Du erwachst und hast die Lösung.

Das sind gute Momente, wenn sich ästhetische Fragen oder auch solche des Inhalts gleichsam erschlafen haben; heute die Behandlung von Zitaten im Text, und zwar gleichermaßen von ARGO wie im WEBLOG-ALS-BUCH. Für ARGO werde ich es halten wie bereits in den ORGELPFEIFEN und im WOLPERTINGER: Die Zitate werden mit der sie umgebenden, sie tragenden Prosa verschliffen, und die anderswo fast immer störenden Ausweise gibt es nur dann, wenn der Hinweis eine weitere Ebene aufschließt (etwa die Benn-Zitate Lipoms im WOLPERTINGER). Bei der Masse des damals verarbeiteten Materials schien mir das seinerzeit urheberrechtlich nicht einmal bedenklich zu sein; bis heute hat sich die juristische Lage allerdings scharf verändert. Dennoch werde ich das Verfahren für ARGO nicht ändern. Plötzlich aufs rein kapitalorientiert erstarkte Privatrecht zu schielen, hieße, ein ganzes Fundament der Moderne, nämlich Collage und Montage, zu negieren (was ökonomie-soziologisch ganz sicher hinter dieser an den USA orientierten Erstarkung s t e c k t: die perfektionierte Renaissance des Eigentums als handelbare Ware).
Anderes muß für das WEBLOG-ALS-BUCH gelten, wie es in dem Brief an tisch7 projektiert ist. Zwar handelt es sich auch hier um ein Kunstwerk, aber die Übergänge in die spekulative Wissenschaft, ins persönliche Tagebuch, ja manchmal ins Sachbuch sind fließend; darauf kommt es auch gerade an, weshalb die angestrebte Vielstimmigkeit eben nicht verschliffen werden d a r f. Dennoch würde der sofortige Ausweis einer Quelle – zum Beispiel der Text eines Kommentars a l s Kommentar mit Urheber- und Herkunftsnennung – die ästhetische Rezeption des Textteppichs sehr stören; es käme einfach etwas anderes heraus, als mir vorschwebt. Deshalb wird es am Ende des Buches ein Quellenverzeichnis geben, das die Fremdtexte nach Seiten- vielleicht sogar Zeilenzahl detailliert ausweist; das gilt auch für die hier im Falle von Links in der Statuszeile laufenden Zitate, also einzelne Sätze oder Satzteile, die ebenfalls ins WEBLOG-ALS-BUCH hineingenommen werden; sozusagen sind es Meteoriten, deren Körper ihre Semantik und deren Schweif ihr Klang sind. Ähnliches mag für die wenigen persönlichen Kommentare gelten, die in Den Dschungeln wider ihr eigenes Prinzip stehenbleiben, etwa oops’ens. Im Zusammenhang des WEBLOGS-ALS-BUCH wächst ihnen eine emotional warm aufgeladene Funktion zu, stell ich mir vor, die dem Unternehmen Seele gibt.

[Urheberrecht 4]
[ARGO. ANDERSWELT (10)]

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