Tristesse. Paul Reichenbach ist heute fast alles wurscht.

Zurück aus Sachsen und Böhmen. Aus dem Dorf, dem zentralen Ziel – und Ausgangspunkt meiner Reise, gibt es, bis auf die Tatsache, dass sich dieses Jahr unter die Masse der NPD-Wahlplakate trutzig zwei Plakate der CDU und der Linken gemischt hatten, nichts Neues. Außer neuen Kapiteln, auch hier im Blog nicht wirklich neues. Irgendein Ingo parliert mit der Geste des Allwissenden über Lyrik, über gute und schlechte Dichtung. Ich wundere mich, dass da überhaupt darauf eingegangen wird. Die einfachsten Urteile sind Vorurteile, dachte ich beim Lesen des Herrn Ingo, dessen Komparatistik sich des Aschenputtelprinzips bedient. Das wäre ja alles wurscht, aber, dass jemand >>>>Miroslav Holub erwähnt und ihn dabei noch falsch schreibt, zeigt die ganze Methode dieses Herrn. Vermutlich hat er von Holub, außer diesem Zitat, nichts gelesen und wichtigtuerisch >>>>kopiert. Aber auch das ist egal. Draußen regnet es und vom Sommer kann man nur träumen. Leider. Ich sehne mich nach warmen Tagen ebenso wie nach Inspiration, die mir die triste, sorgenvolle Lage hier zu Haus ein wenig erträglicher macht. Seit November vergangenen Jahres geben sich in meiner näheren Umgebung die Krankheiten gegenseitig die Klinke in die Hand. Gedichte als Immunologie, um mit Holub zu sprechen, haben, was logisch ist, bisher versagt. Lyrik ist halt kein Therapeutikum und auch als Sedativum taugt sie nur eingeschränkt. Ich vergleiche Poesie gern mit einem Skalpell, das Adern offen legt. Alle Kunst seziert! Was für ein Satz, der dringender Überprüfung bedarf, ist mir da eben spontan rausgerutscht! Lass ihn stehen Paul. Ein Tagebuch ohne Meinungen und Irrtümer, die morgen schon wieder andere sein können, ist ein Wortsarg an dessen Holz die Würmer erfolgreich nagen.

>>>>Bildquelle: Oskar HOLUB, „Cimsec“

P.S. Maler und Lyriker sind übrigens nicht verwandt. Holub heißt auf Deutsch Tauber, Täuberich.

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Tristesse. Paul Reichenbach ist heute fast alles wurscht.

  1. ovid sagt:

    schwalben zeigen daß /
    der sommer das fliegen noch /
    nicht verlernt hat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.