Wär ich die Farbe (Zweite Fassung und Entwurf)

die Deine Lebensjahre dunkelte,
wäre die Hand auf den Strähnen
Schimmernd drängte dein Name darein

Drohend der Kuß
da er mich nimmt

daheim

Offen, wieder, das Fleisch
Zeitvergängnislosigkeit

Glanshaft, bevor wir sie buken,
als ich die Farbe noch war,
glänzten die, unermattbar,

Maronen:

Lebensseelversprochenheit
von Kindern, die noch glauben,
dem Währen, weil sie wähnen,

es heile, was dem fernen Paar
von früher, da, im nahen Flur,

unversehens funkelte



*******
(Fassung vom 31.12., auf die sich
die ersten Kommentare beziehen:)



Wäre die Farbe ich

die Deine Lebensjahre dunkelt,
wäre die Hand auf der Strähne, der Hauch
Schimmernd drängt er, dein Name, darein

Drohend der Kuß
als er mich nimmt

daheim

Offenes Fleisch aus der Zeit
Vergängnislosigkeit

Glanshaft glänzten,
bevor wir sie buken,
als ich die Farbe noch war,

Maronen

unermattbar:
währendes Märchen,
das funkelt –

Alban Nikolai Herbst

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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6 Antworten zu Wär ich die Farbe (Zweite Fassung und Entwurf)

  1. (Mein Problem ist hier vor allem noch die Aufeinanderfolge von ‚währende‘ und ‚unermattbar‘, weil das eine Redundanz ist. Ich brauche aber ein dreisilbiges Wort im vorletzten Vers, und das ‚währende‘ alliteriert sehr schön aufs Märchen. – Dennoch, es braucht etwas anderes da.)

    16.52 Uhr:
    Die Bemerkung hat sich nun – >>>> dadurch – erledigt.

  2. Avatar cellofreund sagt:

    währende Das „wie währende Märchen unermattbar funkeln“ stört mich überhaupt nicht, ich empfinde keine Silbe als überflüssig. Doch am Anfang: worauf bezieht sich das Verb dunkeln? Nicht auf „die Farbe“? Und müßte das Verb somit nicht in der 3. Person Singular ( „dunkelt“) stehen?

    • @Cellofreund: Oh! Sie haben völlig recht!
      Und: Wieder einmal gibt die Sprache selbst die Lösung.
      Hab sie nun sanft hineingebaut.

      Damit Ihnen der Prozeß nicht verlorengeht, hier noch einmal die erste Fassung von heute früh:

      Wäre die Farbe ich

      die Deine Lebensjahre dunkeln,
      wäre die Hand auf der Strähne, der Hauch
      Schimmernd drängt er, dein Name, darein

      Drohend der Kuß
      als er mich nimmt

      daheim

      Offenes Fleisch aus der Zeit
      Vergängnislosigkeit, – glanshaft

      glänzten, bevor wir sie buken,
      als ich die Farbe noch war,
      Maronen, wie währende Märchen

      unermattbar funkeln

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