Das Arbeitsjournal des Montags, den 2. Juli 2018

[Arbeitswohnung, 6.35 Uhr
Honegger, Le Roi David]
Das Wochenende vor allem  mit Auftragsarbeiten gefüllt, Entwürfen, Lektoraten, einem Exposé, doch auch schon mal die ersten von Elvira M. Gross durchgesehenen und mit enorm vielen Anmerkungen versehenen Erzählungen angeschaut. Bevor wir da ins persönliche Lektorat gehen, ist es sinnvoll, wenn ich schon einmal die offensichtlichen, nicht oder wenig diskutablen Stellen umarbeite.
Auffällig abermals Elviras Sprachgenauigkeit; immerhin waren die dreizehn Texte der „Niedertracht der Musik“ schon von Delf Schmidt lektoriert worden. Dennoch sieht jetzt bei ihr eine einzige Seite so aus (das Beispiel quasi wahllos von mir herauskopiert):

Ich war also, als ich ihre Arbeit vor rund zehn Tagen erhielt, erst einmal höchst verunsichert. „Oh je“, schrieb ich ihr, „lohnen sich diese Erzählungen dann überhaupt?“ „Unbedingt“, mit Ausrufezeichen, mailte sie zurück. So daß sich tatsächlich von produktiver Unsicherheit sprechen läßt und ich diese ersten, für den Erzählband 2019 vorgesehenen Texte sehr bewußt nicht gleich angegangen bin. Von heute an aber will ich jeden Tag eine der Erzählungen durchsehen und, wo mir Elviras Einwände, bzw. Vorschläge evident zu sein scheinen, sie entsprechend auch schon umschreiben. (Derweil sitzt in Amelia Helmut Schulze an einem ganz anderen Erzählprojekt, dieses nicht für Septime, sondern Arco. Mir gefällt die Gleichzeitigkeit in der Verbindung nicht nur, weil auch dieser Freund nun ernstlich überlegt, im September zur „ANH-Werkschau“ anzureisen. Da treffen sich dann einige Menschen, die bislang „nur“ über das Netz miteinander verknüpft sind, erstmals – und andere wieder nach sehr langer Zeit – physisch, etwas, das zu einigen Momenten meiner literarischen Ästhetik bestens paßt, ja sie erfüllt.)

Ansonsten heute vormittag meine beiden Ärztinnen, die Angiologin sowie die Hausärztin, erstmals nach der PTA. Am Freitag hatte ich bei beiden vor verschlossenen Praxistüren gestanden, wiewohl ich mich sofort nach der Krankenhausentlassung hatte melden sollen. Indes: Quartalsabrechnung / Praxis zu. Ich hatte vor allem wissen wollen, wie intensiv ich den Sport wieder aufnehmen dürfe. Mit dem Krafttraining werde ich sicherlich noch einzwei Wochen aussetzen müssen: Der Eingriff erfolgte ja über die Leiste, rechts; ich spüre die Wunde immer noch etwas und will eine Hernie unbedingt vermeiden. Doch mit dem Laufen fing ich wieder an: erst sechs Kilometer, tags drauf siebeneinhalb und gestern schon neun. Am Mittwoch werde ich wieder bei „meinen“ zwölfen sein. – Ganz wie vorher laufe ich allerdings nicht; die enorme Leichtigkeit, die ich im Prater genoß, ist nicht mehr da; spürbar zieht die Wade, ein wenig wie versteift, bzw. sich versteifend – besonders übrigens dann, nachdem ich nach dem Training etwas Ruhe halte; während des Laufs selber läßt es sich problemlos ertragen.

(Heute freilich werde ich wohl keinen Lauf starten – einfach weil die Ärztinnenbesuche schon Zeit genug kosten; die übrige brauche ich fürs Arbeiten. Sonst komme ich heute keinen Schritt weiter.)

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