XXVIII

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Ironie ist der Fetisch des Uneigentlichen. Sie möchte nichts w i r k l i ch und feiert, daß alles vermittelt ist: Ein intellektueller Reflex der internalisierten Äquivalenzform (des Geldes).

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Ironie bündelt die Leidenschaften des Studienrats.

7 thoughts on “XXVIII

  1. Ironie und der deutsche Studienrat … und wieder ein Seitenhieb auf diese Berufsgruppe! (auch im Wolpertinger sind sie ja eher erbärmliche Geschöpfe …)

    Offensichtlich gehört diese Spezies bei Ihnen in die kürzlich eröffnete Rubrik „Freunde und Feinde“, Unter-Abteilung `Besonders verabscheuungswürdige Exemplare´, wo sich schon eine Dame und verschiedene Herren aus dem Literaturbetrieb befinden!

    So präsent ist Ihnen die Vergangenheit ???

    1. Meine Jugend-Erfahrungen mit Studienräten sind grauenhaft. Dann haben mich acht Jahre Bremer Mittelstandsgeist gequält („Unser Steintor soll schöner werden!“). Mit Schaudern entsinne ich mich dieser Bob-Dylan-Seligkeit und andrem solidarischem Geschunkel. Ausnahme: Abendgymnasium, aber da waren auch die Lehrer durchweg Außenseiter.

      Nur: Der Freundesanteil von „Freunde und Feinde“ ist in meiner Linkliste doch sehr hoch: Uwe Dick, Horstmann, Pynchon, Don Dahlmann (neu entdeckt), Kraus, Schmidt, Thelen… also vor denen hab ich ziemlich Achtung. Die Dame wiederum ist meine Webmasterin…

      Ja, die Vergangenheit ist extrem präsent. Die Deutsche im Speziellen, die meine im Allgemeinen.

    2. Die Distanz zum Mittelstandsgeist, gleich welcher Ausprägung, scheint recht gelungen! Allerdings wird das Leben dardurch keineswegs einfacher – das Gegenteil ist wohl eher treffend. Vor allem: Die Qual bleibt!

      Zu Ihrer Link-Liste, Abteilung Freundesanteil:
      Die Achtung vor Pynchon, Kraus, Schmidt und Vigoleis teile ich; die anderen Herren sind mir unbekannt.

    3. „Die Qual bleibt!“ Sie haben vollkommen recht. Aber nicht, wenigstens, jederzeit. Es gibt den Rausch: Liebe und Musik. Und genau d a z u:
      Ja in den Büschen kommt es zur Poesie
      Die Umarmung im Geist der Poesie wie die fleischliche auch
      Solange sie andauern beide
      Verbietet sich jede Berufung auf das Elend der Welt
      Breton

      Don Dahlmann ist ein höchst pfiffiger weblog-Spieler. Und Uwe Dick ist ein Dichter, der sich aufgrund seines aufrechten, absolut inkorrupten Geistes an den Rand des Literaturbetriebs gestellt hat, von wo man ihn seit Jahren über die Erdscheibe in den Okeanos des Vergessens hineinstoßen will. Aber es gibt ja eben die lebende Erinnerung.

    4. „Solange sie andauern beide“ … ob nun Liebe, Musik, Poesie oder was auch sonst noch Rauschzuatände hervorzurufen vermag: es gilt immer nur eine gewisse zeit

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