Dear Joseph (XXII), …

titainō.

Also haben wir viel gesprochen. Es war ein anderer Tag. Anders als sonst.

Du weichst!

Du kennst also eine der Grundlagen des Kampfsports?!

Ja! Kenne ich …

Wir spazierten durch einen Lichterpark. Das war im Februar. Nachts. In seiner Stadt. In der er geboren wurde. Ich sah ihn das erste Mal mit einer Kappe. Er lief mir hinterher. Holte mich ein. Wie Apoll Daphne, dachte ich.

Ich drehte mich um …

Hallo!

Hi!

(Sah ihn lächeln.)

Ich erkenn´ dich doch sofort von hinten!

… nahm sein Gesicht in beide Hände. Und bemerkte dabei, wie ich augenblicklich checkte ob er tatsächlich auch jetzt knielange Hosen tragen würde.

(Sich gegenseitig checken. Abchecken. Gibt nichts Schöneres, Joseph! Sich dann Abklatschen. Schulter gegen Schulter.)

Und nein, trug er natürlich nicht. Auch er bedeckt seine Bilder. Die in meiner Vorstellung immer verschwimmen. Eines aber nicht. Habe es genau vor Augen. Verschwimmt nie in meiner Erinnerung.

Er wüsste sofort welches ich meine.

Ich spreche gern zu dir in Bildern, sagte er einmal. Weil ich weiß, dass du sie verstehst. Er spricht oft in Bildern. Immer dann, wenn wir beide nicht …
Er lief währenddessen recht schnell. Suchend, wo es langgeht. Hat unaufhörlich gesprochen. Anders als ich. Sonst.

Er hat mir unter anderem den Unterschied zwischen Böttchern und Küfern erklärt.

Ich habe ihm was zu Essen gekauft. Mir nur einen Glühwein.

Heute las ich auf Arbeit auf einem Kalender, der in der Küche hing:

Auch wenn dir etwas fehlt,
genieße alles andere.

Ich versuch´s, Joseph.

Ja, das tue ich.

Deine Häsin.

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