Entsteigende

steigst ach mir wieder
hinab
kehrst das Gesicht ins
Salz
das wir leckten

stiegst einen halben Sommer
stiegst durch den Herbst
aus dem Winter steigst
du mit offenen Händen

zu Stadt

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20 Kommentare zu Entsteigende

  1. sumuze sagt:

    Ach wie schön, endlich wieder ein Gedicht. Ich befürchtete schon, jetzt würde hier aber mal ein Anfang gemacht, einfach und unmittelbar. Doch hier nun wieder Substanz. Gut!

    Kann es sein, daß es ‚kehrst‘ statt ‚kehrt‘ heißen muß in Zeile 4?

    Und noch zum üblichen Gemähre – die letzte Zeile gefiele mir als ‚Stadt‘ alleine besser.

    • Anmerker sagt:

      Harte Worte über Prosa: „Doch hier nun wieder Substanz. „

      (sumuze)

      !!!

    • Günther Kleff-Brutzler sagt:

      naja, dann mal ein wenig Senf meinerseits dazu.
      Ich schlösse mit „aus dem Winter steigst Du“ ab – sprich :
      ich liesse „mit offenen Händen zu Stadt“ weg.

    • anadyomene sagt:

      Abschied Dieses Gedicht ist rückwärtsgwandt. Gewissermaßen ein Abschied oder eine Erinnerung.
      Für mich stimmt es so wie es ist und deshalb muß auch „mit offnen Händen zu Stadt“ bleiben.
      Schon klar das ich diesen Teil besser verstehe als jede(r) andere, glauben Sie mir einfach, es ist genau so gut wie es ist.

    • Seeräuber sagt:

      ?? Haben Sie sich von Herrn Herbst getrennt? Ist das jetzt das Abschiedsgedicht??????

    • anadyomene sagt:

      @Seeräuber keineswegs habe ich mich getrennt, vielmehr sind es die Umstände die trennen. Große Gefühle lassen sich nicht ausschleichen, nur herausschneiden, das aber wäre eine sehr blutige Angelegenheit.

    • Seeräuber sagt:

      anadyomene Gulp..? Gefühle kann man nicht herausschneiden. Man muss sie langsam und in Sachlichkeit betreut ausblaken lassen.

    • Seeräuber sagt:

      wie ein Lagerfeuer, an dem man noch sitzen bleibt, aber mit einer Decke umwickelt, man könnte noch ein Ästchen in die Asche tun. Aber letztlich tut man’s nicht, auf Grund von Müdigkeit.

    • anadyomene sagt:

      @Seeräuber Das ist schön gesagt.
      Aber sehen Sie, so unterschiedlich ist der Mensch.
      Der eine schaut der Glut hinterher und fühlt dem leisen, vielleicht auch lauten Schmerz nach und die andere kann sich nur mit einem lauten Knall, einer Eruption einem Beben, einer Art Super Gau trennen.

    • diadorim sagt:

      das gefühl an sich ist ein dummes ding, ich stell es an die wechbellwand und tu es randständlich erschließen.

      vom grossgefühlsstör blieb nur eierlikör, den füllte man uns in tuben, wir sahen uns nimmer und schrieben dann schlimmer, und tranken den tand aus kuben.

      das ist die kälte, ich trag stiefel und schal, sonne und socken.

    • anadyomene sagt:

      da tät ich gerne mit liebe Diadorim.
      Ich schösse zielgenau ins Herz, aber weil es so schön blutig ist auch noch ein paar mal daneben… und Eis brächte ich auch wieder mit, zum inneren Kühlen.

    • sumuze sagt:

      Unsinn, Anonymus Anmerker, diese Worte gelten nicht ‚der Prosa‘, sondern dem ‚Gehegele‘ in den jüngsten Kommentaren.

    • Anmerker sagt:

      Ah. Gut, ich wunderte mich schon über den harschen Ton.

      Dann will ich nix gesagt haben.

    • günther kleff-brutzler sagt:

      ja die frau sumuze kann da doch nur die nase rümpfen über pixelige hegeleien, kämpft sie doch an
      forderster vront entschiedenst gegen die ackermanns dieser welt.

    • diadorim sagt:

      wysiwyg sie sollten nicht in der nacht fechten, sie verletzen sonst die turner.

      http://www.youtube.com/watch?v=lj-x9ygQEGA

      man muss mich heute entschuldigen, man muss, ich weiss nicht, was es ist.

  2. Es ist immer gefährlich. Von einem Gedicht auf Autobiografie zurückzuschließen, jedenfalls Eins : Eins. Oft liegt ihm ein Anlaß zugrunde, eine Art Text-Initiation; das heißt aber nicht, daß der schließlich fertige Text mehr als nur den Ansatz beinhaltet. Was daran liegt, daß Texte sich oft eigendynamisch von ihrem Ansatz entfernen und eigene Wirklichkeiten herstellen. Das sollten sie sogar.

    • diadorim sagt:

      auf der zeitachse ist jeder text autobiographisch, er beanspruchte für die ihm zugrunde liegenden denkbewegungen kapazitäten an autorenlebenszeit.
      nur, ja, das ist wahr, er lässt sich nicht gegen zeit rücktauschen.

      idee für einen faustpakt: der autor handelt mit dem teufel aus, dass er gegen ende seines lebens seine werke gegen lebenszeit, die sie zu schreiben gekostet haben, rücktauschen darf, sämtliche den werken zugrunde liegende anlässe werden ihm aber unerinnerlich in dem moment, wo er sie zurücktauscht.

    • Böser. Pakt.

      „Was bekomme aber dafür ich?“ fragte der Rote und schlug den Takt mit dem Huf.

    • diadorim sagt:

      nun, dem teufel werden die werke zum eigenen fleisch und blut. der autor sieht an ihm, was er war, ohne es mehr zu wissen, was er gewesen ist. es wäre so etwas wie die entstehungsgeschichte der melancholie, denke ich mir.

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