B.L.’s Ostern (8.4./9.4.) – Sprach(b)auch

17.09
Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will. Schön. Aber meine Arme stehen still, weil das Arbeitspensum nun doch erreicht wurde. Technologie ist doch ein sprachliches Problem, das sich allzuoft auf „Du mußt den Nippel durch die Lasche ziehen“ reduziert. Alles führt darin zu einem Ende, das ein Anschluß mit vorgeschriebener Stromstärke, -leistung, -frequenz (die Hertzgeschichten), -widerstand usw. nun mal vorschreibt, sonst überhitzen sich die Kabel und alles geht in’ Dutt. Ingenieure habe keine Sprache. Sie drücken sich in ihrem Jargon aus, den man dann interpretieren muß. Da wird ein Anschluß angeschlossen, eine Verbindung verbunden, da sind die verruchten Genitivmetaphern gar nichts gegen das X des X des X des X – oder im Deutschen das X(x)XX-X (Antriebsmotorleistungsparamater-Einstellung).
Ansonsten hatte sich also bewahrheitet, was ich hoffte und befürchtete: Arbeit über Ostern, und somit doppelter Grund für meine Abwesenheit vom Familienostertisch. Merkwürdigerweise (?) versucht nach der Mutter der Zwillinge nun auch meine Frau, das Thema Zwillinge als Druckmittel zu benutzen. Ich hoffe nur, sie werden bei den Beiden nicht allzu viele Ängste und Befürchtungen schüren. Es läge jedoch in der Familie. Gestern morgen vor ihrer Abfahrt, empfahl sie mir, um die Mittagszeit bei der Schwägerin anzurufen, um die Zwillinge zu grüßen. Dann aber kam der Anruf von selbst, ohne daß ich’s tun mußte: „Warum bist du nicht gekommen?“ So der eine der beiden. Ich weiß nicht, was man ihnen erzählt. Mir ist das sehr unangenehm, und es versetzt mich in eine Verlegenheit, die mich nicht der sein läßt, der ich ihnen gegenüber vielleicht sein könnte. Die sorgenvollen Gesichter! Ich sehe sie vor mir. Das Leben ist ein fortwährendes Problem, das ständig zu lösen ist. Aus dem ich doch endlich mal raus muß. Aus diesem Teufelskreis. Und hinzu kommt, daß sie mit dem Finanzberater noch einmal nachrechnen will, wieviel Geld sie mir geben muß, ob’s nicht doch mehr sei! Als sie im letzten Jahr die Polizei rief, weil ich völlig ausgerastet alles Mögliche zerschlug, geschah’s, weil sie mich indirekt einen „Dieb“ genannt hatte, wobei sie sich auf das unkorrekte Verhalten einer Schwester bei der Erbschaftsangelegenheit bezog.
Unangenehm. Auch. Die Sprache des Zwistes. Die wiederum ist immer ungerecht.

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