Ausschließlichkeit, beziehungslogisch.

SIE:
verstehen sie, MEIN mann darf sich für andere frauen interessieren, weil die besonders attraktiv sind, ein besonders tolles lächeln haben, aber er darf sich nicht, ohne auch nur irgendeinen optischen eindruck zu haben, für deren seele, denken, fühlen interessieren. ich weiß selbst, wie pervers das klingt. rational ist das auch nicht zu erklären. aber es IST.
ER:
Na ja, aber ich s c h r e i b e. Ich erzähle Geschichten, und nicht nur über Männer. Und ich will auch wissen und verstehen, was in m i r vorgeht, ebenso, was in anderen vorgeht. Sonst k ö n n t e ich solche Bücher nicht schreiben, w i e ich sie schreibe… sonst wäre ich nicht Künstler.
ER:
Also m u ß ich mich interessieren.
ER:
Es ist übrigens auch eine moralische Frage und dadurch eine politische.
SIE:
ich sage doch nicht, dass ich sie nicht verstehe. und rational gibt es daran nichts zu rütteln. dennoch: wäre ich die frau an ihrer seite (und ich bin wirklich nicht gerade bekannt für eifersuchtsanfällt), ich glaube, ich bräuchte sehr viel unterstützung, um daran nicht zu zerbrechen.

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2 Responses to Ausschließlichkeit, beziehungslogisch.

  1. Avatar gorethwán sel prestoljariy says:

    Beziehungslogik. Eine Rarität. die rein künstlerische ebene hat keine/ n partner/ in zur seite, würde ich sagen. die beziehung zur von kunst verdeckten ‚Basis‘ besteht – so empfinde ich in diesem raum- und zeitlosen non-gebilde die form des bezuges – darin, den eigenen ‚Standort‘ des künstlers in bezug auf die im rahmen seiner unaufhaltsamen vordringlichkeit notwendigen ‚Entdeckungsreisen‘ im eigenen ‚ICH‘ sowie in den fremden, noch unentdeckten ‚ICHs‘ zu bestimmen, zu entwickeln, zu verschieben. was genau dazu auch immer nötig sein wird/ sein muss: der einzige, der in/ an diesem prozess zerbrechen kann, ist der künstler selbst.

    wenn ich nun die ‚private‘ ebene des künstlers betrachte, so könnte ich mir dennoch vorstellen, dass der/ die partner/ in (die frau an seiner seite) nicht umsonst ‚Die Frau an seiner Seite‘ ist, denn sie wird um des inhaltes seiner schaffenswelt – in seinem ‚Geiste‘ wie in ihrem – zumindest ahnen, wenn nicht sogar wissen. wie zerbricht man an einer situation, die verschiedene ‚LEBEN‘ berücksichtigen muss, sich aber nicht imselben ‚LEBEN‘ auf ein gemeinsames, gesamtzusammenhangloses ‚LEBEN‘ vereinen lässt? (die sachlich getrennten ‚Lager‘ gemeint) ein bitterer aspekt der gegensätzlichen freiheit, die sich anzieht, ohne einander näher zu kommen? beängstigend und abstrus zugleich. wie wir uns einreden, glaubend sein zu müssen, dem ‚Gegenüber‘ aufgrund der anderen, eigenen und vor allem selbstbezogenen gedankenwelt ein ‚Versteck‘ zugestehen, und uns selbst das menschliche, das private ‚Gesicht‘ wahren zu müssen. oder verhält es sich genau anders herum?

    amüsiert und tutiefst skeptisch
    GsP

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