Alles, was die Welt ist, Videoserie. Vierte Serie: Bamberger Elegien. Musikalische Strukturüberlegungen. Notat im Arbeitsjournal des Montags, den 31. Mai 2021.

[Arbeitswohnung, 6.04 Uhr
Penderecki, Slava für Violoncello solo ]


Es geht um die Wahl der zu verwendenden Musiken. Prinzipiell sollen es durchgängig Stücke für Cello solo sein; ganz selten wird es Einsprengsel anderer Musikwerke geben, etwa in der jetzt in Arbeit befindlichen dritten Elegie, wo an einer Stelle ein verschliffenes Kleistzitat (aus Penthesilea) zu hören ist, das ich gern mit der analogen Stelle aus Schoecks Vertonung unterlegen möchte, aber nur für einzwei Sekunden, vielleicht auch drei oder vier, das wird sich zeigen. Ebenso will ich es in der neunten, meiner sogenannten Sterbe-Elegie halten: Da wird es das B-A-C-H-Thema aus der unvollendeten Quadrupelfuge sein, über der Bach gestorben ist. Stets aber bleibt Rückgrat das Cello.
Was mich beschäftigt, ist, welche Komponistinnen und Komponisten ich prinzipiell wähle. Quasi bilden Brittens Suiten für Cello solo das Geländer. Aber ich wollte dafür eine Symmetrie herstellen, was mir dann gestern gelungen ist; siehe hierüber. Auf jeden Britten folgt nun zweimal je eine andere Komponistin / ein anderer Komponist möglichst der nachbrittenschen Moderne, wobei ich vorgestern, gestern und heute früh seit 4.30 Uhr S t u n d e n damit zugebracht habe, nach Komponistinnen zu suchen, die für Cello solo geschrieben haben. Und wurde ich fündig, mußten die Stücke freilich auch passen. Es ist aber wichtig – ganz besonders hier, in den dreizehn (!) Gedichten des Bleibenden Thiers –, daß die Dominanz der männlichen Präsenzen aufgehoben, in nämlich eine schwingende Schwebe mit „weiblichen Musikstücken“ gebracht wird.

 

Nunmehr an Komponistinnen „vorgesehen“ sind Sofia Gubaidulina, Kaija Saarijao und Rebecca Saunders. Von Juliane Klein, an die ich fast zu allererst gedacht hatte, habe ich Cellosolo-Stücke leider nicht gefunden.

Falls unter meinen Leserinnen und Lesern, jemand ist, mir Hinweise auf noch andere Komponistinnen zu geben, von denen es Soli für Cello gibt, wäre ich für die nötigen Angaben dankbar; gern als Kommentar hier drunter.

ANH

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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2 Antworten zu Alles, was die Welt ist, Videoserie. Vierte Serie: Bamberger Elegien. Musikalische Strukturüberlegungen. Notat im Arbeitsjournal des Montags, den 31. Mai 2021.

  1. Franz-Josef Knelangen sagt:

    Bei JPC gibt es eine CD mit einer Kombination von Bach und Violeta Dinescu. Weiß aber nicht, ob das was taugt, weil ich es noch nicht gehört habe.

    https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/suites-and-roses/hnum/9450882

    Von Tatjana Komarova gibt es ein Tryptichon nach Goya, von dem zumindest 1 Teil für Cello solo ist. Kenne aber keine Einspielung. Noten gibt’s bei Schott:

    https://de.schott-music.com/shop/triptychon-noq3116.html

  2. PHG sagt:

    Meine Frau hat für Violeta Dinescu die Oper „Die versunkene Stadt“ geschrieben. War eine gemeinsame Auftragsarbeit der beiden für die Oper in Mainz. Wir haben wohl noch eine Aufzeichnung davon im Archiv.

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