Das weitere Statistikjournal des Donnerstags, dem 19. September 2013, darinnen einmal mehr die Rede von der Kehre.


ich bin im besitz eines netzwerks aus neurologen
das handelt von translation:
simpel eigentlich man sucht etwas durch
ein uhrenglas hindurch vergrößert wahllos
baut eine mechanik zusammen mit körper-
fremdem Material legt einen kreis an
füllt ihn sogfältig aus & sagt das sei
zellerkenntnis.

Katharina Schultens, besuch bei gesunden begriffen
in: >>>> gierstabil.



10.36 Uhr:
[Arbeitswohnung. Britten, Ein Sommernachtstraum nach Shakespeare/Schlegen,
Oper Franfurtmain 1989.]

Mannmannmann, hab ich einen Muselkater! Quer über die Brust in beide Schultern. Daß ich heute morgen von zehn nach sechs bis acht schon schwimmen war, hat es nicht besser gemacht. Anstrengend, sag ich Ihnen, wenn man die Kraulerei grad erst lernt. Also Intervalltraining: drei Bahnen Brustschwimmen, eine Bahn Kraulen. Geht gewaltig auf den Kreislauf. Außerdem muß man akzeptieren, daß man das halbe Becken austrinkt. Die Koordination von Bein- und Armarbeit und Atmung ist noch heikel. Dennoch, ich bin zäh und werde richtig schnell.
Dabei war ich heute früh ein bißchen verwirrt. Also auf um halb sechs, die Pavoni das Espressowasser erhitzen lassen, die Kaffeebohnen zu Mehl vermahlen, dann den Espresso trinken, gesüßt, klar, dazu dreivier Züge aus dem eCigarillo. Und los. Unten am Fahrrad denke ich aber: Oje, es ist doch Mittwoch, und mittwochs machen die erst um zehn auf. Also wieder hoch mit meinem Rollbündel aus Handtuch, Badehose, Schwimmbrille. An den Computer gesetzt, ihn hochgefahren – und was sehe ich? Daß es d o c h schon der Donnerstag ist. Also wieder aufgesprungen, abermals die Lederjacke über und hinab.

Jetzt geht’s weiter, für Europas Goethe, mit den Statistiken. Mittags muß ich aber unbedingt schlafen. Und heute abend >>>> die Lesung, Treffen mit den Kollegen bereits um sechs. Damit wir uns absprechen können. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet.

Weil mich >>>> Schlinkert gepiesackt hat, hab ich das alte Klagenfurt-Video, Herbst in Weiß mit Zöpfchen und Spitzbart, >>>> noch einmal eingestellt. Ein anderer Kommentar fiel mir zu Reich-Ranicki nicht ein. Daß er gestorben ist, hab ich vorhin erst mitbekommen; ein weiteres Symptom nicht nur des Generationen- sondern eines Ärenwechsels. Traf gestern >>>> Gatza auf der Prenzlauer Allee; wir besprachen, ohne Erwähnung RRs, imgrunde das gleiche. Die Entwicklung führt zu frappierenden Einigkeiten, wo vorher Dissens war, und zu Dissens, wo Einigkeit gewesen zu sein schien. Manche sehen die Strömung, andere wollen den Fluß zur Talsperre machen, damit ihr Hausboot bleiben kann.

Egal.

Statistiken.

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3 Kommentare zu Das weitere Statistikjournal des Donnerstags, dem 19. September 2013, darinnen einmal mehr die Rede von der Kehre.

  1. Beckmesser sagt:

    10:36: Hoffe wir mal, dass Sie „Dissenz“ meinten, als Sie „Dispenz“ schrieben. Sie wollen offenbar, dass die Schuld von Ihnen genommen werde.

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