Arbeitsjournal. Sonnabend, der 23 Dezember 2006.

8.15 Uhr:
[Berlin. Küchentisch.]
Ich werde mich – das heißt, meine Arbeit – zweidrei Tage lang treiben lassen, festtags-und liebeshalber. Vielleicht setz ich mich gelegentlich an ein Gedicht wie das für die Allegorie, das ich seit gestern skizzierend fixierte, vielleicht nicht. Und vielleicht stell ich’s dann in Die Dschungel, vielleicht aber eben auch dies dann nicht. Der Prozeß um das verbotene Buch warf gestern kurz und unerwartet einen Schatten, der übers Land huscht, weil oben ein Wind eine Wolke treibt. Er war schnell fort, aber der Eindruck, eine Art Warnung, wirkt in mir nach. Sie hat eine Kühlung gebracht, die wie ein böser Geist vertrieben werden muß. Ich hab genug Wärme, aber auch Entschiedenheit in der Sache, um ihn meine Nähe und meine Familie besser meiden zu lassen. In diesem Zusammenhang schaute >>>> ConAlmas Wort von der Identitätsessenz instinktiv dem Geschehen voraus, wobei sich ihre Haltung von der meinen gerade in Sachen verbotenes Buch rigoros unterscheidet, also in dem, was gesagt werden darf: hielte man sich an Identitätsessenzen, es wäre letztlich überhaupt nichts mehr öffentlich sagbar.
Darüber denke ich nun noch ein wenig nach, während ich den Heidesand schneiden und aufs Bech legen werde, um ihn backen und mich nunmehr in diese Feiertage wehen zu lassen. Als eine Privatperson.

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