Das Arbeitsjournal des Sonnabends, dem 9. Juli 2016.


[Arbeitswohnung, 18.45 Uhr]

Seit sechs Uhr auf, fast sofort an >>>> Béart XIX gegangen, wofür ich gestern eine Idee hatte.
Die Arbeit fällt mir derzeit schwer, weil ich die Hymnik nicht empfinde, die den Gedichtzyklus tragen muß; also distanzierte Versperspektive; Verlaß aufs Handwerk und immer die Frage: Wie war das, als ich so feurig, über die Jahrzehnte hinweg, empfand? Sich das ständig vergegenwärtigen, was jetzt kaum noch glimmt … „als wollte ich mir, wie man die Welt verpasst, noch einmal richtig vor Augen führen“ (>>>> Traumschiff, 112).
Dennoch bekam ich gute, glaube ich, Verse hin – als der Laptop abstürzte wegen einer Bereinigungssache, und nachdem ich ihn wieder hochgefahren und in Ordnung gebracht hatte, war der gesamte Text weg.
Erstmal mit der Löwin gefacetimet. „Dafür sind Sie aber erstaunlich ruhig.“
Es geht nicht wirklich etwas an mich heran, ich bin am Seelengrund wie sediert, schiebe vieles Bedrohliche „einfach“ weg. Immerhin klappt >>>> der Sport.
Also die XIX noch einmal von vorne begonnen; manches hatte ich in der Erinnerung, anderes war wie ein Traum nach unversehenem Aufwachen auch aus meinem Kopf verschwunden. Also wirklich glücklich bin ich mit dem bisherigen Ergebnis nicht. Vielleicht kommen die verlorenen Formulierungen aber nach und nach wieder. Dagegen stehen meine Zweifel daran, daß mir jemals jemand diesen Zyklus als Buch herausbringt; ebenso zweifle ich wegen der bereits herausgeschickten anderen, fertigen Gedichte. Deshalb habe ich auch noch immer, immer nicht die alternative kürzere Fassung fertiggeordnet, geschweige denn sie weggeschickt. Ablehnungen würde ich derzeit nur schwer ertragen; dann besser es gar nicht erst versuchen. Drauf warten, daß jemand bei mir klingelt und fragt. Das permanente Gefühl, beim Schreiben in einen schalleeren Raum zu rufen. Mein Mund geht auf und zu, das war‘s.
Dazu die Angst vor dem September, wenn jegliche Einkunft versiegt ist. Auch sie schiebe ich mehr oder minder „erfolg“reich weg, eher minder.

2 thoughts on “Das Arbeitsjournal des Sonnabends, dem 9. Juli 2016.

  1. { 8.7.
    Krafttraining Oberkörper, ca. 400 kCal
    Warmlaufen Stepper 10min, Auslaufen Laufband 15min, 211 kCal
    2 x Rad Anweg ca.120 kCal

    69,7 kg
    Körperfett 15,2%

    9.7.
    Friedrichshain-Park 14-km-Lauf, 1h25min, 1063 kCal
    2 x Rad Anweg, ca. 120 kCal

    70,6 kg
    Körperfett 15,4%
    }

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