B.L.’s 20.4. – Unzeig

21.03
Vor einer Viertelstunde erst wieder hier eingetroffen, nachdem ich am Nachmittag im sommerlichen und lauten Rom, überall stehen und wandeln Hindernisse, ob Mensch, ob Tier, ob Auto, ob Abschleppwagen, ob Quergänger, ob Drängler, ob Direktemang-Auf-Dich-Zu-Gänger. In der Sonne, beim Gehen durch die Straßen sammelte sich der Schweiß für den Ausbruch im nächstfolgenden geschlossenen Raum. Diesmal stimmten die Klamotten. Nur auf der Rückfahrt dann nicht mehr, da war’s ab Monte Soratte recht düster um 19.30: Gewitter, Regen, alles schon am Abziehen, aber die Wolken zögerten noch. Bis zum Auto war’s ja dann nicht mehr weit vom Bahnhof aus. Worum’s ging: mit der Steuerberaterin das weitere Vorgehen wegen meiner angeblichen Steuerschulden beratschlagen und weitere Papiere hinbringen. Dafür war aber die halbe Stadt zu durchqueren. – Was ich dennoch nie verstehe (ich komme zum kleinen psychologischen Exkurs): ich fühle mich selten wohl in meinen Klamotten. Da ich mich heute nicht entscheiden konnte, welches Polohemd anziehen (das eine zu schlabbrig, das andere zu blau, das dritte zu schäbig), bügelte ich in einer Tour eins nach dem anderen (den ganzen Winter lagen sie zwar gewaschen, aber ungebügelt unter Bergen schwerer Bettwäsche), spazierte vor den Spiegel und dachte: bäh. Was für ein Auge guckt da aus mir heraus? Meins kann es nicht sein. Und wäre ich tatsächlich eitel, ich müßte wohl etwas mehr Geld für Klamotten ausgeben. Wozu ich aber auch keine Lust habe. Kurz: Ich kann nicht mich nicht entscheiden, wie ich mir der Welt zeigen soll. Ergo: Ich will’s wahrscheinlich auch gar nicht bzw. ich hatte keine Lust, nach Rom zu fahren. Da in der Richtung muß die Lösung liegen.

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