Montag, der 14.November 2005.

4.46 Uhr:
[Weber, Oberon.]
Gut hochgekommen, sehr ruhig, geradezu gefühlsfrei. Filterkaffee, Küchentisch der Arbeitswohnung; Carl Maria v. Webers Oberon, weil mir nach Fantastik ist, die den Leerraum füllt. Funktioniert auch gleich, braucht keine dreivier Takte. Dann, jetzt, ARGO.

Neben der Arbeit: Bedürfnisse ins Auge nehmen. Man wird sonst in seinen ‚Testosteronwolken’ (Buschheuer) ganz kirre. Schließlich muß man sich irgendwie aufs Warten konditionieren. Es könne ja, wie ich hörte, zehn Jahre dauern. (Mal angenommen, es g ä b e wieder eine Frau, und der gefiele erwartungsgemäß diese TagebuchRubrik Der Dschungel nicht: – ich erfände dann eine andere und erzählte halt von d e r. So blieben ihr Intimes und das Privatrecht gewahrt.

Arbeitswohnung. 8.22 Uhr:
[Schoeck, Penthesilea.]
Mir ging, während ich mit dem Jungen zur Schule radelte, eine Phrasierung aus diesem ungeheuren Musikstück nicht aus dem Ohr; jetzt hör ich es wieder und bin ganz weg.

Achilles: Sag ihr, daß ich sie liebe.
Prothoe: Wie – ?
Achilles: Beim Himmel, wie! Wie Männer Weiber lieben;
Keusch und das Herz voll Sehnsucht, doch in Unschuld,
Und mit der Lust doch, sie darum zu bringen.

Und dann bald… dann…


Niemand, der das je hörte, wird es wieder vergessen. So geht Kunst. Und das Leben hat zu tun, dem >>>>> gleichzukommen und sich nicht statt dessen zu schützen.

14.36 Uhr:
Den Dritten Teil ARGO in der Rohfassung abgeschlossen; dann gelaufen, Krafttraining gemacht, geduscht, meine Mittagsstunde geschlafen… und schau eben in Die Dschungel: >>>> Der Kommentarwechsel mit der anonymen evi hat allmählich eklige Formen angenommen. Selbstverständlich habe ich überreagiert, aber zu Recht: Ich halte Anonymität im Netz an vielen Stellen für unabdingbar; wenn ich aber jemanden persönlich angreife oder auch nur persönlich attackiere, dann habe ich mich zu zeigen; alles andere weist auf den Character eines Denunzianten. Und deshalb hat meine Überreaktion recht. Im übrigen spricht diese eigentümliche Prozeßandrohung Bände; man ahnt jetzt aus welcher Richtung hier geschossen wird (nicht der des Klägers gegen das verbotene Buch, das gerade glaube ich n i c h t; sondern aus derjenigen eines, der sein eigenes Süppchen in dem Prozeß kocht und es absolut verhindern will, daß es möglicherweise plötzlich eine gütliche Regelung gibt – so etwas soll partout verhindert werden, und zwar auch dann, wenn dabei ein drittes Geschöpf zu endgültigem Schaden kommt… das ist dieser Person aber auch sowas von egal. – Sie merken, ich habe einen Instinkt, w e r hinter Evis Kommentaren steckt, – also hinter denen, die nicht von mir sind*).

*) Autor hat aber genau in dieser Hinsicht ein wenig die Übersicht verloren vor lauter Evis, Evas und Hasen.

1.04 Uhr:
Nun auch noch eine massive Attacke eines wiederum anonymen Angreifers namens „duden“, der en ungeheuren Vorwurf erhebt, ich stellte eine ehemalige Lebensgefährtin und vor allem meinen Sohn bloß… ja mehr noch: Ich selber hätte meinen Namen (mit gutem Recht, meint das Arschloch) abgelegt, ihn aber meinem Sohn wieder aufgezwungen. Und weiterer böswilliger Unfug mehr. – Da sich die anonymen Mobber nun offenbar zum Generalangriff auf etwas sammeln, das sie unbedingt weghaben wollen, sah ich mich eben nach kurzer Rücksprache mit den anderen Fiktionären sowie meinem Anwalt genötigt, die Kommentarfunktion Der Dschungel vorübergehend auszuschalten. Das ist ärgerlich, das nimmt auch viel sichtbares Leben aus Den Dschungeln, aber der Ton – aus Wut über diese feigen Leute durchaus auch meiner – ist mittlerweile in den entsprechenden Parts unerträglich geworden. Soll sich das alles erst einmal wieder beruhigen. Und außerdem, wissen Sie, es ist schon nach eins, und um halb fünf klingelt der Wecker. Ich hab wirklich auch noch andere Arbeit, als mich um diese dummdreisten Angriffe zu kümmen. Da ist ein W e r k fortzuführen!

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