Anthropologische Kehre, Vortrag. (1).

[Mit Dank an glagolica.]


Doch wir können erstaunen. Wovor? Vor der anderen Möglichkeit, daß überall das Rasende der Technik sich einrichtet, bis eines Tages durch alles Technische hindurch das Wesen der Technik west im Ereignis der Wahrheit.
Weil das Wesen der Technik nichts Technisches ist, darum muß die wesentliche Besinnung auf die Technik und die entscheidende Auseinandersetzung mit ihr in einem Bereich geschehen, der einerseits mit dem Wesen der Technik verwandt und andererseits von ihm doch grundverschieden ist.
Ein solcher Bereich ist die Kunst. Freilich nur dann, wenn die künstlerische Besinnung ihrerseits sich der Konstellation der Wahrheit nicht verschließt, nach der wir f r a g e n.



>>>>> Heidegger, Die Technik und die Kehre.


Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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2 Antworten zu Anthropologische Kehre, Vortrag. (1).

  1. EcceHomo sagt:

    Will man Kunst als Entäußerung der bewußten Spiritualität ausweiten, dann bemerkt man das krasse Mißverständnis der (technokratischen) Moderne: Der Mensch hat sich in falsch verstandener Aufklärung der vermeintlichen Wahrheit „Wissen ist Macht“ unterworfen. Damit ging seither die Unterwerfung unter das zum Takt der Technologie schreitende Leben einher. Schon lange bestimmt der Mensch nicht mehr die Technologie, sondern umgekehrt. Banale Beispiele (ich wage mich kaum DAS zu erwähnen) sind Mobiltelefone. Oder schaue man sich den Takt des ampelgeregelten Verkehrs in einer westlichen (oder fernöstlichen) Großstadt im Zeitraffer an. Individuum? Selbstbestimmt?
    Das ist ein zynischer und zugleich personalistischer Ansatz. Haben Sie Nikolai Berdyaev gelesen? Bemerkenswert intuitiver Kerl, der schon zur Zeit der Oktoberrevolution in Rußland treffend den Zustand einer verkommenen entgeisterten Gesellschaft beschrieb.

  2. glagolica sagt:

    jubel @ albannikolaiherbst „Von solchen Sätzen b i r s t der Text, man bekommt Knoten ins Hirn. Aber sie sind heilsam. Denn dadurch, daß Begriffe oft nicht nach ihrem gewohnten Verwendungszusammenhang geschrieben werden, muß man jedes Wort einzeln überdenken, kann sich also nicht auf die Routine verlassen; wo in dieser Fehler stecken, werden sie deshalb nicht wiederholt.“

    hören Sie glagolicas (* 26.09. wie Heidegger)
    jubelrufe über Ihre annahme der „heilsamen knoten“
    und Ihre bereitschaft lukrative routinen zu verlassen, statt sich a u f sie zu
    verlassen ….

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