B.L.’s 30.4. – Pläne schmiedend

16.31
Kaution und erste Miete überwiesen. Die Agentur bezahlt. Mietvertrag und Schlüssel entgegengenommen. Schlange gestanden, um den Wasseranschluß wieder zu aktivieren: „Es kann 10 Tage dauern, aber es kann auch 3 Tage dauern.“ Außerdem fehlten die Grundbuchdaten der Wohnung für die Anmeldung. Die könne ich aber nachreichen. Mittwoch dann vor allem Strom und Telefon (immerhin gibt dort, wo ich hinziehe, DSL (bzw. ADSL, wie das hier heißt), wenngleich in einer kleineren Bandbreite, aber immerhin). Gas kann noch warten. Ist ja eh kein Wasser zum Warmmachen da. Sie selbst unterbreitete mir heute einen Möbelteilungsplan. Ich sagte, es auch so meinend: „Von all dem brauche ich weniger als die Hälfte.“ Außerdem brachte sie noch eine Bitte vor, die durchaus ihre eigene Stimmung wiedergibt: Mitte Mai wolle sie hier ein Fest geben für ihre Abschlußklasse. Ob ich nicht irgendwo anders übernachten könnte. Etwas heikel wird es am nächsten Wochenende. Da werden hier sicher Gäste sein, die wegen der Kommunion der Zwillinge kommen. Aber das macht mir nur relative Sorgen. Die eventuellen Gäste sind über unsere Geschichte bestens unterrichtet. Das Problem liegt darin, daß ich wieder in Zwangsläufigkeiten eingebunden werde, die ich im Moment lieber vermieden hätte. Andererseits lassen sich ja vielleicht doch einige gute Gespräche führen mit Leuten aus dem Bekanntenkreis meiner Schwägerin. Ich denke an besonders an den Dozenten für Italianistik, mit dem ich vor ein paar Monaten wieder Kontakt aufgenommen hatte, und der die Idee hatte, mich etwas über die Schwierigkeiten beim Übersetzen der römischen Sonette von Giuseppe Gioachino Belli für eine diesem Autor gewidmete Zeitschrift schreiben zu lassen. Einen Entwurf auf Italienisch hatte ich ihm schon geschickt, der aber noch auszuarbeiten ist. Also das ist ein Faden, der weiterzuspinnen und weiter zu reflektieren ist, auch was die Übersetzung dieser Sonette betrifft. Weitere Pläne betreffen ebenfalls das Übersetzen: Diesmal aus dem Deutschen. Also die Überlegung, dabei mit meiner befreundeten Kollegin T. eine Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen, denn über meine ins Italienische übersetzten Texte muß doch immer ein muttersprachliches Auge wachen. Mal seh’n, mal seh’n. „… und ein Plan macht ein Leben unterhaltend, man mag es lesen oder führen.“ (JEAN PAUL, als Motto vorangestellt zu „Graciáns Lebenslehre“ von Werner Krauss (geschrieben in der Todeszelle in Plötzensee, aus der er dann doch noch entlassen wurde, zum Leben verurteilt (zum Leben begnadigt (zum Leben zugelassen (zum / fürs / vom Leben aufgehoben (wie auch immer)))), auf den mich einst Paul Reichenbach aufmerksam gemacht hat – heute fing ich’s an zu lesen).

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