Mit einem Luftsprung, fast, begonnen: Arbeitsjournal. Dienstag, der 27. April 2010.

17.09 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Das hat mich geplättet heute mittag:Sehr geehrter Herr Herbst,
für die Überweisung der 1. Rate des Arbeitsstipendiums zum 1. Juni benötigt unser Haushaltsreferat noch Ihre Kontonummer – bislang liegt uns nur die Bankleitzahl vor.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Meyer
Projekte und Stipendien Literatur – V D Me –
Nun hab ich ja kein eigenes Konto mehr, ich mußte erstmal telefonieren, rief aber in der Senatskanzlei sofort an. „Wie? Sie haben noch gar keinen Bescheid?” Hatte ich nicht, nein. Und sowieso. Hatte ich mir nicht vorgenommen, die ganze Sache zu vergessen, um mich nicht abermals, ein dreizehntes oder vierzehntes Mal (oder fünfzehntes schon?), zu ärgern. Das war nun sowas von gelungen! Also daß ich meine Bewerbung „einfach” vergessen hatte. – Dann, nachdem mein Junge und ich Eierpfannkuchen mit Früchten gefuttert hatten, was das Zeug hielt, treppte ich mit ihm hinunter: er nach Hause, ich an den Briefkasten, und da lag der Becheid denn auch drin:ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die unabhängige Jury im Rahmen der Ausschreibung der Arbeitsstipendien für Berliner Autorinnen und Autoren ihre Bewerbng im Jahr 2010 zur Förderung empfohlen hat.
Der Jury gehörten in diesem Jahr an:
Gerrit Bartels, Katharina Döbler, Dr. Christiane Lange, Dr. Frauke Meyer-Gosau, Dr. Jörg Plath und Cordula Hamschmidt.
Insgesamt wurden 348 Anträge gestellt, aus denen die Jury 14 Stipendiaten auswählte.
Es hängt immer an der Besetzung von Juries, wie so etwas ausgeht; im Fall dieses Stipendiums muß man zusätzlich Glück haben: denn für die Vorauswahl kann es passieren, daß man beim „falschen” Juror landet, aussortiert und deshalb selbst von Juroren nicht diskutiert werden kann, die die Arbeit eines bestimmten Künstlers mögen oder ihr doch mit Interesse gegenüberstehen.
Dieses Mal, nach so vielen Jahren, h a t t e ich Glück.
Befreiend. Ab Juni. Für ein halbes Jahr. Sorgenlos um die Existenz. Nein, Sprünge werde ich auch da nicht machen können, es ist zuviel nachzuzahlen. Aber dieses Hangeln von Woche zu Woche, Tag zu Tag hört mal auf. Danke. Wirklich: danke.

Einen Talisker. Einen Cigarillo. Seit morgens um sieben an der nächsten Arndt-Geschichte für Azreds Buch gesessen, ich wollte nicht ins Netz, bevor ich – eben jetzt bin ich’s – damit fertigwar. Ganz hab ich die Askese nicht geschafft, >>>> Fidelios wegen. Der >>>> Artikel im Tagesspiegel ist von einem Ressentiment, daß sich fast von Haß sprechen läßt. Ich habe in einem der Kommentare auf ihn verlinkt.

Muß jetzt unter die Dusche. Vom Terrarium aus heute abend mehr.

6 thoughts on “Mit einem Luftsprung, fast, begonnen: Arbeitsjournal. Dienstag, der 27. April 2010.

    1. Frau Löwin, bei Ihnen hätte ich eher Gazellenblut (Impala brut?) an Stelle des alltäglichen Wasserloches angenommen, denn altruistische Löwen sind mir unbekannt. Champagner bei Löwen finde ich degoutant. Allenfalls vergorene Früchte, die kenne ich aber nur bei Affen und Elefanten.

      Ach ja Herr Herbst von mir: CHAMPAGNER!

  1. ich bin nicht so der champagnertyp aber mit einem talisker tät ich schon drauf anstoßen wollen! also: prost, herr herbst!

  2. Er ist geradezu ein Manifest, ein Bekenntnis. Ohne Frage einmalig – einer, der die Sinne mit seinen reichen Aromen, der feinen Textur und den vollen, reifen Noten streichelt, bevor er mit Dramatik explodiert. Für 2010 präsentiert das Haus die definitive Interpretation eines Jahrgangs, der in der Champagne allgemein als einer der besten des Jahrhunderts betrachtet wird. Reife und Säure halten sich die Waage, und zugleich rundere, an reife Früchte erinnernde Komponenten. Er betört mit milden Aromen und entfacht ein überschäumendes Crescendo der Frische – vollkommen unerwartet und definitiv: ……….. oder Krug! Dieser kleine Text, der eigentlich aus einer Hommage an einen der besten Champagner stammt, passt vielleicht auch zu Ihrem schönen Anlass. Meinen Glückwunsch, lieber ANH, und aus der Ferne erhebt das Glas Teresa.

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