Simone Voodoo-uoK, Mitgliedin des Bundestags. Im Arbeitsjournal des Dienstags, den 10. April 2018. Also zu den Kulturmaschinen, auferstanden aus Ruinen. Dazu eine Altersprosa.

[Arbeitswohnung, 6.38 Uhr]
Seit zehn nach fünf auf und korrespondierend nunmehr schon vor dem zweiten Latte macchiato, weiß ich im Moment nicht, ob ich permanent auf- und durchlachen oder mir das nicht vorhandene Haar raufen und losheulen, allerdings wölfisch, soll. In jedem Fall ist jetzt klar, weshalb der insolvent gegangene Verlag Kulturmaschinen, der vier meiner Bücher versenkt hat, unter anderem Geschäftsführer, bzw. Programmchef sich wieder aufstellen kann, nämlich dem Partner der vorigen, nun jà, „Verlegerin“ Simone Barrientos-Krauss, Leander Sukov. Den ich, anders als sie, persönlich recht gern mag und auch klug finde, jedenfalls wenn es nicht um Marxismus geht, indessen sie, Barrientos-unterdessen-ohne-Krauss (S. Barrientos uoK), die pure Katastrophe war. Etwa hat sie mich während eines Aufenthaltes auf Kuba in einem Voodoo- oder ähnlichen Ritual verfluchen lassen – was sie mir da an die Backe wünschen ließ, schlimme Versehrung oder gar Tod, weiß ich nicht; der Freund, der’s mir berichtete, bat eh um Diskretion. Die ich nun, es tut mir nicht leid, durchbreche.
Also, ich fasse es immer noch nicht, diese Frau sitzt jetzt als Abgeordnete im Bundestag – für die Fraktion der LINKEN. Nach Sukows und Barrientos-uoKs Umzug von Berlin nach Ochsenfurth, was ich seinerzeit einen sehr treffenden Ort fand, also namentlich, haben sie die dortigen Ochsen-von-links offenbar gleich in den Vorstand gewählt. Schon klar, in einem traditionshalber konservativ wählenden Ort ist die Einäugige unter den Linken schon beinah Blindenkönigin – wobei ich den Franken, immerhin war ich in Bamberg und habe einen Würzburger Wa(h)lvater, denn doch einen größeren Geschmackssinn zugetraut hätte und habe, leider.
Allerdings, stimmt, ästhetisches Empfinden ward bei der LINKEN kaum je gelehrt (ich meine nicht die „Linke“), man will halt zurück pragmatisch zur Macht. Und sitzt dann in der Gestalt dieser Frau uoK im Reichstagsgebäude, um es mal anders brennen zu lassen. Womit allerdings, kapitalwahr pfiffig, der alte Verlag Kultumaschinen als neuer unter der Programmleitung des bisherigen „geheimen“ Programmleiters Sukov wieder auftreten kann, egal ob die leer ausgegangenen Gläubiger überhaupt entschädigt wurden. Seltsamerweise b l e i b t Frau uoK aber, wollen wir dem Börsenblatt glauben, Verlegerin. Wie kann das angehen? Allerdings – es wird echt noch bizarrer – konzentriere sie sich fortan auf geschäftliche Themen. Eine interessante Aussage für eine insolvent Gegangene. Auf geschäftliche Themen hat sie sich vorher also nicht konzentriert. Wer aber tat es dann? Zumal sie’s nun mit ihrer Bundestagstätigkeit zugleich tut. – Nein, meine Freundin, das ist kein Interessenkonflikt, sondern kapitalistische Logik. Frau ouK hat ihren Marx gelesen, jedenfalls Sukov den seinen. Wobei mir der derzeitige Stand des Insolvenzverfahrens unbekannt ist, ich hatte die Rechte an meinen Büchern sofort – und heilfroh, es tun zu können – nach der Bekanntgabe zurückgerufen.

Möglich jedenfalls macht den „neuen“ Verlag der Steuerzahler. Da nämlich die „Aufwandsentschädigung“ der Bundestagsabgeordnet:inn:en an einer Bedeutung ermessen werde, die der eines Richters/einer Richterin gleich sei, führt sie zu einer monatlichen – welch treffliches Wort! – „Diät“ in Höhe von, es ist ja alles transparent, 9.327,21 Euro, das sind 111.926,52 Euro jährlich vor Steuern.
Wir können das weiterspinnen und in Erwägung stellen, ob die neuen Kulturmaschinen vielleicht als ein derart wichtiges Organ sich darstellen lassen, um wie auch immer geartete Einlagen der Frau uoK gegen die Steuer verrechnen lassen zu können. Woraufhin sich ihr zu versteuerndes Einkommen deutlich verringern würde. Das mag ich aber besser nicht tun, also sowas erwägen. Ich will einfach nicht, daß mir schlecht wird – was mir dennoch nun ist. Denn das Schlimme ist, daß einen solche Realität fast dazu bringen könnte, politisch zur Konservativen zu wechseln – einfach aus Ekel. Nur wird der dort ja nicht geheilt. Und die 9.327,21 Euro monatlich bekommt auch jemand von der Rechten, sagen wir der AfD. So ist denn links und rechts ganz gleich.
Es wäre in jedem Fall sinnvoller, vor allem menschlich, solche Steuergelder in die Ausbildung Geflohener zu stecken. Statt dessen erhalten die nach richter!art Bezahlten möglicher-, sogar wahrscheinlicherweise überdies Zulagen für weitere, freiwillig übernommene Aufgaben oder Beraterverträge, zum Beispiel für Großdruckereien. Damit ließe sich ein kleiner Verlag schon ziemlich notlos stemmen. Und die durch die „alten“ Kulturmaschinen  – ich tendiere zum Euphemismus – „geschädigten“ Autorinnen und Autoren sehen dem Spiele so düpiert zu, daß sich daraus eine wirkliche Komödie stricken ließe.
Die jetzt den Bundestag erreicht hat. Zum Beispiel diese Voodoo-Szene – liebste Freundin, wie grandios! Also Frau – ihrem Gehalt nach, ich meine „ihrer Diät“Richterin uoK hat ein Foto von mir dabei; daß sie sich hat ein ANH-Püppchen anfertigen lassen, das sich mit Nadeln durchstechen läßt, halte ich für unwahrscheinlich… also ein Foto, das sie dem von Räucherwerk umwobenen, mit einer Maske zum Menschtier verwandelten, Murmelgesänge raunenden Schamanen überreicht. Hier sehen wir gut, weshalb die Diäten sich an den Gehältern von Richter:inn:en nur „orientieren“. Frau uoK tritt als Klägerin auf, der Schamane als Henker, den Richter geben die Geister und Götter. Nur braucht es vielleicht einen Hahn, ihm den Hals umzudrehen, damit sein Blut auf mein Bild tropft. Oder Frau uoK soll auf das Bild einfach spucken, vielleicht auch pissen; dann wird ihr Urin besprochen, murmel murmel, düster düster, vom nassen Foto steigen Düfte nach Ammoniak, scharf, und es erscheinen allerlei Phänomene in der Luft, was an diesem auch mitliegt. Schließlich wird mein Bild verbrannt – was dauert, wenn es naß ist – , ich selber gehe ins Zwischenreich der Leiden ein, und Frau uoK schwebt übern Läuterungsberg hinan zum Diätenhimmel des Bundestags hoch.

Ob die Partei der LINKEN wohl eine Ahnung hat, daß sie ihre Entsandte einem kubanischen Medizinmann verdankt, und einem Hahn, bzw. ihrer Spucke oder Pisse oder was frau sonst noch für derlei Beschwörungen brauchte?

Nun, mag sein, daß mich Frau Simone Barrietos-uoK nunmehr verklagt, auch wenn ich mich zu wehren wüßte und dies mit derselben Gewissenlosigkeit täte, die sie zu Zeiten der „ersten“ Kulturmaschinen „ihren“ Autor:inn:en hat angedeihen lassen. Nein, nicht nur mir. Außerdem kommen Schlammschlachten in politischen Ämtern nicht gut. Und letztlich, unterm letzten Strich, war auch sie ein Opfer, immer. Das mag ich nicht vergessen. Ohne die nötige Ahnung zu haben, die hatte nur Sukov, und ohne die nötige… nein, das schreibe ich nicht, hat sie völlig überfordert einen Verlag nicht geführt; weshalb soll sie ohne die nötige Ahnung, die wiederum nur Sukov hat, und ohne die nötige… auch in der Wiederholung schreibe ich’s nicht— ohne die nötige Wasauchimmer also nicht auch ein mit 9.327,21 monatlichen Euros entgoltenes öffentliches Amt …  – nicht nicht führen, nein das sage ich ebenfalls nicht. Im Gegenteil! Ich sage sogar, sie wird es, eine LINKE halt, vorbildlich nach Parteiräson tun. Da steht ihr Sukov schon zur Seite. Marxisten lieben Führer.
(Ich glaub, ich geh zur CDU – oder zur neuen FDP… doch ist das viel zu deutsch gedacht für einen Europäer. Tatsächlich gehör ich mehr >>>> dort hin: DiEM25. Wie las ich vorhin? Jeder gute Autor ist Anarchist.)

*

Dann, was mir herzlich wehtat. Habe vorhin eine Kritik zu Dagmar Leupolds neuem Roman gelesen, eine gute – aber wie würde ich reagieren, schriebe jemand von meinem nächsten Buch, daß es A l t e r s p r o s a sei? Da hab ich doch gewaltig geschluckt, schon weil ich Frau Leupold zu Zeiten gut kannte. Ja wär nicht Frau uoK gewesen, es wärn mir die Tränen gekommen. Was ich jetzt also nur tun kann, noch bevor ich selbst es gelesen, ist, auf das Buch zu verlinken. Zumal sehen die auf dem Umschlag abgebildeten Damen nach „Alten“ wirklich nicht aus:

 

 

 

 

Ansonsten steht weiter das Familienbuch der Contessa an, ich bin ziemlich in Verspätung, sowie eine Diskussion bei Benjamin Stein, die meinen gestrigen Traum mit andrem Albdruck fortsetzt. Und laufen will ich heute wieder, aber vorsichtig, vielleicht nur fünf Kilometer insgesamt. Tatsächlich habe ich seit dem, nun jà, Zusammenbruch vorgestern weder mehr einen Cigarillo noch die Pfeife angefaßt. Und ich dampfe vor mich hin, ohne zu inhalieren. Zwischen den Zähnen allerdings muß ich etwas anderes haben als Frau Simone ohne Krauss.

Ihr, Freundin,
ANH

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4 Kommentare zu Simone Voodoo-uoK, Mitgliedin des Bundestags. Im Arbeitsjournal des Dienstags, den 10. April 2018. Also zu den Kulturmaschinen, auferstanden aus Ruinen. Dazu eine Altersprosa.

  1. franzsummer sagt:

    Das sind so die Geschichten, von denen Tucholsky einst sagte:
    „Es ist schwer, darüber keine Satire zu schreiben.“
    Ja, unsere Politiker. Neulich hörte ich, dass die Rechten in Österreich die Nichtrauchergaststätten wieder abschaffen möchte. Und da erwischte mich doch ein Gedanke: Wenn die AfD das für Deutschland fordert, wähle ich die.
    Es ist nicht einfach, und schnell wird man schwach. Nee, nee, ich mache das nicht, ich wähle die Linken, oder. Voodoo? O, weia. lol.
    Auf dem Foto als Abgeordnete schaut die Dame so aus, nun ja, sehr männlich aggressiv. Da kriegt man es ja mit der Angst zu tun.

  2. @Keiner:
    Ich habe die – mir selbstverständlich bekannten – Links Ihres Kommentars ungefährlich gemacht, weil ich sie zum gegebenen Zeitpunkt nicht nur für nicht fair, sondern für völlig unangebracht halte. Zu solchen Mitteln würde ich nur dann greifen, wenn ich oder Die Dschungel einer harten, ja existentiellen Bedrohung ausgesetzt würden. Sie, also jene, gehören zu dem, was ich oben mit „Schlammschlacht“ meinte.
    Das im Beitrag geschilderte Problem liegt ganz anderswo und hat mit persönlichen Vorlieben, Lüsten, Neigungen, die ich teils sogar teile, gar nichts zu tun. Insofern stellt Ihr Kommentar eine Diffamierung dar, gegen die ich mich trotz meiner Feindschaft entschieden stellen muß.

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