau mit der Bemerkung an den Absender zurück, wer keine Alimente zahle, dürfe auch keine Geschenke machen. D a ß es den Versuch solcher Geschenke und auch an uns niemals weitergeleitete Briefe gegeben hat, habe ich erst Jahre später als Erwachsener erfahren; zuvor war unser Vater für uns Jungens verschwunden, d.h. nicht existent. Schlecht gesprochen von ihm hat diese Frau allerdings nie, eher im Gegenteil: sich überhebend nachsichtig. Sie war intrigant genug, selbst das noch strategisch anzustellen. Also, es i s t keine Gleichgültigkeit, sondern eine derart starke Ablehnung, daß ich jeden Suizidgedanken schon deshalb brüsk von mir weise, weil ich den Augenblick erleben will, an dem ich am Grab dieser Frau stehen darf. – Gleichgültigkeit ist insgesamt meine Sache nicht. Ich bin, wenn, dann g a n z bei etwas. Oder eben gar nicht.

    • Duden sagt:

      zur erinnerung mische mich zwar nicht gerne in ihren streit mit evi, aber hier zur erinnerung, daß sie sehr wohl veröffentlichten, ihrem sohn mangele es wegen ihnen… schon vergessen?

      zitat: “ Und sie machen sich auch keine Vorstellung davon, was es für einen V a t e r heißt, einen Sohn zu haben, dem man liebend verpflichtet ist. Den man fördern möchte. Dem aber dieser Prozeß die Möglichkeit dafür nimmt, dem kleinen Jungen zu geben, was er braucht und was ihm zustünde bei dieser begabten Intelligenz. Weil der Vater nämlich kaum mehr seine Miete zahlen kann, da es Mahnungen Zahlungsbefehle Drohungen hagelt. Weil der Vater in Gefahr gerät, nicht einmal mehr die Krankenversicherung seines Kindes zahlen zu können, von seiner eigenen – aber das ist egal – ganz abgesehen. Sie hängt sowieso dran. Er selbst kann das tragen, nicht aber ein Kind.“

      herr anh vielleicht googeln sie gelegentlich mal, wenn sie sich früherer aussagen nciht mehr erinnern (wollen)

      herzlichst

    • Herr anonymer Schmierfink, Sie lesen nicht genau. Ich schrieb „der i n G e f a h r gerät“; sofern Sie, was Ihr feiges Pseudonym nahelegt, der deutschen Sprache mächtig sind, sollten Sie wissen, daß dieses Idiom keine Tatsache, sondern etwas ausdrückt, das befürchtet wird – aber möglicherweise noch abgewendet werden kann.

      Im übrigen hat mein Sohn in seinen bisherigen ersten fünf Jahren von seiner Mutter u n d seinem Vater wahrscheinlich sowohl an Materiellem wie Ideellem mehr bekommen, als Sie zu geben überhaupt nur bereit wären. Damit, daß dem Jungen die Möglichkeit genommen würde, war gemeint: daß das Geld nicht da ist, ihn auf eine Sonderbegabtenschule, also eine Privatschule zu geben. Das erlebe ich als schmerzlich, ich hätte es gerne anders gehabt.

      Aber wie schon in dem anderen Beitrag: Zeigen Sie öffentlich Ihr Gesicht, ansonsten sind Sie wirklich weder satisfaktionsfähig noch überhaupt eigentlich anhörbar.

  3. glagolica sagt:

    zum Beispiel: Kunst und Leben “ Wislizenus sah ihn prüfend an. »Du kannst jetzt ungestört weiterlesen. Lies weiter, Wohlgethan! er wird dich nicht mehr stören.«

    »Was hast du gemacht?« fragte der Dichter.

    »Ich habe ihn abgeschossen wie einen Hund, der er war«, lautete die Antwort.

    Er ist wahnsinnig, fuhr es Wohlgethan durch den Sinn, und alle seine Glieder lösten sich vor Schreck. Er sah, wie seinem Gegenüber die Schläfen bebten, aber seine Stimme klang beherrscht, als er fortfuhr, ohne daß freilich Wohlgethan unterscheiden konnte, ob der Wahnsinn oder der teuflische Hohn zu ihm spräche:

    »Wäre ich an deiner Stelle, oder wären wir beide an der Stelle irgendeines verschollenen Helden, so würden wir uns über diesen Zwischenfall leicht fassen. Sollte das flüchtige Leben einer Fliege« – er zeigte auf eine, die winterträge an dem Manuskripte kroch – »nicht leicht wiegen gegen Verse, die vielleicht die Unsterblichkeit von Jahrzehnten in sich tragen! Gesteh es: auf eine so großartige Weise ist noch keinem Dichter geschmeichelt worden.«

    Doch Wohlgethan war nicht imstande, die Sache von dieser Seite zu nehmen. Mit einer fast kindlichen Bangnis rief er aus:

    »Aber, Wislizenus, ein Mensch! es ist ja ein Mensch!«

    »Ich dachte, es wäre ein Hund«, erwiderte Wislizenus, »ich dachte, es wäre eine Fliege. Hund, Fliege, Mensch, liegt an dem Namen was? Du wirst doch nicht den Aberglauben des Wortes haben! Ich versichere dir, es war ein gänzlich verwahrloster Landstreicher und Chausseefeger. Er war, und jetzt ist er nicht mehr. Schade, ich dachte, daß dir damit etwas Gutes geschehe, – aber wem ist denn was Übles geschehen? Niemandem. Ich versichere dir wiederum, es hat ihn keine Qual gekostet. Der Schmerz ist ein Übel, der Tod nicht. Er war, und jetzt ist er nicht mehr, basta. Lies weiter.«

    Wohlgethan zitterte vor Furcht: »Lesen?«

    Wislizenus sagte: »Er war einer von den wilden Landstreichern, vielleicht schon über die Fünfzig, der sich nach seiner ersten Zuchthausstrafe, wenig über zwanzig Jahre alt, von der menschlichen Gesellschaft abgelöst hat. Seinem Aussehen nach würde ich ihn für einen Litauer halten. Niemandem ist Übles mit seinem Tode geschehen, es sei denn, du glaubtest, ihm selbst. Glaubst du das?«

    »Ich kann nicht philosophieren in diesem Augenblick«, erwiderte Wohlgethan.

    »Kannst du es nur, wenn es ein Spaß ist?« höhnte Wislizenus offen heraus; »glaubst du, daß er eine Seele hatte? Nein, du glaubst es nicht, so wenig du es von der Fliege glaubst. Dann ist also nichts weiter geschehen, als daß eine etwas zu groß geratene Fliege geklatscht wurde. Oder bist du ein wenig angesteckt von deinem eigenen Gedicht? und hätte er also doch ein Stück Seele gehabt? Oh, nicht wahr, lieber Freund, dann haben wir -.«

    Unwillkürlich warf der Mitschuldige ein: »Wir?«

    »Nein, ich«, sagte Wislizenus, »dann habe ich ihm wohlgetan, dem Leibe, den die Seele gewiß gequält hat, und der Seele, die sich verzweifelt in ihrem Gefängnis stieß. Dann hockt sie vielleicht, diese Seele, draußen auf dem Zaun und schaut durch den hölzernen Fensterflügel zu uns herein. Eine Seele kann gewiß durch ein fichtenes Brett sehen.«

    Wohlgethan, aufs äußerste gequält, erhob sich zitternd und wollte hinaus.

    »Wohin?« fragte Wislizenus.

    »Nachsehen, ob nicht zu helfen ist«, sagte Wohlgethan mit Tränen in den Augen.

    Aber als er sich zum Gehen wandte, hielt ihn das laute Gelächter seines Freundes zurück. »Nun, Wohlgethan, setz‘ dich«, sagte er. »Hast du wirklich diesen ganzen Spuk geglaubt? Oh, die Eitelkeit der Dichter ist doch grenzenlos! Es als möglich anzunehmen, daß man einen Menschen tötet, damit ein Dichter ungestört Verse vortrage!«

    Zweifelnd, aber von einem beginnenden Jubel bedrängt, sagte Wohlgethan: »Ich habe doch den Schuß gehört!« »Natürlich hast du ihn gehört«, rief Wislizenus, »er hat ja geknallt. Ich habe den Revolver ständig voll Platzpatronen; ohne die getraute ich mich nicht so allein hier zu hausen. Mehr als einen Knall aber hat man wohl in den seltensten Fällen nötig, und für die seltensten Fälle – sorge ich nicht. Ohne ein Gewaltmittel, kannst du sicher sein, wären wir den Kerl nicht losgeworden. Der kommt nicht wieder, ich sah ihn noch gerade durch den Nebel davontorkeln, dem Walde zu, dort mag er seinen Rausch ausschlafen, oder in der Feuchtigkeit verklammen, oder sich an seinem Hosenriemen aufhängen. Würde es dir irgend etwas ausmachen, welcher von den drei Fällen eintritt?«

    Wohlgethan sann einen Augenblick nach und antwortete: »Doch. Wenn ich in der Zeitung lese, daß da und da im Walde ein erhängter Trunkenbold aufgefunden wurde, so ist mir das vollkommen gleichgültig. Wenn es aber dieser und jener bestimmte Mensch ist, den ich kenne oder der mir auch nur begegnet wäre – am Schalter eines Bahnhofs, wenn ich ein Billett löse, gleich ist ein Interesse da, und mir wenigstens ist es in solchen Fällen so, als ob mein Verhältnis zu ihm stärker gewesen wäre, als es in Wirklichkeit war.«

    »Nun, siehst du«, sagte Wislizenus, »so hätte ich ihn ja schon deshalb nicht töten dürfen, weil er gar nicht so losgelöst in der Welt herumschwamm, wie ich glaubte; hing er doch schon mit einem Fädchen an dir.«

    »Und an dir«, versetzte Wohlgethan lebhaft, »und nicht an einem Fädchen, sondern an einem Seil, wenn du ihn getötet hättest. Der Mord ist ja eine Tat in der moralischen Welt auch ohne seine Wirkung, – und das war der Fehler in deiner ganzen Philosophiererei von vorhin. Du wolltest den Mord nur nach seiner Wirkung wägen, das eben ist der Fehler.«

    »Sieh da«, sagte Wislizenus, »nun bist du wieder ein Dichter.«

    Als aber Wohlgethan nach einem weiteren Gespräch doch wieder zu lesen anhub, mußte er die Bemerkung machen, daß er aus dem Umkreis seiner eigenen Dichtung vertrieben war und sie so von außen fühlte, wie kaum ein fremder Hörer. Eine schreckliche Nüchternheit befing ihn, und seine Verse klangen ihm nüchtern, willkürlich und sinnlos am Ohr vorbei. Dabei konnte er sich nicht enthalten, zuweilen hinauszuhorchen und in den dunklen Fenstern nach einem Paar Augen zu spähen…. „

    Moritz Heimann

    • Hieran erzählte ich gerne weiter. Ich bekomm das aber gerade mit dem ARGO-Kontext nicht zusammen, in dem ich zur Zeit Wort für Wort bündle, um den Dritten Teil des Romans auf jeden Fall noch diese Woche fertigzubekommen. Da kann ich (ausnahmsweise) keine NebenVolte mehr zulassen; sonst verwässert mir die Coda. Dennoch: Herzlichen Dank für den Text, auch und gerade in diesem Zusammenhang.

    • geist wirrt welle der nacht : wohin einsamer in der erfüllungsstunde? : unausdeutbar bleibt das stundenlied : woher nehmen : den samen für zwist? : wächst er nicht auf eigenem mist? :

      bleiben und stille bewahren
      das sich umgrenzende Ich.

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