Von einem und an einen Redakteur. Kleine Theorie des Literarischen Bloggens (69).

JS Vor allem aber möchte ich Sie freundlich bitten, nicht jeden unbedeutenden Satz aus unserer redaktionellen Korrespondenz gleich ungefragt auf Ihre Website zu stellen. Ich bin Ihnen wegen der jetzt da stehenden Fitzel nicht böse, aber lassen Sie uns doch bitte jetzt mal unsere ****-Diskussion starten und die erst dann veröffentlichen, wenn sie fertig ist! Okay?ANH (…) ich führe ein Arbeitsjournal, das meine tägliche Arbeit begleitet und Produktionsprozesse aufdeckt. Dazu gehört notwendigerweise auch der eine und andere Fitzel dessen, was mich während der Arbeit begleitet und mir während der Arbeit zustößt und mich während der Arbeit beschäftigt. Nicht alles stelle ich ein, dazu ist kein Platz, aber einiges. (Notwendigerweise müßte jetzt auch d i e s e r Korrespondenzpartikel hinein.) Und zwar geht es mir darum, einigermaßen zu dokumentieren, w i e etwas entsteht. Was dann später als Fertiges dasteht, als Buch, als Artikel, als Hörstück, ist wiederum etwas anderes und gehört dann n i c h t mehr in Die Dschungel. Aber der kreative P r o z e ß. Auch Irrtümer gehören da hinein, auch Mißlungenes oder später Verworfenes.
Daß dieses Unternehmen ein in seiner Radikalität bislang einzigartiges ist, ist mir genau so bewußt wie, daß Die Dschungel eben darin ihren Wert und ja nicht zuletzt deshalb solch enorme Zugriffszahlen haben und unterdessen auch akademisch diskutiert werden. Eine redaktionelle Schutzzone gibt es nicht; es gab auch lange keine private. Das hab ich geändert, weil ich nicht jemanden Privates, die privat b l e i b e n will, mißbrauchen möchte. Bei redaktionellen und anderen Arbeits-Belangen geht es aber n i e um Privates. Auch nicht bei Verlagsverhandlungen, die sich immer ö f f e n t l i c h niederschlagen und zu öffentlichen Kulturinhalten werden.

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Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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5 Antworten zu Von einem und an einen Redakteur. Kleine Theorie des Literarischen Bloggens (69).

  1. bleuableu sagt:

    Im Internet kein Platz? Das habe ich ja noch nie gehört. Und was Ihre Verlagsverhandlungen betrifft, so schreiben Sie doch auch nur, Sie würden jetzt in die und die Stadt usw. fahren, von den dann stattfindenden Verlagsverhandlungen liest man in Die Dschungel aber nichts. Das ist doch insgesamt alles zu inkonsequent.

    • Nicht inkonsequent, sondern klug. Da es genügend Gegner gibt, die etwas verhindern wollten und – könnten. Es ist auch ganz egal, w e r gemeint ist, für Die Dschungel und also ihre Leser; vielmehr geht’s um Inhalte und Auseinandersetzungen, in denen Die Dschungel stehen. Auch mein Ihre verärgerte Replik auslösender Beitrag ist anonymisiert und um Persönliches, das für Theorie und Praxis dieses Weblogs nichts zur Sache tut, gekürzt.

      Und was „nicht genug Platz“ anbelangt, so ist der zeitliche Platz gemeint, sowohl der Leser als auch mein eigener. Bei etwas Nachenken hätten Sie darauf aber auch selbst kommen können. Vielleicht murren Sie gelegentlich à propos Inkonsequenz mal ein wenig gegen sich selbst. Und zeigen uns gar, was S i e denn so können.

    • bleuableu sagt:

      Aber ja, Sie sind sehr klug! Sie wissen sogar, wieviel Zeit ein Leser hat oder nicht hat. Komischer Gedanke, wenn mit Platz die Zeit gemeint ist. Wer J.S. ist, kann man sich doch leicht denken. Aber Sie haben Recht, ich sollte mir mehr Zeit zum Nachdenken nehmen. Das mache ich jetzt. Sie müssen ja sicher auch wieder an Ihren Elegien korrigieren. Zeigen Sie uns Lesern nur weiter, was für ein arg beschäftigter Schriftsteller Sie sind, Herr Herbst. Das nächste Stipendium wartet bestimmt schon auf Sie. Schon bei der Bahn nachgefragt?
      Ich kann leider nix, Herr Herbst. Können? Wenn ich könnte, könnte ich….(Wenn man die Zeit anhalten könnte, könnte man sie dann auch wieder in Gang setzen?)…Das ist doch hier keine Leistungsschau der Kommentatoren. Es reicht vollkommen, wenn der Schriftsteller Prahlhans ist. Murren ist hier fehl am Platz. Dieses Weblog ist doch berühmt für Eierkuchen *grins*. Murren würde nur die Atmosphäre vergiften. Das wollte ich nicht mit meiner kurzen Bemerkung. Sorry, Herr Herbst!

    • Nun ja, bleuableu, wenn das bedeutet. Daß Sie hier nicht mit weiterem Unfug werfen, dann mag ich mit Ihrem Schlußwort ausgesprochen zufrieden sein. Gehen Sie sich aber die Hände waschen, sonst machen Sie versehentlich noch Ihren Partner schmutzig. Schließen Sie die Tür dieses Weblogs, atmen Sie befreit durch. Und gut ist’s für uns alle.

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