Z E N S I E R T: „ANH spricht Fliehende Europas“. Aus: Thetis.Anderswelt, Fantastischer Roman (1998). Nacht vom 28. auf den 29. August 2015.

 

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Es handelt sich um anderthalb Seiten Romantext aus einem Buch, das in diesem Kapitel die kommende Verelendung großer Menschenmassen vorhererzählt; das immer wieder „apokalyptisch“ genannte Kapitel, quasi eine Allegorie. Ich werde den gestern geschnittenen Clip hier über meine Dropbox zugänglich machen, kann allerdings nicht einschätzen, wie lange es dauern wird, ihn hochzuladen; der Upload ist bereits im Gang. Bitte schauen Sie von Zeit zu Zeit nach.
Zur „Sache“ selbst kann es doch wohl nicht angehen, daß eine ausgewiesen literarischer und überdies mit einem Literaturpreis ausgezeichneter Text unter Zensurmaßnahmen fällt, die allein durch Abweichung von der „politisch korrekten“ Ausdrucksform ausgelöst werden. Die nun geblockte Szene wurde im Clip nicht anders bebildert als durch Abbildung der beiden Buchseiten, sowie, am Ende, des Buchumschlags, und zwar sehr bewußt nur dieses, weil ich das Elend nicht als Illustration mißbrauchen wollte. Aber Mehrdeutigkeiten (etwa durch intentional fehlerhaftes Lesen von Idioten) müssen möglich bleiben, wenn wir die Künste nicht insgesamt aufgeben wollen – Mehrdeutigkeiten gerade auch in der Art, in der die Perspektive gewählt wird, also besonders, für den Roman, auch Rollenprosa, andernfalls jede künstlerische Äußerung zur Harmlosigkeit verdammt würde, zum unverbindlichen Entertainment.
Den eingelesenen Text stelle ich >>>> hierunter in einen Kommentar.

ANH, Amelia/Tr.
29. August 2015

P.S.: Ich verwende hier den Zensurbegriff nicht korrekt; korrekt aber insofern dann doch, als zu befürchten ist, es habe sich unterdessen, so offenbar wie schleichend, auch die staatliche Eingriffsvollmacht privatisiert.

P.P.S.: Ich werde heute den Tag 30 persönlich als Stellungnahme auf den Vorgang einsprechen. Mal sehen, ob man auch das zensiert. Den Tag 29 >>>> der Serie werde ich leer l  a  s s  e  n.

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MEERE bei VOLLTEXT. Komplett. Im April. Meere, Letzte Fassung (3).

Nun sagte es bereits >>>> DER SPIEGEL, und BUCHMARKT führte sofort mit dem Volltext-Herausgeber Thomas Keul >>>> ein Interview:

Der Roman um den Maler Fichte ist vieles in einem: Geschichte einer amour fou, Analyse sexueller Obsession und Perversion, Künstlerroman und Familiengeschichte, in der die große Geschichte sedimentiert ist. Interessant ist für mich nun, wie das alles so ineinander geht, dass noch die privatesten Idiosynkrasien Fichtes, seine Perversionen, seine Wutanfälle, sein Musikgeschmack, sein kultivierter Außenseiter-Gestus, von historischen Prozessen geprägt erscheinen, die lange vor seiner Geburt begonnen haben, und mit seinem Tod kaum zu Ende sein werden. An welchen Stellen Fichte heute empfindlich oder überempfindlich ist, das hat sich zu einem großen Teil schon entschieden, bevor er noch zur Welt gekommen ist.

So etwas… d a s… war künstlerisch in einem Roman zu gestalten. Muster. Wiederholung von Mustern. Und der Versuch, ihnen zu entrinnen. Was sie dann erst ganz besonders aufglühen läßt. So daß man sich immer weiter in ihnen verstrickt.

(Und hängt, auf böse Weise, auch >>>> damit zusammen. Sowie mit dem, was ich das Allegorische nenne.)

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