Zur gewaltsamen Niederwerfung des religionsbarbarischen Staates Iran und der bigotten Völkerrechtdebatte dazu. Geschrieben statt eines Arbeitsjournals am 2. März 2026.

            Es stellt sich doch eine Werteabwägungsfrage — nämlich was höher anzusetzen sei, das Menschen- oder das Völkerrecht. Die Dschungel votiert eindeutig für jenes. Das Völkerecht stabilisiert Systeme, und zwar prinzipiell: egal also, ob Folterdiktaturen oder Demokratien; oft genug bereits ist es zur Mißachtung, ja Schändung jeglichen Menschenrechts mißbraucht worden. – Da rein formal codiert, besteht das Problem strukturell.
Klar ist allerdings auch, daß das Menschenrecht durchaus nicht in allen Kulturen anerkannt ist, ja, nicht einmal ein Menschenrecht, schon insofern dieses prinzipiell Individualrecht ist; ein kollektives – was in Staatszusammenhängen „völkisches“ bedeuten würde – stützte nur abermals das menschenrechtsfeindliche Völkerrecht. Mit anderen Wort: Das Menschenrecht als allgemeines muß nach wie vor erst durchgesetzt werden. Leider ist, nachdem „Wandel durch Handel“ versagt hat, die Auswahl der Mittel begrenzt. Trumps und Netanjahus von mir durchweg begrüßter Angriff auf den Iran hat sich entschieden; der Rückzug nach dem 12-Tage-Krieg war ein strategischer, vor allem aber moralischer Fehler. Es hätte nach den Protesten der vielen iranischen Menschen diese Welle an Tausenden vom „Gottes“-Staat Emordeten nicht mehr geben müssen.

             Was wir bedauern? Den so schnellen Tod Ali Chameneis, der überdies so unverantwortlich, weil vermessen war, seine junge Verwandtschaft um sich zu sammeln, die’s dann gleich mit in den Untergang riß. Leider wird es eine Hölle nicht geben, in der der greise sadistische Mann wieder und wieder gegrillt werden würde. Und statt daß ihn und seine letzten verbleibenden Jahre ein, weltlich gesprohen, Hochsicherheitstrakt wegschließen würde, ging er im frohlockenden Glauben dahin, sein klappriger Leib werde von, zufolge dem Hadit, zweiundsiebzig Jungfrauen empfangen, die ihn nun streicheln und was sonst noch für die zahllosen Schändungen von Frauen jenseitig genießen lassen. Oder, da er für → Steinigung war, wäre auch sie ein ihm angemessenes Verfahren gewesen – aber nur, wenn spontan, ohne lange Verhandlung, zu behandeln quasi wie Notwehr. Später, als Prozeßergebnis, wäre es sogar bei einem wie dem ein Menschenrechtsvergehen gewesen.

             Und zu Frage der „Stabilität der Region“: Wäre es vertretbar gewesen, Hitler und seine Meuchel-Entourage an der Macht zu lassen, hätte er nicht den Krieg begonnen, sondern sanft vor sich hin einfach „nur“ Auschwitz weitervollstreckt – ihn dies tun zu lassen, damit der Westen Europas stabil bleibt?
Genau das müssen wir uns fragen
— und außerdem sehen, daß sich das Christentum vom frühen Mittelalter an nicht anders als der radikalfundamentalistische Islam benommen hat inkl. Genoziden und unentwegtem Foltern, ganz Feuer und Schwert wie der IS – nur eben ohne Bomben. Die gab es damals noch nicht. Gar keine Frage, daß die christliche Kirche nicht einen Moment gezögert hätte, flächendeckend Atomwaffen einzusetzen, hätte es sie schon zu Verfügung gehabt. Ali Khameini hätte ebensowenig gezögert. Doch die christliche Kirche hatte sie nicht, anders als der IS, und durfte nun knapp tausend Jahre in den Pazifismus reifen – erst so in die eigene Botschaft hinein. Nur daß wir diese tausend Jahre, auch wenn es unfair ist, dem fundamentalistischen Islam nicht geben können. Denn täten wir’s, wir alle wären verloren.  Schon unserer Kinder wegen dürfen wir es darauf nicht ankommen lassen.

             Wie bizarr, dachte heute früh Die Dschungel bei sich, daß wir uns hier derart mit Poetologie beschäftigen – auch sie ein Apfelbäumchen so, daß wir zwar nicht pflanzen müssen erst, aber hegen, hegen und weiterhegen, derweil da daußen die Weltgeschichte tobt. An der von uns niemand mitdrehen kann. Wir können nur sehen, erstaunen und schaudern: nicht unangenmessen, daß wir uns fürchten. Doch das, mit Arbeit, hegen wir ein,

ANH, morgens
2. März 2026

1 thought on “Zur gewaltsamen Niederwerfung des religionsbarbarischen Staates Iran und der bigotten Völkerrechtdebatte dazu. Geschrieben statt eines Arbeitsjournals am 2. März 2026.

  1. Sie schreiben mir aus der Seele. Wie oft musste ich in den vergangenen Tagen immer wieder den Ruf nach dem Völkerrecht vernehmen (besonders intensiv bei den ÖR, von denen besonders die ARD immer den gleichen „Experten“ zu Wort kommen ließen).
    Reflexartig fragte ich mich immer wieder, ob das Dritte Reich unter dem Völkerrecht ohne Kriegseintritt 1939 heute noch existieren würde. Zeit zum Bau einer Atombombe wäre dann reichlich gewesen. Philip K. Dick hat das Ergebnis sehr eindrucksvoll in seiner kontrafaktischen Geschichtsschreibung „The Man in the High Castle/Das Orakel vom Berge“ beschrieben.
    Eine moderne taktische Atombombe von 30 kt Sprengkraft (doppelte Hiroshima-Sprengkraft) hat eine Abmessung (Sprengkopf) von ca. 30 cm (11,8 Zoll) im Durchmesser und ca. 80 cm (31,4 Zoll) Länge und ein Gewicht um die 100 kg (leicht in einem Kleinwagen unauffällig zu transportieren). Falls der Iran solche Waffen herstellen kann, ist es ein leichtes, solche Bomben an Terrornetzwerke zu verteilen, die diese in der ganzen Welt zünden können – DAS ist Dystopie.
    Dann im Nachhinein zu sagen: „Das konnten wir so nicht wissen…“ erinnert stark an die Naivität von Scholz, Steinmeier & Co., die sich keine zwei Wochen vor Kriegsbeginn nicht vorstellen konnten, das das vermeintliche Manöver an der ukrainischen Grenze vielleicht doch ein Truppenaufmarsch für einen Angriffskrieg ist.

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