Verlag Die Dschungel (1). Aus dem heutigen Newsletter.

Eine Idee hatte ich gestern noch: nämlich auch meine wenigen unterdessen vergriffenen Bücher als pdf’s zugänglich zu machen, besonders DIE VERWIRRUNG DES GEMÜTS von 1983, ein Roman, der selbst im Zentralantiquariat nur noch selten auftaucht; aber auch MARLBORO von 1981. Anders als bei den Arndt-Novellen möchte ich damit gerne ausprobieren, ob die fiktionäre Website auch als ökonomische Basis funktioniert. Das heißt, ich erwäge, den Zugriff auf ganze Bücher entgeltlich zu machen, bei der „Verwirrung“, sagen wir, für 15 Euro. Wie ich das im einzelnen ausgestalte, weiß ich noch nicht. Dennoch wäre ich Ihnen bereits jetzt für Rückmeldungen dankbar, bzw. für Signale des Interesses oder Desinteresses. Auf Dauer, so mein Hin- und Herwenden, wäre es vielleicht möglich, einen eigenen kybernetischen Verlag zu konstituieren, den ich dann ganz folgerichtig s o nennen würde:


VERLAG DIE DSCHUNGEL.
ANH.

Mit Sitz in Buenos Aires – Berlin.



Darüber würden dann auch, nach entsprechender Rechteklärung, meine Hörstücke als mp3’s vertrieben und allgemein und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Hingegen blieben die dazugehörigen Typoskripte (wie die anderen kleinen Arbeiten, Essays usw.) unentgeltlich zugänglich. Ganz, wie Sie es gewohnt sind.

[Karl Kraus etwa verlegte sich in seinem „Verlag der Schriften von Karl Kraus“selbst. >>>> Erich Loest ist einen ähnlichen Weg gegangen. Ich meinerseits klärte für so etwas gerne die Internet-Lage.]

NACHTRAG.
Schön wäre auch:

NETZVERLAG DIE DSCHUNGEL.

Buenos Aires – Berlin.

Der wiederum, möglicherweise, assoziiert mit einem book on demand-Verlag; vielleicht als Imprint. Für Leser, die den Fetisch Buch noch brauchen. Also auch für mich.

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3 Kommentare zu Verlag Die Dschungel (1). Aus dem heutigen Newsletter.

  1. dirk.schroeder sagt:

    Ja Download von Acrobat-Dokumenten heißt, die Herstellungskosten selbst tragen. Der Ausdruck ist teuer (die VG Wort bekommt ihren Teil – (wie erhältst du deinen?). Wenn man heften will, kostet das auch. Am Bildschirm liest kaum einer lange Texte. Fast alle brauchen das Buch, wenn auch nicht als Fetisch. 15 Euro sind zu viel; zwar im Rahmen des heute Diskutierten, aber ein wenig am möglichen Markt vorbei. Fünf Euro wären schon ein guter Preis.

    Die Idee ist naheliegend und realisierbar: Die Verachtung des Selbstverlegens (-nie ohne guten Hirten!-) braucht dich kaum zu kümmern, geht es doch um ‚legitime‘ Texte, bist du doch ohnehin bekannt als der Autor, dem man im Blog beim Schreiben zusehen kann, als der Figurenversteigerer.

    (Derzeit könntest du mühelos ein Handbuch ‚Marketing für Autoren im Literaturkampf‘ o.s.ä. verkaufen. Die Kompetenz ist anerkannt, die Aufmerksamkeit ist da.)

    Der digitale Verlag lebt bislang nur dann, wenn er von Werk zu Werk einen kleinen Hype kreiert. Oder auf bekannte Namen mit einschlägigem Fankreis setzt. Oder keine Belletristik bietet, sondern technische Dokumentation und andere Sachtitel. Hörstücke sind jedenfalls ein gutes Angebot.
    Book on Demand müsste es in jedem Copyshop geben. Anrufen, Titel nennen, Buch abholen. (Oder bringen lassen, Service könnte nicht schaden.) Dabei bleiben dann keine 15 Euro mehr, die Kosten schlagen zu Buche.

    Alles: Download und BoD (Xerox), teure, günstige und kostenlose Titel, Text, Sound und Video (Veranstaltungen etc.). Ein Buchshop für die Verlagstitel (damit es nicht nach ‚Kampf den Verlegern‘, ‚Ende der Buchpreisbindung ‚o.ä. ausschaut und sowieso) usw. Ein Blog dazu für Termine, Rezensionen… Es lohnt sich, das gleich für mehrere Autoren zu machen. Klein anfangen – schadet aber auch nicht.

    • Ich finde das nicht problematisch, wenn es etwas teurer ist. Für einmal Essengehen legen die Leute mühelos 40 Euro hin, inkl. Getränke selbstverständlich, 1 1/2 Stunden Kino kosten unterdessen zwischen 7 und 9 Euro usw usf; davon, daß für lachhafte Veranstaltungen wie von Madonna bis zu 250 Euro auf dem Schwarzmarkt gezahlt werden, muß man da gar nicht reden. Neinneinnein: N i c h t bescheiden sein, sondern ganz bewußt sich auf die ganz besonders t e u r e Seite stellen. Denn ohnedies, wer etwas haben w i l l und tatsächlich das Geld nicht aufbringen kann, der bekommt es dennoch auf die eine und/oder andere Seite. Es ist eine Frage der Bemühung und dessen, wieweit man sich für etwas austauschen will. Als ich meine Opernbesuche nicht mehr bezahlen konnte, begann ich, Opernkritiken zu schreiben. So besuche ich die Veranstaltungen nunmehr, weltweit und in den besten Häusern, umsonst. Leiste aber A r b e i t dafür – und manchmal nicht wenig. Was der Reiche finanziell schafft, schaft der Arme mit Engagement.
      Ich halte deshalb 15 Euro für eher zu wenig.

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