Paul Reichenbachs Dienstag, der 19.Dezember 2006. Uniformes.

Urlaub in den bayrischen Alpen. Das Wetter spielte in den vergangenen Tagen mit. Die Sonne ließ den Schnee glitzern und zeigte ihre Kreativität in kristallinen Strukturen, die Äste und Zweige in zerbrechliches Weiß hüllten. Urlaub in den bayrischen Alpen, ob Winter oder Sommer, heißt Kniebundhosen, Anorak und Hut, meint montgelas , sagte sie, und schon fügte ich mich, denn Ärger um Klamotten wollte ich keinen haben. Dafür sind sie mir nicht wichtig genug. An allen Tagen, in fast allen Gesprächen mit ihr, war der lange Schatten präsent, den mein Freund montgelas warf. Komm , sagte sie, lass uns mal auf den Obersalzberg fahren, montgelas, ich konnte den Namen schön nicht mehr hören, ist auch schon auf ihm gewandert. Wir gingen natürlich auf dem Berg herum, und nicht nur da wurde meine Anzugsordnung (Kniebundhose und Hut) Anlass für „brave“ ältere Zeitgenossen mich unter ihre Ansichten zu summieren. Ohne den Führer gäbe es hier keine Fahrstrasse auf dem Berg und andere diverse Dumm-heiten hörte ich mir noch gelassen an. Ärgerlicher wurde ich, als ich auf dem Kirchberg in Ruhpolding das Kriegerdenkmal sah, das offenbar erst in jüngerer Zeit renoviert worden ist. „Ihr seid uns allen ein Vorbild der Treue“ konnte man da lesen. Ein Herr in Hut und Mantel, der zufällig den Berg hinan kam, meinte im Vorbeigehen, wegen meiner Wanderuniform zählte er mich offensichtlich zu Seinesgleichen, ja Treue…
die gibts nicht mehr und das waren Kerle… früher

Mir schwoll der Kamm und im breiten Sächsisch müsste ich ihm Arschl…. nachrufen, dachte ich….

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