Wenn Schüler streiken. Berliner Schulstreik November 2008.

Dämlicheres gibt’s ja wohl nicht. Gebildet zu werden, ist ein Privileg; wenn Grund(!!!)schüler das nicht kapieren, haben die Eltern einen groben Knall. Man kann sowas letztlich nur unter „Autoaggression“ abbuchen. Selbst noch unter miesesten Umständen ist, etwas – zumal gratis – lernen zu dürfen, eine Errungenschaft der Kultur, die man nicht mit Füßen tritt. Dergleichen ist allein in völlig übersättigten Gesellschaften denkbar und ganz sicher ein Zeichen sozialer Dekadenz. Wo von seiten der Schüler allen Ernstes zu Schulstreiks aufgerufen wird, ist jede Rede über Verarmung obsolet, und die Arbeits(!)kämpfe der Eltern machen sich lächerlich. Bildung ist eine Errungenschaft; man bestreikt sie nicht.

[Ich fand zu meinen Unizeiten schon Studentenstreiks absurd und war als Streikbrecher bekannt. Da aber konnte man immerhin noch sagen: was wir verpassen, bringen wir uns büffelnd selber bei, schließlich sind wir erwachsen, und die nötige Literatur ist ohnedies zugänglich (man stützt dann allerdings den Streik deutlich auf vorhandene Privilegien). Wir brauchen keine Professoren, und wenn doch, so andere als diese jetzt oder diese unter anderen Bedingungen. Die Situation von Grundschülern, die doch K i n d e r sind, ist damit nicht vergleichbar; hier geht es um eine Zukunft, deren Grundlage man im Alleingang nicht legen k a n n; es sei denn, man hat Eltern, die die Lehrerfunktion in der Streikzeit zu übernehmen vermögen und das auch tun. Das dürften höchst wenige sein.]

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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15 Antworten zu Wenn Schüler streiken. Berliner Schulstreik November 2008.

  1. 100% d’accord.

  2. cellini sagt:

    Ein >>> bundesweiter Schulstreik ist ausgerufen.

    Nachtrag:
    Man sollte mal auf der verlinkten Webseite auf die dort oben verlinkte hamburgische Webseite klicken…. eine genaue Anleitung an die Schüler, wie sie sich am besten verhalten sollen, wenn sie streiken wollen. Unglaublich… ich fand auch mehrere Linke Webseiten mit ähnlichem Inhalt.

    Es ist traurig, es gibt Länder auf unserer Erde, da weinten Kinder wenn sie hörten, sie dürften zur Schule gehen. Ihnen wäre es ganz egal, unter welchen Bedingungen, sie würden auch kilometerweit barfuß zu Fuß laufen. Ein Recht auf Bildung hat jedes Kind in unserem Land. Wenn man als Eltern mit den Richtlinien und Gesetzen nicht zufrieden ist, man die zugewiesene Schule für das eigene Kind nicht geeignet hält, kann man eigene Wege gehen, auch meine Schwester ging diesen eigenen Weg für ihre Kinder, und schaffte das. Wenn Lehrer mit diesen/ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden sind, m ü s s e n sie streiken. Der Inhalt einiger zu professionell aufgebauter Webseiten zu dieser Thematik sagt mir allerdings, daß da Kinder/Jugendliche gleich vor mehrere eher politisch motivierte Karren gespannt werden, und das Thema Bildung an sich immer öfter vor das eigene Karrierezugpferdchen gestellt wird, sozusagen als Futtereimer mit Kraftfutter, damit es ein wenig schneller laufen kann.

    Das >>> hier fand ich auch.

  3. rostschleifer sagt:

    ziemlich sicher mir ist so, als hätte ich
    heute morgen am kiosk
    die schlagzeile gesehen:

    SCHÜLER STREIKEN
    FÜR MEHR LOHN

  4. starbuck sagt:

    Streikrecht Wir hatten 1985 mit einer Besetzung des Lehrerzimmers gegen die Schließung des Schülercafes demonstriert – erfolgreich! Natürlich haben Schüler das Recht, mit Aktionen auf Missstände aufmerksam zu machen, Bildung ist kein Privileg, sondern ein Recht – siehe die UN-Menschenrechtscharta.

    Ein Streik von Grundschülern ist allerdings etwas sonderbar, wohl mehr ein Streik der Eltern; trotzdem sollte man vorsichtig sein mit Links wie dem von „cellini“ auf die Meldung eines „Aktionsbündnisses gegliedertes Schulwesen“, welches das Aussortieren von Kindern nach der vierten Klasse beibehalten will und Kinder aus weniger begüterten Familien von höheren Bildungsabschlüssen fernhält.

    Gruß
    starbuck

    • @starbuck. Rechte s i n d Privilegien – siehe zahllose Länder der Dritten Welt und siehe Umstände, die es auch notwendig machen, daß Kinder mitarbeiten, siehe landwirtschaftliche Realitäten in sehr armen Agrarländern. Wir vergessen immer, daß es in einigen vielen Ländern rein ums Überleben geht. So sehr die UN-Menschenrechtscharta unterstützt werden muß, mit allen Kräften, die man hat, so sehr geht sie oft an der Realität vorbei. Diese ist oft schon selbst in kleineren Handwerkerfamilien eine so andere, als sich der industrielle Westen vorstellen will. Im übrigen gibt es gerade in solchen kleinen Geschäftsbetrieben einen großen Stolz von Kindern, bzw. Jugendlichen, wenn sie hinter dem Tresen stehen. Dieser Stolz hat ganz ebenso ein Recht.

      Daß Schüler ein Recht haben, mit Aktionen auf Mißstände aufmerksam zu machen, wird in meinem Beitrag nicht bestritten. Diese Aktionen müssen aber gewiß nicht in einer Verweigerung bestehen , sich bilden zu lassen.

    • Das ist wirklich essentiell – ein Schülercafé. Toll. Wenn es in der Schule keine anderen Sorgen gab – wunderbar.

      Auf tagesschau.de lese ich gerade eine „Forderung“ von Schülern: >>>>“Reiche Eltern für alle“. Das sagt eigentlich wirklich alles. Ich scheue mich nicht, hier von Kindesmissbrauch zu sprechen.

  5. dilek sagt:

    Wie dämlich kann man wohl sein, um auf solch eine Ausssage kommen zu können? ich bin mir sicher, dass Sie nichts verstanden haben als Sie diese Aussage gemacht haben…
    Bildung kann die Gehirnzellen vielleicht erweitern aber dummheit nicht verdrängen…
    Meiner Meinung nach genossen Sie das Privileg des hohen Bildungsabschlusses zu unrecht.. Gerade durch ihresgeleichen ist das Bildunswesen in dieser Miesere die es jetzt ist…

    • Aikmaier sagt:

      Sie hingegen, dilek, haben offenkundig keinerlei bildung genossen. und das ganz zu recht. man hätte sonst wohl säue mit perlen totgeworfen.

      „Bildung kann die Gehirnzellen vielleicht erweitern aber dummheit nicht verdrängen“

      dann lassen wir die dummheit einfach auf der dünung ihres eigenen geblubbers schwojen, gell?

    • dilek sagt:

      ich dicke ihnen mal die dünung ein ihre anwort, mein lieber aikmaier, macht mut. gemeint ist nicht gratismut, nicht das laue wort, das auf der WELLE der übereinkunft schwimmt. gemeint ist der mut zum risiko, der wille vor hindernissen nicht zu kapitulieren, die bedrohung der bildung einzukalkulieren, unter umständen sogar den verlust scheinbarer bildungsgefährten auf sich zu nehmen. solche worthelden wie sie, mein lieber aikmaier, brauchen wir. was heißt wir, die bildung braucht sie. halten sie sich bereit.

    • rostschleifer sagt:

      die antwort, die du verdienst anwort? nun mach dich mal dünne hier. wohl zu viel in wertvollen grundschultagen gestreikt.

    • Hartmut sagt:

      und du hast wohl schon zu viel Rostgeschliffen

    • _Esim sagt:

      Recht auf Streik – und ob! Wie sollten Schüler denn auf die chronische Unterfinanzierung aufmerksam machen, wenn nicht durch Streik? Mir ist keine Schülerlobby mit relevanten Einfluss bekannt. Und genau die Tatsache, dass Sie, meine werten Damen und Herren, sich sooo über diesen Schülerstreik aufregen, beweist ausgerechnet das Gegenteil: Die Schüler haben es durch ihren Streik geschafft das Thema öffentlich zu platzieren.

      Vergleiche mit Ländern in denen sich Kinder nach Bildung sehnen sind übrigens völlig unangebracht. Das Argument funktioniert so: Iss dein Teller leer, in Afrika hungern die Kinder! Wenn der Teller nun leer ist, hungern sie aber immer noch..

  6. willyam sagt:

    Vielleicht … habe ich das überlesen – aber wer behauptet bitte, der bundesweite Streik am vergangenen Mittwoch sei ein „Grundschulstreik“ gewesen?

    • @willyam. Dies hat hier keiner behauptet; der „Streik“ war, soweit ich weiß, berlin- und bundesweit konzeptioniert und schloß Grundschulen nicht aus. Anlaß meines Beitrages war, daß Flugblätter auch an Grundschüler, etwa meinen Sohn, verteilt und die Kinder aufgefordert wurden, sich an dem Streik zu beteiligen. Der Aufruf war unter den Viertklässlern selbst ein Thema. Worauf ich diskutierend intervenierte und nachher meinen Beitrag schrieb.
      ANH.

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