Sonnabend, der 25. März 2006.

5.51 Uhr:
[Brahms’ Tragische Overtüre im DänenNetzRadio.]
Ich sollte mich einmal wieder darauf besinnen, daß, von Ausnahmen abgesehen, an den Wochenenden gilt: Unterbrochen nur vom Frühstück, wird bis 11 Uhr gearbeitet; danach ist der Papa dann für den Jungen d a. In letzter Zeit ging einiges damit durcheinander. Wie mit dem Aufstehen, das noch immer nicht wieder recht klappen will. Aber der Junge schlief gestern erst nach halb elf ein, wird also nicht so arg früh aufwachen, so daß ich an ARGO werde erst mal recht ungestört schreiben können. Eine Seite sollte es nach der gestrigen Unterbrechung werden. Außerdem muß ich einen Produktionsplan für den SWR schreiben (der VERBEEN wird vom 3. bis zum 7. 4. nachts in Baden-Baden produziert); Montag früh soll dieser Plan beim Funk liegen. Endspurt: Noch eine Woche. Und nicht alle Töne sind schon ‚im Kasten’.
Noch schnell ans DTs, dann die GeistÄrmel hochgekrempelt.

(Was abends sein wird, kann ich nicht sagen, da sich die Mama des Jungen fürs Abendbrot angemeldet hat und wir danach sicher noch einige Zeit mit Adrian spielen werden. Vor halb elf geht er dann sicher a u c h nicht zu Bett. Aber nach acht fällt mir die Arbeit ohnedies immer schwer.)

[Dvorak, Violinkonzert im DänenNetzRadio.
Lange nicht mehr gehört.
Gerade den Anfang hatte ich aggressiver in Erinnerung.]

7.06 Uhr:
[Haydn, Trompetenkonzert im DänenNetzRadio.]
Während ich d i e s schreibe: Momentan träumten sie ineinander, ihrer beider leises Stöhnen führte ein Gespräch aus Küssen, die Lebensflüsse flossen wie ein amazonisches Delta ins andre: alles war Mündung. Hoch darüber flimmerten immer mehr Sterne.: fällt mir wieder ein Gedanke von gestern nachmittag ein, den ich deshalb nicht als Paralipomenon fasse, weil er nicht von mir, sondern, glaube ich, von Adorno stammt: daß man bei der Schilderung glückhafter Momente so sehr aufpassen muß:: denn sie werden, gestaltet, fast immer zu Kitsch, indes das gestaltete Unglück geradezu selbstbewegt zu Kunst wird. Damit sich auch das Glück der Kunst öffnet, muß man ihm Risse beifügen, kleine wirkende Momente des Schmerzes.

[Poetologie.]

23.38 Uhr:
[ Mozart-Klavierkonzert im DänenNetzRadio.]
Bis eben, vom Abendbrot an, war Lakshmi hier; ich hatte reich gedeckt und dazu die letzten 50 Euro vom Konto geholt, die f a s t letzten, denn 14 Euro mußten draufbleiben, damit ich (per Abbuchung) die Konzertkarten zahlen konnte für den Jungen und mich: „Orgel für pfiffige Kinder“ im Konzerthaus: mit Einführung in die Technik einer Orgel. Die Kinder durften auch mal zu spielen versuchen. Das ging insgesamt fast anderthalb Stunden; eine Stunde ist für meinen Jungen immer wunderbar, darüber hinaus läßt die Konzentration nach. Zumal wir vorher ein bißchen was (Schwieriges – s e i n e Wahl) für die Schule getan hatten; dann sind wir den ganzen Weg hin und zurück mit dem Rad gefahren.

Nach dem Abendessen über drei Stunden lang gemeinsam mit dem Jungen gespielt; Lakshmi kam auf die Idee, daß ich das Carom (ein indisches Fingerbillard) wieder aufbaute, das ich seit der Trennung nicht mehr gespielt hatte. Das über einen Quadratmeter große Brett aus Rosenholz bekam ich einst von ihr geschenkt. Schließlich lagen wir zusammen auf dem Hochbett, den Jungen zwischen uns, und sie las ihm zur Nacht vor. Blicke. Umarmung, sehr fest, zweimal, bevor sie ging. Sie war sehr müde und muß morgen früh hinaus für den Job. Ich notiere den Tag, einen melancholischenMozart hörend, wenn auch in Es-Dur. Schon der heute geschriebene ARGO-Abschnitt war melancholisch; immerhin eine Seite. Ich trinke noch die Drittelflasche Weines leer, dann werd ich mich zu meinem Jungen schlafen legen. Morgen wird die Zeit umgestellt; eine Stunde weniger Schlaf also;; es wird demzufolge kaum 4.30 Uhr werden. Lakshmis Parfum hängt im Flur. Morgen sehen wir uns bereits wieder, wenn ich ihr den Jungen hinüberbringen werde. Vielleicht sehe ich vorher oder nachher O.; seltsame Entwicklungen. Bin aber ganz… ja, ruhe in mir selbst, bin gar nicht nervös. Was an der Wendung liegt, glaube ich, die ARGO heute bekam.
Im Nebenbei vormittags noch den VERBEEN-Produktionsplan erstellt; das wackelt allerdings noch etwas. So, eine Minute vor zwölf. Schlafen Sie alle sehr sehr wohl

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