Arbeitsjournal. Dienstag, der 31. März 2009.

7.56 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Die Zeit vergeht im Sauseschritt. Jetzt ist es bereits Frühling, gegen Ende der Woche sollen es an die 20 Grad C. werden. Bin erst um Viertel nach sieben aufgestanden, nachdem ich nachts erst am Flughafen war, dann im „Diener“ etwas aß und grad noch die letzte S zur Prenzlauer Allee bekam, zwischendurch U-Ersatzverkehr, seltsam, wenn man das Fahrrad gewöhnt ist, im Dunklen aus den Scheiben schaut und sich hilflos vorkommt, weil man nicht genau weiß, wo man ist. Um ein Haar wär ich an Gesundbrunnen steckengeblieben und dann wohl den langen „Rest“ zu Fuß gegangen. So konnte ich nachts noch eine weitere >>>> Heroes-Folge sehen, worin es folgenden bezeichnenden Dialog gab:„Ich habe eine Hausaufgabe über Bibliotheken zu schreiben.“ „Bibliotheken?! Ja kennen die Lehrer das Internet nicht?“ „Das ist es ja gerade. Wir sollen darüber schreiben, inwieweit Bibliotheken im Zeitalter des Internets noch sinnvoll sind.“>>>> D e n Hinweis gibt die Serie allerdings nicht. Als der Profi wegen der Umsatzsteuer nachsah, sah er in Gesetzesbüchern nach; auch das wird sich ändern; n o c h wird >>>> ein Geschäft daraus gemacht. Es wäre ein Gebot demokratischer Durchsichtigkeit, würden die Steuer- und sämtliche anderen Regelungen allgemein und kostenfrei zugänglich. So wie >>>> das BGB. „Ja, kennen die Lehrer das Internet nicht?“
Aber mich beschäftigte seit dem Aufstehen >>>> das. Seit vorgestern schon ging’s mir im Kopf rum. Auch wieder der Widersinn: als spiegelte sprachlicher Widerstand einen tatsächlich politischen. Hat was von kindlich-mystischem Denken. Im Herzen geht mir derzeit was anderes rum. Verzichten, um Kinder zu schützen. Eindringlich warnte der Profi gestern: hob mir die Lider, damit ich sähe, was ich wohl ahne, aber nicht m a g, vielleicht, daß ich’s sehe. Doch seh es.

8.51 Uhr:
Einen >>>> nächsten Text des virtuellen Seminares lektoriert. Bin in einer seltsam „drucklosen“ Verfassung heute vormittag. Hellblautiefer Himmel, Sonne, weißgelb leuchtet eine Teilfront des „Gartenhauses“ Duncker 68. Unten davor spielt neuerdings mein Bub gern, es gibt viele Kinder.

14.15 Uhr:Herrliches Fahrradwetter; ich war ausgesprochen schnell in Charlottenburg zum Cello-Unterricht und war ausgesprochen schnell auch wieder zurück, mit der kleinen Unterbrechung bei >>>> Mitte Meer, um für heute abend Fisch zu besorgen, den ich mit Αναδυομένη verspeisen möchte; auch bei den Muscheln konnte ich nicht widerstehen, und da ich heute noch nichts gefrühstückt habe, hat’s eben Muscheln zum Frühstück gegeben. Die Fingerspitzen sind noch rot von der Tomatensauce (viele Chilies darin), die mit Knoblauch, logisch, und >>>> selbst geschnittenen Lorbeerblättern noch von Stromboli sowie einer Spur Garam Masala gewürzt war. Dazu, das paßt, Graubrot.Jetzt der Espresso, caffè crema, aus der Pavoni. Und eine nächste Folge „Heroes“, bevor ich auch wieder an den Text gehe, an den ich eigentlich wollte. Aber dann wird auch schon bald mein Bub für die Hausaufgaben hiersein.

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3 Kommentare zu Arbeitsjournal. Dienstag, der 31. März 2009.

  1. piperigranum sagt:

    Gestze und Verordnungen Lieber Herr Herbst,

    wenn Sie schon selbst den Link auf das BGB setzen und dennoch von einem „Gebot demokratischer Durchsichtigkeit“ schreiben: schauen Sie einfach auf der Seite mal ganz links unter „Gesetze/Verordnungen“: da finden Sie alles, was Sie so schmerzhaft vermissen, eigentlich sogar noch viel mehr: mehr jedenfalls, als der Laie gemeinhin nützlich findet bzw. überhaupt richtig interpretieren kann.

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