Arbeitsjournal. Freitag, der 23. Februar 2007.

5.53 Uhr:
[Berlin, Am Terrarium.]
Die Elterversammlung ging bis halb zwei Uhr nachts, heut früh soll ich mit der Lehrerin wegen eines Termins sprechen (es geht, grob skizziert, darum, daß nicht unberechtigte Sorgen annehmen lassen, die Lernziele der zweiten Klasse meines Jungen würden nicht erreicht); so bin ich außer der Arbeit unter Druck und werd das für heute in Weimar vereinbarte Treffen absagen müssen; vielleicht kann ich‘s auf den Montag verlegen, wenn ich nach Bamberg fahre.
Erst um halb sechs also hoch; nach einer bittren, aber dann beigelegten Auseinandersetzung sehr zerschlagen, die noch vor dem Elterntreffen stattgefunden hatte und bei der es wieder um das verbotene Buch ging. Der Prozeß hat den nahe Beteiligten tiefe Wunden geschlagen, die immer wieder aufbrechen. Es ist dringendste Zeit, daß mit der Persischen Fassung von MEERE das Meer endlich zur Ruhe kommt.

8.02 Uhr:
[Berlin, Küchentisch.]
Ich werd vielleicht d o c h nach Weimar fahren. Privat steht jetzt nichts an, und ich kann in Zügen ja gut arbeiten. Mal sehen. Vermutlich werde ich dann aber während der Fahrt übers Mobilchen im Netz erreichbar sein. Zu vieles gibt es, das möglicherweise schnelle Reaktionen erfordert. Im übrigen: Dritte Elegie, ÄU EF zur ZF (ff).

11.46 Uhr:
[ICE Berlin-Weimar.]
Sitze also im Zug und hänge zwar nicht an der Dritten Elegie, aber doch in einem Gedicht, zu dem mich >>>> Reichenbachs Prediger-Zitat animiert hat. Animiert ist das richtige Wort. Vielleicht bekomme ich das Textchen noch fertig. Und bin sehr gespannt auf die Begegnung nachher. Und UF hat >>>> dielmann erreicht; den Verleger hat es kranheitshalber schwer niedergehauen, d a s ist die Erklärung. Nun bin ich erstmal wieder ruhig; Inhaber kleiner Verlage haben meist tatsächlich kein, zumindest kein funktionierendes Back-Office.

18.13 Uhr:
[ICE Weimar/Leipzig-Berlin]
Rückfahrt. Das war nun einmal ein g u t e s Gespräch. Aber auch darüber, weil‘s mit dem COUP zusammenhängt, sage ich Ihnen noch nichts, auch wenn ein Großteil der Unterhaltung sich um Die Dschungel drehte. Warten wir gemeinsam auf den März, in dessen Verlauf sich allles aufklären wird. Ich mag Ihnen einfach die Spannung noch nicht nehmen. Statt dessen geh ich nun erst einmal wieder an die Dritte Bamberger Elegie ff. Über das Elegien-Projekt insgesamt, also meine Wiederaufnahme des Hexameters, kam von >>>> Wilhelm Kühlmann, dem ich die drei bereits überabeiteten Elegien geschickt habe und der bereits hineingeschaut hat, eine mehr als nur ermutigende Reaktion (ich sah sie in einem Café, das einen hotspot hat).Das gab diesem insgesamt eher seltsam schlingernden, aber immerhin doch ins Ziel schlingernden Tag eine eher unerwartete Beleuchtung.
Ich hatte überlegt, ob noch >>>> Titania Carthaga in Jena anzurufen und vielleicht die Rückfahrt dort auf einen Wein zu unterbrechen, aber dann war, plötzlich, die Zeit wie weggeplatzt.

Der Zug ist voller graugesichtiger und so müder Jungsoldaten, daß sie gar nicht laut sind. Einer schaut sich auf seinem Laptop ein in Schwarzweiß gefilmtes Panzermanöver an, ein anderer spielt ein Computer-Kriegsspiel; man hört die Schüsse durch die Kopfhörer hindurch.

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