A.D. VI Id. Iun. Anno 2762 a.u.c.

Sechster Tag von den Iden. Dies nefastus. Fest der Göttin Mens auf dem Kapitol [„Mit der Mens, der die Römer nach der Niederlage gegen Hannibal am Trasimenersee 217 v. Chr. auf Weisung der sibyllinischen Bücher einen Tempel auf dem Capitol weihten, vergotteten sie die ‚gute Gesinnung’ (daher auch Bona Mens.“ – aus dem Register zu Lactantius: Göttliche Unterweisungen in Kurzform („Alle diese Albernheiten hat in Latium als erster Faunus eingeschleppt…“, sagt der >>> Lactantius.] Abends geht der Delphin unter (Plinius).
Ich könnte ja mal den Soratte als Pickel betrachten und ihn ausdrücken. Aber außer ihm sehe ich keine Pickel. Daß da Arbeit kam, ist irrelevant. Auch daß die Arbeit schon am letzten Donnerstag hätte kommen sollen. Bzw. gekommen war sie ja. Nur die Bestätigung kam nicht. Heute morgen bimmelte das Telefon: wie weit ich mit der Arbeit sei. Kurz, die Sekretärin war zu schusselig, mir das Ganze zu bestätigen. Und ich habe drei Tage verloren. Dürfte aber für nächsten Montag dennoch zu schaffen sein. Wenn nicht, wie bereits geschehen, anderes dazwischen kommt. Im Supermarkt bimmelte und vibrierte heute aus gerade diesem Grund das Mobiltelefon in der Gesäßtasche. Das Rausziehen an der Kasse führte natürlich sofort dazu, daß es auf die Erde fiel. Stellvertretend fürs Gesäß. Ansonsten bin ich dafür, an den Universitäten das Fach „Tagebuch“ einzuführen. Damit diejenigen, die etwas davon verstehen, es lehren können, während die anderen, die nichts davon verstehen, sich am besten dem Tagebuchschreiben widmen, damit diejenigen, die „Tagebuch“ lehren, genug Material bekommen, denn was sollten sie sonst lehren? Wer glaubt, an der Uni dann Tagebuchschreiben lernen zu können, der sieht sich zunächst einmal damit konfrontiert, daß er seinen eigenen Tag vergessen muß. Denn an ihm werden dann mehr Tage vorüberziehen, als ihm gegeben. Und seine Tage werden diese anderen Tage sein. Ach, und dann noch das dumme Weißbier von vorhin (Μπυρα με μαγια – wußte gar nichts von dieser „magia“), stand rechts neben der Mouse, heftiger Griff nach rechts, wackelnde Flasche, hervorschäumendes Weißbier. Mißgriffe.

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.