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Ich überlegte gerade, warum ich mich heute des öfteren des ungeraden Datums versichern mußte. Jetzt weiß ich’s plötzlich wieder: das Pflänzchen mit dem Wasser an den ungeraden Tagen. Gestern abend kam tatsächlich noch ein Anruf. Die Stimme sagte zur Begrüßung nicht den Namen, und ich nach kurzen Zögern nannte den Namen derjenigen, deren Anruf ich herbeiwünschte. „Nein, ich bin nicht A., ich bin O.“ Sagte es nüchtern in mein Oh-Ohr. Die Mitteilung, die folgte, fiel denkbar knapp aus: am 29. beim Notar, wo ich mich dann allen, wenngleich schmalen Grundbesitzes begeben werde. Die Verwechslung der Stimmen setzt natürlich einen merkwürdigen Schlußstrich, dem ja noch gar nicht die Eröffnung eines Neuen zugrundeliegt. Ma: va bene così. Auch, wenn’s nur ein Schritt gewesen ist. Aber man bleibt doch immer im Rahmen seiner selbst und seiner Gespinste. Ein einstiges Gespinst werde ich heute abend nähren, indem ich mir „Romeo und Julia“ anschaue, mit Leonardo di Caprio. Als ich den Film am 3.6.97 in Rom sah, ging dem ein mir liebes Gehen voraus: Keinen Schirm spannte ich heute auf / und ließ mir die Haare naßregnen / willkommen auch der Wind / der an mir zauste / so hingerissen so hergerissen / fand ich mein Ich. Das war in der Phase meines ersten Gespinstes. Die DVD fand ich zufällig heute in einer Grabbelkiste in einem ternaner Supermarkt. Ich sollte mir die englische Version anschauen: es ist immerhin Shakespeare-Sprache, und dieses gesprochene Shakespeare-Englisch entzückt mich einfach. Manchmal, wenn ich etwas Englisches lese, bin ich versucht, laut zu lesen und diese britischen Aussprachen nachzuahmen. Im Deutschen oder Italienischen passiert das sehr viel weniger. Woran das liegt, kann ich nur vermuten. Ich nehme aber an, es liegt an der einstigen Übermittlung dieser Art von Englisch über das Radio seinerzeit, nämlich BFBS – also British Forces Broadcasting Service – damals in Niedersachsen und die entsprechenden Hitparaden, als man noch auf neue Beatles-Songs warten durfte. Und alldieweil „many happy greetings“. – Vielleicht als Gegenpol zur hedonistisch sich gebärdenden Arbeit fuhr ich nach Terni des hedonistischen Konsums wegen. Aber vielleicht bestand der einzige Hedonismus in der DVD und in den etwas teureren Weinen. Die Hose, die ich kaufte, war ja schon lange fällig. Hinzu kam nur noch ein Polohemd. Eine andere Hose, die ich anprobierte, hatte allerdings den Defekt eines viel zu niedrigen Bundes, zwar nicht zur alleinigen Bedeckung der Schamhaare, aber doch zur Zurschaustellung des Nabels, sofern man denn mit freiem Oberkörper herumlaufen wollte, aber das Problem ist das unangenehme Tragen. (Wobei ich jetzt an gewisse Hosen denken muß (etwa bei meinem Vater), deren Bund hosenträgerbedürftig fast den ganzen Bauch bedeckt). Nu jut: 20th Century Fox is awaiting.

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