Erledigungs- und ein bißchen Arbeitsjournal. Sonnabend, der 27. Juni 2009.

7.42 Uhr:
[Arbeitswohnung. >>>> Karim Haddad, Seven attempted escapes from silence auf Foer.]
Bis nachts gegen elf noch die Küche hergerichtet: entrümpelt, umgeordnet, wollte die Pavoni entkalken, unternahm’s, da knallte eine Dichtung, dann knallte die Hauptsicherung; ich dachte: nu isse hinüber; mehrmalige Versuche, immer stand ich im Dunkeln, bzw. nach dem ersten Kurzschluß im Kerzenlicht; nur die Lüftung des Laptops rauschte weiter, weil da der Akku die Stromversorgung übernahm. Ich schaute schon mal bei ebay nach einer „neuen“ Pavoni. Heute morgen aber ging es wieder; nur daß ein paar Dichtungen in der Tat einen weghaben; sie waren aber schon vorher nicht mehr ganz intakt. Ich werde das Maschinchen zur Überholung weggeben müssen; vielleicht tu ich das, bevor es nach Neapel geht, Mitte August, vielleicht hält es so lange ja durch.
N a c h elf dann noch anderthalb Stunden Faulkner gelesen, dann verschwamm mir der Blick, im Bett noch drei Jannis-Ritsos-Gedichte, die Asteris Kutulas übersetzt hat, für dessen Sondeur ich vor Jahren Artikelchen schrieb: an sich sollte ich die auch mal in Die Dschungel stellen.

Jetzt, jedenfalls, wäre zu putzen, alles, die gesamte Wohnung. Aber die Zeit ist knapp. Um halb zwei muß ich los, wir Cellisten-Greenhorns haben mit allen anderen Schülern meiner Cellolehrerin heute einen langen Vorspiel-Nachmittag; ich muß noch üben, unbedingt, ich muß noch einkaufen für den Nachmittag: etwas Sekt, einigen Kindersekt; außerdem für morgen, wenn ich meinen Jungen aus Wandlitz von der kleinen Klassenfahrt abhole, Garnelen für den Grill (alle Eltern und Kinder der Schule wollen zusammensitzen – so denn das Wetter mitmacht; es ist Dein Abschied von der Grundschule, Deiner und der von vier weiteren Kindern aus Deiner Klasse). Morgen wird mit dem Putzen also auch nichts werden. Aber gut, Bad und Toilette und Flur, das auf jeden Fall. Vorher aber das Cello, danach die Einkäufe. Und ganz vorher die heutige Tranche >>>> Prunier. Da setz ich mich jetzt einmal ran. Ah, und ich sehe gerade, daß >>>> Artsy wieder gepupst hat (ihn scheinen in der tiefen Nacht die Blähungen zu treiben, und ich bin ihr Placebo). Hm, wie soll ich mich auf einen „einlassen“, der nicht zu greifen ist, sondern in seiner kleinbürgerlich verkifften Anonymität verschanzt bleibt? Ansonsten ließe sich ja drüber reden, Berlin hat Kneipen genug.

Ah ja, gestern kam die Nachricht, daß mein >>>> Lehrauftrag an der Uni Heidelberg nun doch, und zwar einstimmig, abermals verlängert worden ist.

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