Die Moral am Kreuz (1).

Wo der Gedanke hineinbiß, da nagen hungrig die Zähne
jenseits der Sättigung weiter: Nur Glaube wird satt.

[Distichon 14.]
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13 Kommentare zu Die Moral am Kreuz (1).

  1. ConAlma sagt:

    Marter der Zähne Schönes Bild.

    Nicht aber schön: wenn sich die Zähne ungesättiger Gedanken so festbeißen, dass sie nicht mehr loszulassen vermögen.

  2. tschuldigung was sich derart mühselig wahrheit schreit kann nur stumpfsinn sein.
    nur wissen wird satt. und aus diesem grunde entsteht überhaupt glauben.

    sie sollten ihre elaboriertheit öfters einmal hinterfragen, herr v. rippentropf.

    • Wie hübsch, wenn die Gegner nun schon von allein. Ihre Haltung und den Stil verlieren. Ich muß sie nicht einmal mehr zu ihrer Wahrheit provozieren. Sie blamieren sich aus völlig eigenem Antrieb.

    • oh ich bin alles andere als gegner. das wort ist mir fremd. auch würde ich, um das wort gleich nochmals zu benutzen, provokation wäre mir lieber – wiederholung lässt lernen – als gegner, nicht in den dschungel wagen.
      ich stiess mich nur, ohne zu wissen woher dieses sätzlein überhaupt kam, daran, das glaube satt würde. kein grösserer nimmersatt als den glauben. vielleicht sollten SIE sich erklären

    • Da muß ich nichts, schon gar nicht mich, erklären. G l a u b e ist satt, weil er leer ist, also keinen definiten Inhalt hat, sondern nur Behauptung. Nietzsche: „Zu glauben heißt, nicht wissen w o l l e n.“ D a s ist die Sattheit, auf die hier angespielt wird. W i s s e n, da es nie zuendegefüllt werden kann, denn die Dinge sind unendlich und erst recht sind es ihre Zusammenhänge, muß hungrig b l e i b e n.

    • vielen herzlichen dank wenn etwas leer ist, also keinen definitiven inhalt hat, ich stelle mir jetzt ganz in der vorstellung des kindes, einen bauch vor… ist der leere bauch, der bauch ohne definitiven inhalt dann satt oder hungrig?
      oder anders.
      wieso glaubt der religiöse mensch? weil er es sich satt ist, des todes zu wissen.

      ich meine dies spezifisch

      ich weiss sie reagieren jetzt gereizt. a b e r d a n k e f ü r d a s n i e t z s c h e z i t a t c h e n

    • Das ist ja gerade der Haken. Wenn der Mensch lebt, ist er nicht des Todes. Das ist er erst, wenn er tot ist. Und was soll daran schlimm sein? Er ist dann nicht mehr und lebt dennoch weiter: in seinen Kindern, in deren und in seinen Werken: in dem, was er schuf. Das ist bei Menschen achtungerheischend vieles.
      Und auch sein Körper: wenn er nicht die, von mir so gefühlte, Dummheit begeht, ihn der Natur zu entziehen, wird er wieder Nahrung, gibt neues Leben, nimmt weiter Teil. Nein, diese Angst vor dem Tod kann ich nicht teilen. Also habe ich auch überhaupt keinen Grund zu glauben – und muß vielmehr im Glauben etwas sehen, daß nichts ist, als eine Spiegelung von Angst. Dazu ist mir das Leben zu viel wert. Dazu liebe ich es zu sehr. Und dazu ist der Wissensdrang zu hungrig und will immer mehr und noch mehr darüber wissen.

    • ja, wobei wir eigentlich bei der pointe wären, denn der echte, der effektive glaube, der von allen dogmen befreite glaube, der glaube an sich selbst – ist wiederum wissen.
      ich glaube nicht das sie nicht glauben. oder sind sie es sich wirklich einfach nur satt?
      wie auch immer. einen schönen abend wünsch ich ihnen trotz dem paradox in welchem wir uns offensichtlich gerade befinden.

  3. Prunier sagt:

    glauben Glauben ist glauben, dass man nicht glaubt. (Jean Pouillon, frz. Ethnologe)

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