Von Dirnfellner. (2).

Die Frau öffnet gegenüber Liszt eine Glasscheibe des Wintergartens, dessen mattgelbes Licht nach außen strömt und Schneeflockenteiben rauscht Stille unter Palmen, an denen sie lehnen, als wären es Sommerabende, in die Oleanderblüten fallen, deren kühle Schatten das Rauschen eines lauen Regens auf die überdachte Holzveranda dunkel zu unruhigen Trämen werden lassen. Jetzt, während des Schreibens an sie, erinnert er sich wieder an die Nacht, in die jener Abend gesunken war. (…) Neben ihm, sah Liszt, stemmte sich halbaufgerichtet ein Mädchen gegen die leicht abfallende Wiese und winkte lachend zu ihm herüber. Ein zu Sturm gewordener Augenblick erfaßte einen Dämmerungsfalter, riß ihn über den entbößten braunen Mädchenarm, in dessen lockender Vordergründigkeit List das Bild einer Stadt sah. (…) Er sah zum Himmel, der bleigrau unbewegt lag.

Ghezzi

[Zum Umgang mit Farbe. Vermischungen.]

Von Dirnfellner. (1).

(…) greift Gilmor nach einem Schlüsselbund, überschaut die etwa drei Dutzend Möglichkeiten und wählt eine aus. Erst mit dem fünften Versuch kann er das Tor aufschließen. Er geht wenige Stufen zum Garten hinunter, dessen Wegsteine aufgespeicherte Wärme ausstrahlen, die Hitze des vergangenen Sommers. Am Wasserbassin, es liegt hinter duftenden Nadelsträuchern, ovalgeformt, fließt gelb ein Sommerkleid über eine Korbstuhllehne. Hier ist es, wo Ermüdung, stille Beglückung oder Träumerei jene leichte Bewusstseinsschwäche bewirken, durch die hindurch mühelos räuberische Agonie Leere verbreitet.

[Der 1300. Eintrag. Einen modernen Klassiker erfinden, den es – g i b t.]

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