Patou pour homme.

Für F. (7).

Und trägst
Nah bei dem andren
Mich auf der Haut

Eine Gesellschaft
Ein Duft
Ist die Nacht

Ist Heimlichkeit
Cupidos Kichern
Ein Gift

(Dann liegt er auf dir
Liegt auf mir

Wer ist Ich
Ist noch Du:)

Patou.

[Erschienen 2008 in:

>>>> bestellen.]
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Kommentare zu Patou pour homme.

  1. rostschleifer sagt:

    Toll! Wer auch immer F. ist. Solche
    Gedichte machen mir mehr Lesespaß
    als so ein kompliziertes Stück Anderswelt.

  2. Jaja, man möchte das Große. Als Kleiner gern klein.

    Es ist völlig absurd, die Liebesgedichte gegen ANDERSWELT auszuspielen. Sie sind vielmehr ein Teil der ANDERSWELT. Aber dazu muß man halt lesen können wollen. Ich brauche keine Leser, die das Komplizierte scheuen. Geht doch zum Teufel! Ich könnte jetzt echt kotzen. Und überlege, ob ich die Gedichte wieder lösche.

    • june sagt:

      mein lieber alban, manchmal braucht die menschliche seele das ganz spontane, sofort fassbare oder zumindest das, das sie sofort trifft. das sollte das andere nicht abwerten, aber die einblicke, die sie in „anderswelt“ geben ist ja auch nicht „anderswelt, das sind fragmente. zurecht.

      diese gedichte vermitteln ein ganzes, ein rundes, ein – nein, ich will nciht sagen „echtes“, das wäre zu wertend, etwas, vielmehr, das trifft auch nach dem heimkommen, ohne vorbereitung oder mitten in der nacht. ganz unmittelbar. die argo-ausschnitte können das nicht (und sollen das hoffenltich auch nicht).

    • Es gibt S ä t z e in ARGO, die sollen das sehr wohl. Aber dazu muß man sich einlassen. Sich auf die Gedichte einzulassen, ist leicht. Soweit okay. Sie indes gegen ANDERSWELT auszuspielen, zeugt von nichts anderem als von sentimentalem, verkitschtem Gemüt. Es geht ums gegeneinander-Ausspielen, wohlgemerkt. O h n e die Nachbemerkung des angeblich Komplizierten (kompliziert ist für meine Oma schon Rilke gewesen, unmittelbar ansprechend Konsalik), wäre die Einlassung völlig okay gewesen. M i t ihr wird auf Dummheit gesetzt, auf Unbildung und Bequemlichkeit. Die Dummheit und der Kitsch werden angejauchzt. Wenn die Gedichte d a s erreichen, gehören sie gestrichen.

    • june sagt:

      ich gestehe – argo in den dschungeln ist für mich beiwerk. ich warte auf das buch. auf seiten, auf blätter. darauf, dass ich meinen kaffe drauf tropfen lassen kann oder das kondenswasser meines prosecco.
      die happen? ja, oftmals erfreuen sie mich, aber es sind eben „happen“. lieber warte ich hier auf das ganze. das gedicht – wie dieses hier – gibt mir zumindest die illusion ein ganzes vor mir zu haben.

      auf ein buch machen sie neugierig. mit den gedichten befriedigen sie etwas. das ist ein großer unterschied und sollte per se keine wertung sein.

    • june sagt:

      „Aber dazu muß man sich einlassen. Sich auf die Gedichte einzulassen, ist leicht. Soweit okay. „

      ja. und es gab bisher einen einzigen roman, den ich online gelesen habe. da war ich gezwungen, weil in buchform nicht erhältlich und doch die neugierde zu groß. ich habe das nicht bereut, aber wenn ich die wahl habe: bitte knisternde blätter zum unterstreichen, anmalen, bekleckern etc.

    • virylant sagt:

      Für mich ist die Authentizität sowohl bei Argo als auch in den Gedichten (über die ich mich sehr freue) hautnah spürbar, das Innere findet in der Sprache von Herrn Herbst seinen 1:1 Ausdruck, noch nie habe ich so deutlich erlebt, wie ein Autor durch seine Sprache lebt/atmet. Die Entwicklung von Argo, das Ringen um die erzählerische Konstruktion, die bei aller Fantasie ja angestrebt wird: ich Leser(in) werde unmittelbar eingeweiht. Herbst ist so produktiv, er muss alles nach außen tragen und verkneift sich nur selten etwas. Ich wage mal eine Prognose. Die Gedichte sind schneller verlegt als der 3. Teil von Anderswelt.

  3. virylant sagt:

    rasend gemacht! Die Seele auf Wortflügeln getragen und doch nicht erlöst, weil die Gefühle toben. Ist Ihnen danach leichter zumute, Herr Herbst?

    • Nein. Weil man liebt.

      NACHTRAG. Ich k a n n mir das Wortspiel nicht verkneifen. Obwohl ich es sollte. Aber: ‚Weil ein Mann liebt.‘ ‚W e n n ein Mann liebt.‘ (Die Geschlechtsbestimmung wird immer wichtiger.)

  4. montgelas sagt:

    La femme est l’avenir de l’homme … (Aragon) „Amour Amour“ das kleine, duftende poetische „Nichts“ des Herrn Patou wandert von Haut zu Haut vermischt sich im Dunst der Leiber, macht sie verwechselbar, löst Identitäten auf, wird banges Versprechen. Der homöopathische Duft des Patou ist die antwortende Brücke auf die Frage: Wer ist Du/Ist noch ich)/Patou.

    Die Zeilen sind gelungen. Ihr kulturhistorischer Verweis auf Patou schimmert, nein: schwebt nun in meinem Raum und evoziert Liebes – und Lebenskunst.einer ganzen Epoche.

  5. La Tortuga sagt:

    Lyrik gegen Prosa? Nein nein, das ist in meinen Augen ungültig. Das kann und darf nicht gegeneinander in die Waagschale geworfen werden, es entsteht nicht gleich und wird auch nicht gleich gelesen. Lyrik verlangt ein hohes Mass an Vertrauen – des Dichters in die Sprache und des Lesers in die ureigene Sprache des Dichters, allerdings auch in seine Stimme (was noch nicht heisst, dass Prosa deswegen ein sicheres Terrain wäre). Da, in der Stimme des Dichters, liegt die Crux: wirft man sich hinein, ohne bereits Vertrauen gefunden zu haben, dann gute Nacht. Es gibt nicht viele Lyriker, denen ich voll und ganz vertraue, daher, Herr Herbst, weil ich noch nicht viel von Ihnen gelesen habe, liess ich mich bisher nicht so ganz auf Ihre Gedichte ein. Argo dagegen ist ein Höhenflug, bei dem ich gern mal die Sicherheitsgurten durchhängen lasse.
    Als Leser bin ich masslos und dreist in meinen Ansprüchen, ich will mich anstrengen, ich will kauen, ich will schwitzen. Wer zur Entspannung liest, sollte besser spazierengehen.

    • Solche Leser w i l l ich. (@ tortuga). Danke.

      (Daß ich kein Lyriker bin, steht für mich – noch – außer Frage; jedenfalls ist mein Atem für die Prosa erhitzt und ich bin, was ich bei Prosa n i c h t kenne, bei Lyrik oft unsicher in der Wahl der sprachlichen Formen. Dennoch entstehen auch aus m e i n e r Sprache Gedichte, die ‚es‘, meine ich, wert sind. Es mögen nicht viele sein, manches wird zurückfallen. Anderes wird aber auch bleiben, wie dieses Patou-Gedicht hier, wie das >>>> Kindergebet oder wie, ganz besonders, >>>> Agra. Schauen Sie einfach mal die >>>> Rubrik GEDICHTE durch.

  6. Pingback: Die Treue als Parfum. Im Arbeitsjournal des Freitags, den 14. Dezember 2018 | Die Dschungel. Anderswelt.

Schreibe einen Kommentar zu albannikolaiherbst Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.